Neues von der Flora entlang der Marchegger Ostbahn

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Jürgen Baldinger
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Neues von der Flora entlang der Marchegger Ostbahn

Beitragvon Jürgen Baldinger » Mittwoch 17. Juni 2020, 13:49

Die Bauarbeiten an der Marchegger Ostbahn (Ausbau, Elektrifizierung) schreiten voran. Der Himantoglossum adriaticum-Fundpunkt beim Bhf Siebenbrunn-Leopoldsdorf ist damit passé.
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Dafür habe ich am anderen Ende der Station Verbascum blattaria entdeckt.
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Zwei Haltestellen weiter östlich, in Lassee, sieht es aufgrund des Ausbaus für die dort zahlreichen, trassenbegleitenden Marrubium peregrinum-Bestände ebenfalls düster aus. Immerhin habe ich diese Andort-Art auch in einem schiachen Robinienforst auf der anderen Straßenseite ausgemacht.
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Zwischen den beiden Stationen liegt Untersiebenbrunn, das öffentlich derzeit nur umständlich zu erreichen ist. Die Trasse ist hier vorübergehend eingleisig.
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Dort finden sich auf ganz jungen Schotterflächen beim provisorischen Bhf Consolida ajacis
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und Bupleurum rotundifolium. Dass ich das im Marchfeld noch erleben darf...
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Standort
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Von Bupleurum rotundifolium gab es noch ein zweites Exemplar (grüner Kreis), von Consolida ajacis (violettes Oval) einige.
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Bei den Kieswerken am Ortsrand habe ich auf einem Erdhaufen Yucca filamentosa gefunden. Die nächsten kultivierten Bestände im Ort sind etwa 200 m entfernt.
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Consolida hispanica ist allgegenwärtig und fügt sich in die Ruderalvegetation gut ein.
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Crepis setosa
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Crepis pulchra 1 Ex.
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Medicago minima wirklich überall und in Massenbeständen in allen heute besuchten Orten
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Bei den Gnaphalieae kenne ich mich noch nicht so gut aus: Ist das Filago arvensis? Davon bin ich auf zwei Exemplare gestoßen.
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Vulpia myuros in Massenbestand
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auch dort Marrubium peregrinum
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Stefan Lefnaer
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Re: Neues von der Flora entlang der Marchegger Ostbahn

Beitragvon Stefan Lefnaer » Mittwoch 17. Juni 2020, 15:20

Schöne Funde! Ja, das halte ich auch für Filago arvensis.

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Jürgen Baldinger
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Re: Neues von der Flora entlang der Marchegger Ostbahn

Beitragvon Jürgen Baldinger » Mittwoch 17. Juni 2020, 15:27

Danke.
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Re: Neues von der Flora entlang der Marchegger Ostbahn

Beitragvon Jürgen Baldinger » Donnerstag 18. Juni 2020, 07:13

Janchen schreibt ja über nö. Vorkommen von Marrubium peregrinum im Donautal westlich bis Kirchberg am Wagram und über solche im Thayatal bis nach Raabs. Findest Du sie in Deinen Weinviertler Quadranten?

Dann lege ich die Filago-Art als arvensis ab?

Das neue Unterforum zu "Konkreten Themen" finde ich nett, aber andererseits weiß ich nun nicht, wohin Themen wie dieser gehören. Sind das bereits "Interessante Funde" oder braucht es dazu noch ein Äuzerl mehr?
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Re: Neues von der Flora entlang der Marchegger Ostbahn

Beitragvon Stefan Lefnaer » Donnerstag 18. Juni 2020, 07:34

Marrubium peregrinum kenne ich in meinem Bearbeitungsgebiet nur von der Staatzer Klippe.

Crepis pulchra und Bupleurum rotundifolium halte ich auf jeden Fall für interessante Funde. Unter "Konkrete Botanische Themen" würde es v.a. dann passen, wenn du vorhast später weitere Beiträge zur Marchegger Ostbahn dranzuhängen, bspw. die anderen Bahnhöfe auch zu bearbeiten.

Peter Pilsl
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Re: Neues von der Flora entlang der Marchegger Ostbahn

Beitragvon Peter Pilsl » Donnerstag 18. Juni 2020, 08:40

Noch eine ganz andere Frage: In dem Getreidefeld beim Bild von Consolida hispanica sind recht regelmäßige netzartige Strukturen zu sehen. Hat da wer eine Ahnung woher die kommen?
Peter Pilsl
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Re: Neues von der Flora entlang der Marchegger Ostbahn

Beitragvon Jürgen Baldinger » Donnerstag 18. Juni 2020, 11:44

Traurig und interessant, dass Marrubium vulgare offenbar so stark abgenommen hat. Janchen nannte sie ja "in niederen Lagen ziemlich verbreitet". Heutzutage findet man sie kaum mehr und MAF geht von ihrem Erlöschen im Gebiet aus, wie er vor einigen Jahren sagte. Dabei dürfte sie im Mittelmeerraum relativ häufig sein. Scheint (noch?) nicht von der Klimaerwärmung zu profitieren. – Zu den netzartigen Strukturen kann ich nichts sagen.
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Re: Neues von der Flora entlang der Marchegger Ostbahn

Beitragvon Jürgen Baldinger » Samstag 3. April 2021, 16:08

Die Arbeiten an der neuen Marchegger Ostbahn schreiten schnell voran, zwischen Glinzendorf und Leopoldsdorf sind nun zahlreiche Versickerungsbecken entlang der Strecke angelegt, noch ohne Vegetation; westlich von Leopoldsdorf blieb an der alten Trasse der ehemaligen Lokalbahn Siebenbrunn–Engelhartstetten kein Baum neben dem anderen, um es so zu sagen. Immerhin schaffen es dort noch ein paar Veilchen zu gedeihen, Viola cf. ambigua.
viola ambigua aufgelassene trasse lokalbahn siebenbrunn–engelhartstetten W leopoldsdorf marchfeld_20210403_110949.jpg
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viola ambigua aufgelassene trasse lokalbahn siebenbrunn–engelhartstetten W leopoldsdorf marchfeld_20210403_110949.jpg (1.47 MiB) 174 mal betrachtet
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Re: Neues von der Flora entlang der Marchegger Ostbahn

Beitragvon Stefan Lefnaer » Samstag 3. April 2021, 17:52

Bist du dir mit V. ambigua sicher? Die Haare an den Laubblattstielen sehen zumindest am Foto länger als 0,2 mm aus. D.h. wie bei V. hirta.

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Re: Neues von der Flora entlang der Marchegger Ostbahn

Beitragvon Jürgen Baldinger » Samstag 3. April 2021, 20:36

Wegen der gestutzten Spreiten und der etwas geflügelten Laubblattstiele wär's gewesen. Wenn die Sommer-Laubblätter ebenfalls so aussehen, wär's fix ambigua, nicht? Ich schaue in ein paar Wochen wieder hin.
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