Segetalflora 2020

Beispielsweise Lokalfloren, Taxonomie, Sippen- und Gebietsdiskussionen, Fachexkursionen
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Stefan Lefnaer
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Re: Segetalflora 2020

Beitragvon Stefan Lefnaer » Mittwoch 3. Juni 2020, 21:29

Und wieder konnte unser glorreiches Heimatland einen "Spitzenplatz" in Europa einnehmen...

https://orf.at/stories/3168162/

kurt nadler
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Re: Segetalflora 2020

Beitragvon kurt nadler » Mittwoch 3. Juni 2020, 23:25

danke für die wichtige info, die die sonstigen berichte und beteuerungen ins richtige licht rückt.

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Stefan Lefnaer
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Re: Segetalflora 2020

Beitragvon Stefan Lefnaer » Freitag 5. Juni 2020, 12:28


kurt nadler
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Re: Segetalflora 2020

Beitragvon kurt nadler » Freitag 5. Juni 2020, 17:15

Nun wieder zurück zur "hundsordinären" Segetalflur aus Auerbach bei Hirschbach bei Freistadt, diesmal vom 2.6.2020. Es bestätigt sich Hermanns Aussage aus dem oberen Mühlviertel quasi auch fürs untere: Foto 3 zeigt ein für mich überraschendes Überwiegen von Matricaria chamomilla über Anthemis arvensis (die aber mühlviertelweit die beiweitem häufigere Art sein sollte) in diesem Getreidefeld. Foto 2 vom selben Acker weiter oben unter trockeneren Verhältnissen (Cyanus segetum). Letztere gedeiht auch als Sommerannuelle in Mais, zusammen mit Spergula arvensis , Anthemis arvensis, Geranium pusillum, Fallopia convolvulus und viel Capsella bursa-pastoris.
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Re: Segetalflora 2020

Beitragvon Stefan Lefnaer » Freitag 5. Juni 2020, 21:26

Heute habe ich wieder meine Ersatz-Segetalhabiate auf einem Floridsdorfer Friedhof besucht. Es wurden dort anscheinend kürzlich einige Gräber geräumt, deren Benützungsrecht abgelaufen war. Auf den offenen Böden hat sich eine wunderbare Vegetation mit vorwiegend Segetalarten aufgebildet. Sisymbrium orientale ist übrigens in Floridsdorf selten und erst weiter draußen, bei den Alten Schanzen, häufig zu finden.

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Auf einigen grasigen Gräbern fand ich hingegen eine weitere Segetalart: Geranium dissectum. Laut Adler & Mrkvicka 2003 ist die Art in Wien selten und für Wien nördlich der Donau noch nicht angegeben. Im JACQ findet sich allerdings bereits ein Beleg von 1989 aus der Lobau (Rohrwandwiese). Ich habe keine Ahnung, warum der in der Wien-Flora nicht berücksichtigt wurde.

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Re: Segetalflora 2020

Beitragvon Jürgen Baldinger » Samstag 6. Juni 2020, 06:38

Zu den Pestizide-Artikeln oben siehe auch hier.
"(...) gib ihnen noch zwei südlichere Tage (...)"

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Hermann Falkner
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Re: Segetalflora 2020

Beitragvon Hermann Falkner » Samstag 6. Juni 2020, 06:46

kurt nadler hat geschrieben:Nun wieder zurück zur "hundsordinären" Segetalflur aus Auerbach bei Hirschbach bei Freistadt, diesmal vom 2.6.2020.

Schöne Segetalfluren fürs Mühlviertel!
Ich weiss, in der Freistädter Gegend und auch im Böhmerwald oben, also den extremen Ungunstlagen, ist es viel schöner als im südwestlichen Mühlviertel, wo intensive Silowirtschaft und "mehr Gift" im Acker üblich ist.

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Re: Segetalflora 2020

Beitragvon Hermann Falkner » Samstag 6. Juni 2020, 06:50

Jürgen Baldinger hat geschrieben:Zu den Pestizide-Artikeln oben siehe auch hier.

Dass Biolandwirtschaft mit "Pflanzenschutzmitteln" (so im ORF-Artikel) erlaubt ist, das ist für mich jetzt schon sehr überraschend ...

kurt nadler
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Re: Segetalflora 2020

Beitragvon kurt nadler » Samstag 6. Juni 2020, 08:14

wiederum sehr interessant:
zeigt einerseits, dass die industrielle biowirtschaft (großbetriebe) weiter boomt und sich intensiviert, andererseits, dass die biovorschriften, die in den letzten jahrzehnten ja wenigstens bereichsweise immer wieder gelockert wurden, zunehmend zu einem grünwaschen führen.
schon während unserer beruflichen tätigkeit im bereich agrarökologie bis mitte der 2000er jahre zeichnete sich ab, dass ö. langsam eine dritte schiene nach konventionell und bio braucht, nämlich "wirklich bio".
interessant auch das co2, von dessen pflanzenschutzmittelfunktion noch nie gehört hatte:
wird das mit strom- oder dieselkraft der atmosphäre entzogen und beim lüften von (menschlich nicht betretbaren) lagerräumlichkeiten wieder rausgelassen? oder aus nachwachsenden oder fossilen quellen?

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Re: Segetalflora 2020

Beitragvon Stefan Lefnaer » Samstag 6. Juni 2020, 20:19

Heute war ich mit drei anderen BotanikerInnen im Weinviertel bei Poysdorf unterwegs. Ganz zum Schluß -- es ist tatsächlich der letzte Eintrag meiner Kartierliste! -- fand ich dann, ex aequo mit Ursula Aigner, die genauso begeistert nach seltenen Segetalarten sucht, auf einer Brache neben einem Acker Dinacrusa hirsuta. Gegenüber meinem Erstfund im Weinviertel handelt es sich um mehr Pflanzen, rund ein Dutzend, und diese sind zudem viel größer. Manche niederliegend und fast riesig. Warum diese Art nun plötzlich zum Vorschein kommt, ob sie schon lange im Weinviertel da war, eingeschleppt wurde, durch den Klimawandel gefördert wird usw., kann ich nicht sagen. Aber sie sieht jedenfalls sehr hübsch aus! Und ich hoffe, dass sie dableibt.

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