Segetalflora 2020

Beispielsweise Lokalfloren, Taxonomie, Sippen- und Gebietsdiskussionen, Fachexkursionen
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Stefan Lefnaer
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Re: Segetalflora 2020

Beitragvon Stefan Lefnaer » Dienstag 28. Juli 2020, 22:16

Meine Friedhofs-Sideritis montana  VU  (siehe oben) fruchtet nun beinahe:

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Neu hinzugekommen auf den unbelegten Gräbern ist die schöne Nigella arvensis  EN :

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kurt nadler
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Re: Segetalflora 2020

Beitragvon kurt nadler » Donnerstag 30. Juli 2020, 22:52

erst einmal gesehen:
zeigte mir kollegin meiberger oder maiberger oder doch maiburger (ich glaub, sie ist derweil andersnamig verheiratet) vom (damals) distelverein in den endneunzigern des letzten jahrtausends am rand einer alten schottergrube in enzersdorf an der fischa.

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Stefan Lefnaer
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Re: Segetalflora 2020

Beitragvon Stefan Lefnaer » Donnerstag 6. August 2020, 21:42

Heute war ich bei Schrems am Rande des Wittingauer Beckens unterwegs. Dort herrscht ein subatlantischer Klimaeinfluß vor und dieser ermöglicht neben den total kalkfreien Böden das Auftreten von sonst in Österreich sehr seltenen Arten. Auf einem Stoppelacker zahlreich (vielleicht sogar für die Lämmer als Salat ausreichend) Arnoseris minima  EN :

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Etwas weiter an einem überfluteten Ackerrand neben Gnaphalium uliginosum, Juncus bufonius und Spergularia rubra auch Peplis portula  VU :

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Dann fand ich auch was ich gesucht hatte (Dank an Thomas Haberler für die Koordinaten; siehe auch diesen Beleg von Thomas Barta): Illecebrum verticillatum  CR . Dieses wunderschöne filigrane, sich am Boden dahinschlängelnde Nelkengewechs mit knorpelig verdickten Sepalen dürfte hier in Österreich einen seiner letzten, wenn nicht den letzten Wuchsort aufweisen!

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Re: Segetalflora 2020

Beitragvon kurt nadler » Freitag 7. August 2020, 00:28

hübsches blüml!

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Re: Segetalflora 2020

Beitragvon Stefan Lefnaer » Mittwoch 12. August 2020, 21:50

Nächst Schleinbach gibt es in Bachnähe einen Acker (heuer eine Brache), der in den letzten Jahren mehr und mehr vernässte. Vermutlich wurde der Acker früher drainagiert und die Rohre verstopfen sich nun zusehends und funktioniert nicht mehr. Also eine sehr erfreuliche Entwicklung für die Natur. In einer Nassgalle fand ich schon im Mai einen Bolboschoenus, den ich nun genauer angesehen habe und als Bolboschoenus laticarpus  VU ? bestimmen konnte. In Fischer et al. (2008) wird diese Art für Ufer von Bächen u. Flüssen, Niedermoorwiesen, Hochwasserrückhaltebecken und Fischteiche angegeben. Das passt durchaus, da sich dort früher ein großer Teich befand, der noch in den ersten beiden Landesaufnahmen eingezeichnet ist. Also wieder eine Teichart, deren Diasporen anscheinend sehr lange im Boden überdauern können. In Fischer et al. (2008) wird die Art zudem als "zstr bis slt" angegeben. Bisher habe ich sie im Weinviertel noch nie gesehen, nur B. maritimus s. str. (in einem Quadranten) und B. planiculmis (in fünf Quadranten) sowie ein noch nachzubestimmendes Vorkommen. Ich frage mich daher, ob die Art nicht seltener ist. Wie oft seht ihr sie?

