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Re: Viola-Workshop - kritische Arten unterscheiden, Hybrid-Problematik

Verfasst: Montag 30. März 2020, 13:43
von kurt nadler
viola hirta im hof breitenbrunn ortskern:
es handelt sich hierbei immer um dieselben individuen. auch abgesehen von den fotos gibt es in diesem sehr beschatteten bestand massive farbänderungen: phänologisch späte bilder zeigen eher typische lila färbungen, frühe sehr violettblaue.
hirta zieht im regelfall über den winter gänzlich ein: ein foto mit kleiner ausnahme.
hirta kreuzt sich - wie bereits andernorts erwähnt - in diesem vorkommen nicht mit dem sonst vorhandenen sippenschwarm odorata bis suavis, durchmischt mit weißen (siehe andernorts) - befunde 2019 und 2020; für 2017 (foto dscn1987) lässt sich dies nicht kategorisch ausschließen.

Re: Viola-Workshop - kritische Arten unterscheiden, Hybrid-Problematik

Verfasst: Mittwoch 1. April 2020, 20:30
von Oliver Stöhr
Diese Fotos zeigen durchwegs sehr "flächigen" Bewuchs, sind da sicher keine Ausläufer vorhanden? Auch die Blätter wirken sehr mastig ...
LG
Oliver

Re: Viola-Workshop - kritische Arten unterscheiden, Hybrid-Problematik

Verfasst: Mittwoch 1. April 2020, 23:37
von kurt nadler
... nicht flächiger und mastiger als bei andren mir bekannten hirtas. aber danke für die warnung: ich werde vorsichtig bleiben, obwohl ich bei verschiedenen bestimmungen über die jahre immer wieder auf hirta kam. (aber ich musste ja schon das eine oder andere veilchen revidieren.)
wenn es sich um einen hybrid handeln würde, wäre er alles andere als intermediär mit anderen, und er ist jedenfalls stabil und selbstvermehrend. wie alle veilchen im breitenbrunner hof breitet sich diese sippe zusehends aus.
herzliche grüße
k

Re: Viola-Workshop - kritische Arten unterscheiden, Hybrid-Problematik

Verfasst: Samstag 4. April 2020, 23:22
von kurt nadler
in der hoffnung, dass folgendes nicht redundant ist:
"viola odorata ohne ausläufer" oder wie kann man odorata ohne (oberirdische) ausläufer bestimmen?
nach prüfung etlicher (ostpannonischer) viola odorata-vorkommen (ohne grabungen!):
etliche blühende individuen weisen (noch) keine (oberirdischen) ausläufer auf!
1.) man schaue auf die blütenfarbe: klassisches veilchenviolett (meistens)
2.) riechen wunderbar
3.) vorblätter um die stängelmitte
4.) +- deutlich breite nebenblätter in der rosette
5.) locker verteilter bestandswuchs, meist keine horste oder dichte runde geschlossene rasen
6.) meistens findet man im umkreis dann doch die ersehnten langen ausläufer
7.) im vergleich mit suavis sind die stängel tendenziell haariger, die blüten etwas kleiner und die blätter etwas rundlicher, (laut gudula ist der kelch bei odorata haariger als bei suavis - geprüft allerdings nur bei einer population in prellenkirchen)

Re: Viola-Workshop - kritische Arten unterscheiden, Hybrid-Problematik

Verfasst: Sonntag 24. Mai 2020, 08:31
von kurt nadler
viola - aktueller phänologisch-morphologischer stand vom 23.5.2020 im nsg spitzerberg (hainburger berge).
probetransekt südflanke östlich der mitte des bergs rauf:

* verbuschter halbtrockenrasen: nur viola ambigua (strahlt nur sehr wenig auf unterliegende halbtrockenrasenartige weingartenbrachen und ähnliches aus)
* saumzone am bergrücken: viola hirta (dringt auch in den kamm- oder "schatt"-oberhangwald ein)
* flaumeichen-eschenmischwald am bergrücken: viola cf. suavis (am waldrand)

bei den ersten zwei arten handelt es sich um eindeutige, nicht hybridisierte exemplare mit typischen spezifischen merkmalsausprägungen. bei der dritten art kann allfälliger hybrideinfluss nicht kategorisch ausgeschlossen werden.
man beachte die blattschnitt- und behaarungsmerkmale.

Re: Viola-Workshop - kritische Arten unterscheiden, Hybrid-Problematik

Verfasst: Mittwoch 7. April 2021, 08:07
von kurt nadler
hier ein link ins jahr 2021:
viewtopic.php?f=38&t=2138&start=20#p16091

Re: Viola-Workshop - kritische Arten unterscheiden, Hybrid-Problematik

Verfasst: Donnerstag 15. April 2021, 20:22
von kurt nadler
also gemmas auch hier wieder an:
gestern musste ich zum forschen von breitenbrunn aufs "hoadl" rauf (am gebirgskamm oben).
hab das als veilchentransekt genutzt und zeig euch hier die ergebnisse getrennt nach wald und wiese (weithin isoliert oben am berg).
die dorffveilchenflora hab ich euch ja schon voriges jahr angedeutet, wobei ich - wie bereits andernorts erwähnt - die albas und deren hybriden bis jetzt nicht aufgearbeitet habe (in der dorf-flora breitenbrunn sind auch ein paar einfache funde).

ich fang einmal mit der wiese an: es handelt sich um eine saure "submontane" mager-, punktuell auch fettwiese, aufgrund der exposition und höhenlage ziemlich wenig pannonisch geprägt, auf reinem schiefersubstrat mit geringmächtiger braunerdeauflage:
veilchen sind hier selten und kommen in dieser isolierten kulturlandinsel nur randlich vor:
ich konnte ein einziges rupestris finden (passt eigentlich nicht so optimal her), typisch sind nur canina und hirta, die auch tw. vermengt vorkommen (na ja, eine saure und eine basische, aber das gibts auch in der sonstigen flora). von der gehölzumrahmung strahlt alba punktuell ein. in den wäldern herum gäbs - als kreuzungsparntner - riviniana.
im mühlviertel und in den sauren gebirgen wars ja mit canina immer leicht. im pannon hats mir einiges an anstrengung gekostet, die merkmalskombi einigermaßen zu durchdringen.
einiges vom bei kaltem, sehr windigem schauerwetter fotografierten schaut "gekreuzt" aus. ich bin gespannt, wo ihr mit der erwünschten konstruktiven kritik ansetzt. da die stängelveilchen einander doch ziemlich ähnlich sind, ist da einiges an interpretationsspielraum offen.

am weitesten war die blüte bei alba fortgeschritten.

wiese teil 1

Re: Viola-Workshop - kritische Arten unterscheiden, Hybrid-Problematik

Verfasst: Donnerstag 15. April 2021, 20:24
von kurt nadler
wiese teil 2

Re: Viola-Workshop - kritische Arten unterscheiden, Hybrid-Problematik

Verfasst: Donnerstag 15. April 2021, 20:28
von kurt nadler
wiese teil 3
nochmals der hinweis, dass die hybridvermutungen spekulativ sind und auf dem reservoir der lokalität basieren.
bin gespannt, was hermann, oliver & co. sagen!

Re: Viola-Workshop - kritische Arten unterscheiden, Hybrid-Problematik

Verfasst: Donnerstag 15. April 2021, 20:31
von kurt nadler
nun der wald des leithabergs
im teil 1 der anstieg bis zum hoadl rauf.