Verbascum nigrum x thapsus aus Kasern (Salzburg)

= Blütenpflanzen
Oliver Stöhr
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Verbascum nigrum x thapsus aus Kasern (Salzburg)

Beitragvon Oliver Stöhr » Sonntag 18. Oktober 2020, 10:48

Diese Pflanze, die ich bereits vor einem Jahr an der Bahn bei Kasern gefunden habe, ist aus meiner Sicht eine Hybride aus Verbascum nigrum und V. thapsus (V. x collinum), denn die Staubfadenbärte sind rosa (Beteiligung von nigrum) und die Blätter +- filzig (Beteiligung von thapsus). Eine Beteiligung von densiflorum schließe ich aus, denn deren Hybriden haben u.a. größere Blüten.

Frage an Peter: Gibt es rezente Nachweise dieser Hybride aus dem Raum Salzburg/Flachgau oder nur alte?

Viele Grüße
Oliver
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Norbert Griebl
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Re: Verbascum nigrum x thapsus aus Kasern (Salzburg)

Beitragvon Norbert Griebl » Sonntag 18. Oktober 2020, 12:36

Klasse Pflanzen,
danke Oliver!

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Georg Pflugbeil
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Re: Verbascum nigrum x thapsus aus Kasern (Salzburg)

Beitragvon Georg Pflugbeil » Montag 19. Oktober 2020, 23:00

Hallo Oliver,
ich habe die Hybride zweimal in der Stadt Salzburg und einmal in der Weitwörther Au gefunden und fotographiert. Anbei die Fotos. Die Hybride ist äußerst vielgestaltig, typisch sind aber die intermediären wolligen Staubfäden. Ich habe auch andere Hybriden von V. nigrum gefunden, wie etwa mit lychnitis.
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lg, Georg

Peter Pilsl
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Re: Verbascum nigrum x thapsus aus Kasern (Salzburg)

Beitragvon Peter Pilsl » Dienstag 20. Oktober 2020, 08:37

Wie schon Georg schrieb, gibts davon mehrere Angaben.
Georg hat die Funde in Eichberger & al. 2019: 676-699 (Mitt. Salzb. Landeskunde) zusammengefasst:
Flachgau, Nußdorf, Salzachaufweitung bei Pabing, ca. 910 m SW der Lokalbahn-Haltestelle, schottriger Wegrand, ca. 400 msm; 8043/4: 12,9597° O, 47,9097° N (phot. GP, 29.06.2017). – Flachgau, Wals-Siezenheim, Siezenheim, Bahngelände am Nord-Ende der Landebahn des Flughafens bei der Dr.-Hans-Lechner-Straße, ca. 420 msm; 8143/4: 12,9928° O, 47,8119° N (leg. Peter Pilsl, 15.06.2012, Herbarium Pilsl). – Flachgau, Bergheim, 500 m nordwestlich Siggerwiesen, Aupoint, Kreuzung der Zufahrt zur Müllerarbeitungsanlage mit der Lokalbahn, ruderale Schotterfläche, ca. 410 msm; 8144/1: 13,0050° O, 47,8628° N (leg. Peter Pilsl, 01.07.2013, Herbarium Pilsl). – Salzburg Stadt, Liefering, Saalachspitz, Ruderal entstanden im Rahmen der Renaturierung des Salzachufers bei der Mündung der Saalach, ca. 410 msm; 8144/1: 13,0039° O, 47,8508° N (leg. Peter Pilsl, 16.09.2014, Herbarium Pilsl). – Salzburg Stadt, Itzling, Uferböschung des Alterbaches zwischen der Rauchenbichler Straße und der Eisenbahnbrücke, ca. 420 msm; 8144/3: 13,0519° O, 47,8258° N (leg. Peter Pilsl, 02.10.2004, Herbarium Pilsl). – Salzburg Stadt, Schallmoos, Lastenstraße, Kreuzung mit der Stabauergasse, schottrige Ruderalflur, ca. 430 msm; 8144/3: 13,0483° O, 47,8147° N (leg. GP, 16.07.2016). – Salzburg Stadt, Maxglan, Karolinerstraße, beim Landesfeuerwehrkommando ca. 290 m W der Eichetstraße, Grünstreifen neben Straße, ca. 430 msm; 8244/1: 13,0097° O, 47,7928° N (phot. GP, 14.07.2017).
Bei Verbascum x collinum handelt es sich vermutlich um die häufigste Verbascum-Hybride, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass die beiden Elternarten die häu­figsten Königskerzenarten im Bundesland Salzburg darstellen. Neben mehreren historischen Funden, die bemerkenswerterweise fast alle aus den südlichen Gauen stammen, sind auch sieben rezente Nachweise anzuführen, welche in der Stadt Salzburg bzw. deren Umfeld wuchsen. Der Erstnachweis geht auf Hinterhuber (1862) zurück, welcher diese Hybride in Zell am See fand. Weitere Vorkommen im Pinzgau stammen von Leeder (1922) bei Bruck an der Glocknerstraße und von K.-H. Rechinger in Saalfelden (Leeder & Reiter 1958). Funde aus dem Lungau geben Keller (1898) mit Burgstall bei Mauterndorf sowie Vierhapper (1935) mit der Sonnseite bei St. Michael an. Der einzige historische Nachweis aus dem Flachgau stammt von Fugger & Kastner (1899) am Tannberg bei Köstendorf. Zwischen 2004 und 2017 gelangen im Umfeld der Stadt Salzburg sieben weitere Funde, wobei die belegte Angabe aus Itzling als unsicher in deren Bestimmung gilt, da sie auch V. phlomoides enthalten könnte. Im Gegensatz dazu kann ein Exemplar nahe dem Salzburger Hauptbahnhof in Schallmoos als sehr typisches Beispiel von V. x collinum angesehen werden. Dieses stand sowohl geographisch als auch morphologisch zwischen V. nigrum und V. thapsus. So waren die Staubfaden-Bärte hellviolett gefärbt, die Blätter leicht herablaufend und wie der Stängel wollig behaart. Als ebenso typisch kann ein Exemplar von der Salzachaufweitung bei Pabing/Nußdorf angesehen werden. Dieses befindet sich zudem als einzig rezenter Nachweis außerhalb der näheren Umgebung der Stadt Salzburg. Abb. 3: Verbascum x collinum in Schallmoos/Salzburg Stadt. Links sind die Blüten abgebildet, rechts ein Teil des Stängels (Foto: G. Pflugbeil, 2016).
Peter Pilsl
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Oliver Stöhr
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Re: Verbascum nigrum x thapsus aus Kasern (Salzburg)

Beitragvon Oliver Stöhr » Dienstag 20. Oktober 2020, 18:01

Ich danke euch recht herzlich!
Lg
Oliver


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