Hochleithenwald bei Wolkersdorf im Weinviertel

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Hermann Falkner
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Re: Hochleithenwald bei Wolkersdorf im Weinviertel

Beitragvon Hermann Falkner » Montag 5. Juli 2021, 16:21

Danke für die Ergänzung, Stefan - mein Fund ist (wieder) aus 7665/1, wie alle bisher in diesem Thread gezeigten, schliesst also direkt an deine Quadranten an, fehlt aber lt RL-Karte von Christian Gilli noch für diesen Quadranten (auch hier sicherlich unterkartiert, wobei die Mahd im Frühsommer für diese Art sicher ungünstig ist).

kurt nadler
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Re: Hochleithenwald bei Wolkersdorf im Weinviertel

Beitragvon kurt nadler » Montag 5. Juli 2021, 22:42

verbal bin ich beim hermann; ein paar quadranten, wo sie vereinzelt vorkommt, bezeichne ich trotzdem auch als selten. abseits von vereinzelt in breitenbrunn finden wir die art nicht einmal jedes jahr. ab und zu bleiben wir an einem straßenrand stehen, und es ist immer wieder scorodoprasum, auch bei dichten blütenköpfen mit brutzwiebelkopf im innern.
weinviertel scheint so wie vielleicht bei anemone sylvestris ein verbreitungszentrum zu sein, dort fand ich sie früher da und dort.

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Pablito
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Re: Hochleithenwald bei Wolkersdorf im Weinviertel

Beitragvon Pablito » Dienstag 6. Juli 2021, 07:38

Ein Käfer aus der Familie der Rüsselkäfer.
LG Reini BR

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Hermann Falkner
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Re: Hochleithenwald bei Wolkersdorf im Weinviertel

Beitragvon Hermann Falkner » Dienstag 6. Juli 2021, 12:38

Danke!

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Hermann Falkner
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Re: Hochleithenwald bei Wolkersdorf im Weinviertel

Beitragvon Hermann Falkner » Sonntag 8. August 2021, 21:53

Gestern hab ich mir den Hochleithenwald im hochsommerlichen Aspekt angesehen - ohne grosse Erwartungen, schliesslich ist das eher eine blütenarme Zeit.
Diesmal im südöstlichen Teil: Quadranten 7565/4 (Mitterberg & nördlich) bzw. 7665/2 (südlich vom Mitterberg) zwischen Gross-Schweinbarth und Auersthal; eingestiegen bin ich über Auersthal und 's Biri - der Weinberg östlich von Auersthal (eine Tafel mit eingezeichneten Weinberg-Rieden findet man beim Aufstieg nordwestlich vom Sportplatz), entlang des eingezäunten Teils, der beim Biri schon direkt an der Waldgrenze beginnt, bin ich dann quer durch Richtung Gross-Schweinbarth gegangen.

Das Biri ist übrigens ein halbwegs schöner Weinberg, botanische Seltenheiten sind mir aber keine untergekommen; landschaftlich ist das Gebiet aber sehr reizend, ebenso übrigens auch die Gross-Schweinbarther Seite. Von Gross-Schweinbarth her kommend (dort gibt es eine grössere Kolonie) durchstreifen übrigens Bienenfresser diesen Teil des Hochleithenwaldes; der Waldzipfel zwischen Biri (ist in der ÖK = AMAP eingezeichnet) und Königsbergen ist frei zugänglich, der Teil westlich davon eingezäunt.
Hier (und somit wohl auch anderswo!) gibt es übrigens Überstiege für Fussgänger - ob für Jäger und/oder Förster gemacht oder auf Druck der Umlandgemeinden für Wanderer (es hat ja heftige Beschwerden über die Schliessung der Tore gegeben, seitens der lokalen Bevölkerung - wie oben berichtet), kann ich nicht sagen - aber ich werde sicherlich mal den Überstieg wagen (diesmal nicht ;-).