Hier jedenfalls Fotos:

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Und noch die alles entscheidenden Nüsse:

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Nuss (Querschnitt)
ex = Exokarp
me = Mesokarp
en = Endokarp
s = Same

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Re: Segetalflora 2020

Beitragvon Stefan Lefnaer » Donnerstag 13. August 2020, 23:33

Heute zog es mich wieder ins nordwestliche Waldviertel. Ich war im wunderschönen Gratzener Ländchen bei Pyhrabruck unterwegs. Vorbei an pittoresken Bichln und Zeugnissen bäuerlicher Frömmigkeit...

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...dann in einem Stoppelacker wieder Arnoseris minima  EN :

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Auf einem anderen, etwas feuchten grusigen Stoppelacker am Waldrand eine freudige Überraschung:

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Fischer et al. (2008) gibt als Blühmonate für Teesdalia nudicaulis  EN  April-Mai an. Möglicherweise haben die Dürre im Frühling und Frühsommer und die Regenfälle danach eine zweite Blüte bewirkt. Und die Bauern wollen ja auch im August einen Senf auf ihre Würstel schmieren können. Etwas ausgewachsen wirken sie ja die Pflanzerl. Das kann aber auch am Habitat liegen: in einem Getreidefeld strecken sich die Beikräuter oft nach allen Seiten um ans Licht zu kommen. Vergesellschaftet war Teesdalia nudicaulis übrigens mit Aphanes australis  EN , eine weitere hübsche und nicht so häufige Art:

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Re: Segetalflora 2020

Beitragvon kurt nadler » Freitag 14. August 2020, 00:08

ich glaub, das erste ackerbeikrautprojekt - mehr um die blockheide zentriert - hatte harald rötzer (nun AVL). zuletzt war dort gabi bassler (BOKU) im rahmen des NÖ-artenschutzprojekts größerflächig unterwegs - eh teils mit deinen arten als zielarten. da wurde auch kartiert.
arnoseris ist erfreulicherweise in der gegend nicht ganz so selten, ich hatte sie jedenfalls zumindest bei unterlembach und in der roßbruck bei st. martin.

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Re: Segetalflora 2020

Beitragvon Stefan Lefnaer » Freitag 14. August 2020, 07:16

Stimmt, ich kann mich an ein Plakat bei einem Botanikertag erinnern und habe sogar ein Foto davon gefunden. Ich stellt das einmal hier ein, die Boku wird uns hoffentlich nicht verklagen:

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Die Teesdalia wurde bei Pyhrabruck (auf den Karten im Zipfel links in der Mitte) nicht kartiert und Arnoseris auch nicht. Seltsamerweise, da Aphanes australis dort schon kartiert wurde.

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Re: Segetalflora 2020

Beitragvon Jürgen Baldinger » Freitag 14. August 2020, 18:42

Sehr schöne Funde, Stefan.

Heute in Gallbrunn (nahe Bruck/Leitha) am Ackerrand zahlreich Euphorbia falcata (s. str.).
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euphorbia falcata s. str. gallbrunn_20200814_104533.jpg (1.86 MiB) 1079 mal betrachtet
Zwar nicht mehr segetal, aber weil auf der Brache gleich daneben, hänge ich noch diese beiden Arten an: ein großes Vorkommen von Foeniculum vulgare, Fenchel also, und auch Borago officinalis (Borretsch, als Gewürz übrigens aufgrund der enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide nur in Maßen verwenden), kommt dort noch einmal heraus.
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"(...) gib ihnen noch zwei südlichere Tage (...)"

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Re: Segetalflora 2020

Beitragvon Stefan Lefnaer » Freitag 4. September 2020, 21:01

Heute habe ich wieder den Acker (nunmehr mit Sonnenblumen) am Waldrand bei Schleinbach besucht, wo ich am 9. Mai Ranunculus arvensis fand (siehe hier). Nun gibt es zahlreich Gypsophila muralis, im Pann  VU . Ich habe die Art im Weinviertel bisher nur auf meist grasigen, sonnigen Waldwegen gesehen, noch nie in einem Acker.

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