Echinops sphaerocephalus

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Oliver Stöhr
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Echinops sphaerocephalus

Beitragvon Oliver Stöhr » Montag 26. Juli 2021, 21:03

Heute habe ich einen schönen Bestand von Echinops sphaerocephalus nur 10 Minuten von meiner Wohnung auf einer Schlagflur gefunden, was mich verwundert, denn diese Stelle besuche ich mehrmals pro Jahr in den letzten 10 Jahren und nie habe ich dort diese Art festgestellt!? Ich frage mich also, wie ein Bestand dieser Art so schnell entstehen kann - ist euch das bei dieser Art auch schon aufgefallen?
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Re: Echinops sphaerocephalus

Beitragvon Stefan Lefnaer » Montag 26. Juli 2021, 22:08

Die Art zeigt zumindest eine recht ruderale Tendenz.

Nebenbei: was ist das für eine Ruine die man im Hintergrund sieht?

Oliver Stöhr
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Re: Echinops sphaerocephalus

Beitragvon Oliver Stöhr » Dienstag 27. Juli 2021, 16:41

Das ist unsere Waldruine, die bei uns „Moarasch“ heißt - keine Burg sondern wohl nur ein ehem. Haus.
Echinops sphaerocephalus hat bei uns auch eine leicht ruderale Tendenz, oft findet man sie an etwas ruderalisierten Wald- und Gebüschrändern. Aber da die Art mehrjährig bzw. ausdauernd ist, verwundert die Individuenzahl dieses Bestand von einem Jahr auf das nächste schon.

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Re: Echinops sphaerocephalus

Beitragvon 2045 » Dienstag 27. Juli 2021, 18:23

Lieber Oliver!
Danke für den interessanten Beitrag. Zufälligerweise bin ich vor wenigen Tagen - am 23.07.2021 bei einer Exkursion (hauptsächlich Schmetterlingssuche aber auch Begutachtung von dort vorkommender Veronica spicata) auf einem Trockenrasen in der Nähe in der Gemeinde Wienerwald, NÖ ebenfalls "plötzlich" über ein Echinops sphaerocephalus Vorkommen "gestolpert". Habe mit meiner Frau diskutiert, ob wir das in den letzten Jahren immer übersehen haben oder ob die Art nun neu da ist.
Zu dieser Stelle gehe ich jedes Mal, wenn wir dort sind, weil man schön hinunterblicken kann und dort oft die Segelfalter gleiten.
Bisher ist mir dort noch nie Echinops sphaerocephalus aufgefallen. Und nun diese große Gruppe. In der näheren Umgebung dann auch noch weitere Einzelpflanzen entdeckt. Die Art ist ja auch im noch nicht blühenden Zustand in Knospenform, bzw. im verblühten Zustand recht auffällig. Die hätte ich auch bei früheren Besuchen zumindest als "Kugeldistel" identifizieren können.
Ich habe keine Ahnung, ob die Art im Quadrant 7963/1 bekannt ist.
Das einzige was sich dort aber geändert hat. Genau an der Stelle kommt eine Moto-Cross Strecke den Hügel herauf. Das einmal jährlich im Frühjahr stattfindende Rennen hat nun aufgrund von Corona schon 2 Jahre pausiert.
Eventuell das der Samen dort im Boden ist, voriges Jahr dann gekeimt hat und weil eben nicht darüber gefahren wurde heuer prächtig zur Blüte kommt.
LG Markus
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Oliver Stöhr
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Re: Echinops sphaerocephalus

Beitragvon Oliver Stöhr » Dienstag 27. Juli 2021, 19:12

Hallo Markus!
Das ist ja sehr spannend - und aufschlussreich, dass die Art auch andernorts plötzlich dem „Nichts“ ziemlich abundant auftaucht. Die Theorie mit den Samen scheint durchaus möglich.
Ich bin schon gespannt wie sich der Bestand bei uns hinkünftig entwickelt. Etliche mir bekannte Vorkommen sind nämlich nach kurzer Zeit wieder abnehmend bzw. sogar erloschen - mitunter ein Indiz dass die Art bei uns in Osttirol nicht heimisch sondern nur synanthrop auftritt.
Lg
Oliver

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Re: Echinops sphaerocephalus

Beitragvon kurt nadler » Donnerstag 29. Juli 2021, 23:02

im eigenen garten konnte ich sie die vergangenen jahre gut beobachten. es handelt sich um eine klassisch kurzlebige art, die am besten auf (stickstoffreichem, humosem) rohboden keimt. nach frühjahrskeimung entsteht im ersten jahr eine rosette, welche im 2. jahr blüht. meist folgen dann noch so 2 jahre mit mehrstämmigem wuchs, bevor der stock abstirbt. sehr ähnlicher zyklus wie alcea rosea, welche bei mir im "naturgartenbereich" mit ersterer bunte wildnisse macht.

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Re: Echinops sphaerocephalus

Beitragvon 2045 » Freitag 30. Juli 2021, 06:37

Lieber Kurt!

Danke für Deine weiteren Anmerkungen. Da wäre meine Vermutung beim Wienerwaldstandort eigentlich bestätigt. Keimung mit Rosettenbildung im Jahr 2020. diese konnten sich ungestört entwickeln. Dadurch das über diese Jungpflanzen auch nicht im Jahr 2021 mit den Motorrädern gefahren wurde, haben sich nun schöne blühende Exemplare entwickelt.

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Re: Echinops sphaerocephalus

Beitragvon Oliver Stöhr » Freitag 30. Juli 2021, 08:12

Dazu noch:
„ Die Kugeldistel ist eine mehrjährige Staude, die mindestens zwei, oft aber noch mehr Jahre bis zur Blüte benötigt und danach abstirbt. ... Die Samen sind auf Klettverbreitung ausgerichtet und keimen sehr leicht. ... Als kurzlebige Art ist Echinops sphaerocephalus auf eine regelmäßige generative Vermehrung angewiesen.“
(https://neobiota.bfn.de/handbuch/gefaes ... halus.html)
Lg
Oliver


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