"'s Biri" heisst übrigens sicherlich "der Berg" oder vielleicht "das Gebirge" (in meinem muttersprachlichen Dialekt ist "Beri" schlicht der "Berg"), eher ersteres, gefühlsmässig.
Von dort Sclerochloa dura, das im Weinviertel ja weit verbreitet ist, wenn man nach Polygonum aviculare sucht, dann wird man meist recht schnell fündig.
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Hier einer der erwähnten Überstiege - ich hab 2 gesehen, beide waren ziemlich neu:
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Wiederum Lavatera thuringiaca - wiederum recht spärlich, aber vorhanden und noch schön blühend:
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Stachys germanica auch hier gar nicht so spärlich vorhanden, aber natürlich längst verblüht; Hesperis sylvestris hätte mir auch fruchtend auffallen können, kann man aber sicherlich auch übersehen und es ist viel gemäht worden - ich kann also nicht sagen, ob die Art auch hier im östlichen Teil vorkommt.

Gleich zu Beginn wird der oben zitierte Förster Lügen gestraft: nördlich vom Biri gibt es einen grösseren Eschenwald (wohl ausschliesslich Fraxinus excelsior), wobei ein guter Teil davon geschlägert worden ist, man hat aber reichlich Eschen als Übersteher stehengelassen, sowie einige Eichen (hier dominiert wohl Quercus cerris); es gibt auch reichlich Eschen-Naturverjüngung, die Eschen tun sich allenfallls schwer, gegen den Götterbaum anzukommen - zumindest oberflächlich scheint die "Eschenwelt" hier also noch einigermassen in Ordnung zu sein. Man wird aber wohl schon davon ausgehen können, dass unter den geschlägerten Eschen wohl auch viele vom Eschensterben geschädigte dabeiwaren - am nördlichen, Gross-Scheinbarth-seitigen Waldeingang warnt auch die Traun'sche Forstverwaltung vor umstürzenden Eschen (Förster sind immer findig, Gründe anzuführen, warum Wanderer ihren Wald nicht betreten sollen ;-).
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Artemisia absinthium blüht noch nicht, man findet die Art hier reichlich an Wegrändern und sogar auf Schlagfluren, wo sie mit Ailanthus altissima und Erigeron annus s. lat. konkurriert, sowie mit der massenhaft auftretenden Ambrosia artemisiifolia; Solidago gigantea subsp. serotina ist die hier vorherrschende Goldrutenart (ich hab zumindest keine S. canadensis gesehen), sie spielt hier aber nur eine recht untergeordnete Rolle.
Auf einer riesigen Schlagfläche besetzt der Echte Wermuth aber jedenfalls auch viele der Lücken zwischen den gepflanzten Bäumen: Kirschen (sicherlich Prunus avium), und leider auch Pseudotsuga menziesii - Kirschholz ist ein begehrtes Tischlerholz; mit der Douglasie hat sich die mitteleuropäische Holzindustrie dagegen noch nicht so richtig angefreundet, hat mir mal ein Tischler aus meiner Verwandtschaft erzählt, nichtsdestotrotz: sie wird unvermindert weiter forciert, leider auch an den denkbar unpassendsten Standorten wie hier (wobei, unpassend sind auch die Hochlagen von Mühl- und Waldviertel ...).
Diese Parzelle ist riesig, ich schätze mal 1-2 Hektar gross, Verhältnis Douglasie zu Kirsche mind. 9:1 (wenn nicht noch stärker zur Douglasie geneigt): diese Parzelle ist für die nächsten 80-100 Jahre aus botanischer Sicht sozusagen "desertifiziert" ...:
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Artemisia absinthium:
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Im Hintergund wieder A. absinthium gut erkennbar:
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Prunus avium (gepflanzt; näher bin ich nicht herangekommen, der Zaun hat stromführend ausgesehen, und selbst wenn ohne Strom, da wär ich nicht drüberestiegen):
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Asclepias syriaca ist im östlichen Weinviertel & im Marchfeld inzwischen ja schon relativ weit verbreitet, auch hier im Hochleithenwald dringt die Art schon ein - hier auf derselben Schlagfläche, der Douglasien-Plantage:
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Es hätte sicherlich noch mehr zu entdecken gegeben, die schwüle Luft und die Gelsen (trotz Gelsenspray habe ich einiges an Stichen abgefangen) haben mich dann aber doch in die Weinberge auf der Gross-Schweinbarther Seite "hinausgetrieben"; ich beschliesse hier also mit ganz gewöhnlicher Campanula persicifolia & Clematis vitalba; gesehen hab ich übrigens auch einige Russische Bären, Euplagia quadripunctaria - auf ihrer Lieblingspflanze, dem Wasserdost:
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