Pyrola media, Stellaria longifolia und Diphasiastrum complanatum auf den Glanzer Almen (Villgrater Berge)

= Blütenpflanzen
Oliver Stöhr
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Pyrola media, Stellaria longifolia und Diphasiastrum complanatum auf den Glanzer Almen (Villgrater Berge)

Beitragvon Oliver Stöhr » Sonntag 10. Juli 2022, 09:49

Hallo zusammen!

Gestern habe ich die Glanzer Almen besucht, die unterhalb des Bösen Weibeles in den östl. Villgrater Alpen, oberhalb des Iseltales, in der Hochmontanstufe liegen. Das Gebiet ist von silikatischen Gesteinen dominiert, die Almrasen sind daher vorwiegend Sieversio-Nardeten, vielfach von Adlerfarn stark „verfarnt“.

Drei interessante Arten von dort möchte ich herausgreifen und zwar Pyrola media, das an lückigen Almwegböschungen truppweise auftritt und von Calluna vulgaris, Vaccinium vitis-idaea und Vaccinium myrtillus begleitet wird. Die Art schaut auf dem ersten Blick wie P. rotundifolia aus, unterscheidet sich aber u.a. durch kaum gekrümmte Griffel und kürzere Blattstiele. Auffallend sind auch die rötlichen Stängel bzw. Blütenstände. Die Art ist in Österreich selten und wird in der nächsten Auflage der RL als VU geführt werden. Ausseralpin ist die Art hochgradig bedroht, für Bayern hänge ich eine informative Zusammenstellung dazu: https://www.lfu.bayern.de/natur/artenhi ... _media.pdf

Eine zweite interessante Art ist Stellaria longifolia, die dort an Wegrändern, aber auch ruderalen (durch Lägerung von Weidetieren gestörten) Fichtenwaldrändern wächst. Im Gegensatz zur ähnlichen Stellaria graminea hat die Art kleinere Blüten und raue Stängel; zudem sind die Kelche unbehaart. Stellaria longifolia wird zuweilen als Eiszeitrelikt angeführt, ist aber in den Ostalpen zerstreut verbreitet (in der Schweiz aber offenbar sehr selten). In der neuen bundesweiten RL wird diese Art als ungefährdet angesehen.

Schließlich konnte ich Diphasiastrum complanatum an einem Wegrand erspähen - die Art ist ja öfters an sauren Wegböschungen zu finden, aber man freut sich dann doch immer wieder sie zu sehen.

Als Off-Topic kann ich von dort noch die Gewöhnliche Ameisenjungfer (Myrmeleon formicarius) präsentieren, sehr hochgelegene Vorkommen einer in Osttirol wohl nicht so häufigen Art …

Viele Grüße
Oliver
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