Segetalflora 2020

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kurt nadler
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Re: Segetalflora 2020

Beitragvon kurt nadler » Dienstag 19. Mai 2020, 21:05

teil 2
am selben acker und dann auch am direkt angrenzenden feld (reseda-dominanz).
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Re: Segetalflora 2020

Beitragvon Stefan Lefnaer » Dienstag 19. Mai 2020, 21:47

Das oben auf den Bildern ist Camelina microcarpa. Neslia paniculata hat runde Früchte, nicht birnförmige:

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Re: Segetalflora 2020

Beitragvon Norbert Sauberer » Mittwoch 20. Mai 2020, 05:16

Ich würde eher sagen, die pseudo-Neslia vom Kurt ist Camelina sativa! Die Früchte sind sehr breit und stehen gemeinsam mit dem eingesäten Trifolium incarnatum. Camelina sativa ist "standardmäßig" in den Lagerhaus-"Biodiversitäts"mischungen enthalten!

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Re: Segetalflora 2020

Beitragvon Stefan Lefnaer » Mittwoch 20. Mai 2020, 06:15

Das kann auch gut sein, auf den Bildern ist das etwas schwer zu unterscheiden. Auch der gefülltblütige Cyanus segetum könnte aus einer solchen Mischung stammen.

kurt nadler
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Re: Segetalflora 2020

Beitragvon kurt nadler » Mittwoch 20. Mai 2020, 08:04

camelina sativa muss ich ausschließen, deren habitus ist völlig anders. dass ich sie über die frühlingsmonate beinah täglich sehe, entbindet mich nicht von einer allfälligen täuschung, doch bin ich mir sicher, sie vor ca. 2 jahren richtig bestimmt zu haben.

nachtrag von gestern abend: abgesandt, aber nie im forum angekommen - wahrscheinlich hab ich nur vorschau gedrückt statt absenden.: den text hierzu kann ich nimmer reproduzieren, nur dass auch andre neslia mit länglichen früchten posten, aber das soll nix heißen.

nachtrag vom 21.5., damit man die vorige aussage versteht: zweimal habe ich einen screenshot von irgendendeiner botanikseite hochgeladen, ist aber wieder nicht hier angekommen. ist aber eh recht so, damit nicht die verwirrung um camelina und neslia prolongiert wird.
Zuletzt geändert von kurt nadler am Donnerstag 21. Mai 2020, 22:22, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Segetalflora 2020

Beitragvon Norbert Sauberer » Mittwoch 20. Mai 2020, 08:20

Bei einjährigen Arten spielt der Habitus keine übergeordnete Rolle. Je nach Wasserversorgung können sie äußerst unterschiedlich aussehen. Ich bleibe dabei, die Frucht kommt mir viel zu breit vor für Camelina microcarpa!

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Re: Segetalflora 2020

Beitragvon kurt nadler » Mittwoch 20. Mai 2020, 14:12

Danke insbesondere an Stefan für die zum Glück immer erfolgenden kritischen Blicke auf die Beiträge.
Ad Norbert: Hast recht mit dem Habitus. Insbesondere hab ich mein Suchbild vom April mit noch durchgehenden Grundblattrosetten und wenig bis fehlender Stängelverzweigung geprägt. Vielleicht nimmt dann auch noch die vergangene Dürre einen gewissen Einfluss...
Ich glaub, ich muss aber aufhören, zwischen Camelina sativa und microcarpa nur durch die Fruchtgrößen zu differenzieren, zumal sich da ja noch Unterarten einmischen. Für die vorliegende Sippe gebe ich keine Diagnose ab. Ein paar Merkmale, die man v.a. in anderen Fotos gut sieht, sind oben in der neu erfolgten Korrektur angegeben.

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Re: Segetalflora 2020

Beitragvon Stefan Lefnaer » Donnerstag 21. Mai 2020, 21:00

Alopecurus myosuroides, in Fischer et al. 2008 noch als "selten" angegeben, breitet sich aus meiner Sicht immer mehr aus und ist keineswegs mehr selten. Heute bei Ladendorf (Bezirk Mistelbach) an einem Ackerrand:

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kurt nadler
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Re: Segetalflora 2020

Beitragvon kurt nadler » Donnerstag 21. Mai 2020, 22:19

alo. myo. war in den mittleren 2000er jahren in den äckern im oberen mühlviertel durchaus "gewöhnlich". dort haben wir ihn kennengelernt.

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Re: Segetalflora 2020

Beitragvon Stefan Lefnaer » Freitag 22. Mai 2020, 22:39

Heute war ich nächst Großriedenthal (Bez. Tulln) unterwegs. Am Ende der Exkursion stieß ich dann noch auf eine interessante Ackerbrache über "kalkhältiger Lockersediment-Braunerde aus Löß" mit nicht sehr gut gedeihender Medicago sativa s. lat.:

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Ich vermute, dass Cyanus segetum, Papaver rhoeas und Raphanus raphanistrum (subsp. raphanistrum) eingesät waren. Allerdings kamen die Arten auch rundherum regelmäßig vor, also vielleicht handelt es sich auch um spontane Vorkommen. Sicher nicht angesät war Scleranthus annuus (s. str.), das im oberen Bereich des Ackers dichte niedrige Bestände bildete:

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Im unteren Teil war hingegen Erucastrum gallicum verbreitet (interessanterweise fand ich auf trockenen Böschungen und Halbtrockenrasen in der Nähe Erucastrum nasturtiifolium (s. str.) vor; beide Arten sind ja bei uns nicht so häufig):

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Über den Acker verteilt fand ich immer wieder eine mediterrane Caryophyllacee mit schicken, dicken Früchten: Silene conoidea. Sie erinnert bereits am ersten Blick an unsere Silene conica, nur ist sie kräftiger und klebt extrem und nicht zur Freude der Insekten, für die sie einen natürlichen und tödlichen Fliegenfänger abgibt. Ich nehme an die Art wurde nicht absichtlich ausgebracht sondern war als Verunreinigung im Saatgut enthalten. Vielleicht kann sie sich aufgrund der milden Winter und heißen Sommer nun länger halten und mehrere Jahre bestehen.

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Zum Schluss dann noch recht zahlreich Adonis flammea  CR . A. aestivalis konnte ich dort in der Gegend interessanterweise den ganzen Tag nicht vorfinden.

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