Medicago minima var. viscida

= Blütenpflanzen
asta
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Medicago minima var. viscida

Beitragvon asta » Mittwoch 15. September 2021, 11:59

Liebe Forumsmitglieder!
Wohin mit dieser Frage, ich versuche es bei den Interessanten, da nicht so häufig. Hatte den Eindruck, dass es heuer wenig Medicago minima gab in meinem Umfeld. (Sogar meine Katze hatte kaum was von den klettigen Früchten im Pelz, im Gegensatz zu den letzten Jahren). Und die Exemplare die ich trotz der extrem langen Trockenphasen gesehen habe, waren stark drüsig behaart.
Medicago minima var. viscida soll so aussehen. Denkt ihr ist diese Varietät besser gegen die Trockenheit gewappnet, bzw. Anpassung?
Die Bilder sind schon vom Juni aus Nickeldsorf, aber gesehen auch gerade letzt Woche bei Zurndorf (ohne Foto):

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Stefan Lefnaer
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Re: Medicago minima var. viscida

Beitragvon Stefan Lefnaer » Mittwoch 15. September 2021, 12:36

Pflanzen entwicken Drüsenhaare meist um unliebsame Stoffe abzusondern. Als Hitzeschutz habe ich noch nicht gehört, aber vielleicht geht das auch. Es wäre jedenfalls interessant das zu beobachten. Wenn es nun tendenziell wärmer wird, müsste sich dann demnach diese Varietät ausbreiten bzw. schon jetzt ihren Verbreitungsschwerpunkt in wärmeren, trockeneren Gegenden haben. Falls es wirklich ein eigener Genotyp ist und es sich bei den Drüsenhaaren nicht nur um eine Modifikante handelt.

asta
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Re: Medicago minima var. viscida

Beitragvon asta » Mittwoch 15. September 2021, 22:17

Danke für die Einschätzung. Die dichte Behaarung müsste als Verdunstungsschutz eigentlich ausreichen und die Standorte waren zumindest nicht salzig, bez Absonderung unliebsamer Stoffe. Trotzdem dürften die Drüsen die Pflanzen irgendwie bevorteilt haben, gegenüber den Drüsenlosen.

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Jürgen Baldinger
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Re: Medicago minima var. viscida

Beitragvon Jürgen Baldinger » Donnerstag 16. September 2021, 13:01

Natrium-Exkretion ist ein Thema, aber übrigens nicht das einzige, siehe https://www.spektrum.de/lexikon/biologi ... uesen/3268:

Die Funktionen der Drüsenzellen sind sehr vielfältig. Dem Schutz der Pflanzen dienen viele giftige Sekrete, z.B. Alkaloide und Steroidglykoside. Durch Milchsäfte (Milchsaft), Gummen (Gummi) und Harze werden Wunden rasch verschlossen. Der Tieranlockung dienen etherische Öle, Duftstoffe und Nektar (Nektarium). Absonderung von klebrigem Schleim aus den Drüsenhaaren von Sonnentaugewächsen (Droseraceae) ermöglicht den Fang kleiner Insekten (carnivore Pflanzen). Durch Exoenzyme aus Verdauungsdrüsen carnivorer Pflanzen wird die organische Substanz der Beutetiere abgebaut. Eine andere wichtige Funktion von D. ist die Exkretion: Die Salzdrüsen von Pflanzen an salzreichen Standorten (Halophyten) können aktiv Salze absondern. Bei anderen Pflanzen wird überschüssiges Calcium aus dem Stoffwechsel entfernt, indem es in Form von Calciumoxalat in den Vakuolen gespeichert wird.
"(...) gib ihnen noch zwei südlichere Tage (...)"


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