Trifolium spadiceum?

= Blütenpflanzen; Bestimmungsfragen
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Jonas
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Trifolium spadiceum?

Beitragvon Jonas » Mittwoch 13. Januar 2021, 17:23

Liebes Forum

Ist dies Trifolium spadiceum? Gefunden in einem Kalk-Flachmoor nahe der Ibergeregg in der Schweiz. Da diese Art von dort bislang nicht bekannt ist und ich Sie noch nie gefunden habe, möchte ich mich gerne wieder absichern lassen. Ist die Bestimmung korrekt?

Beste Grüsse
Jonas
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kurt nadler
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Re: Trifolium spadiceum?

Beitragvon kurt nadler » Mittwoch 13. Januar 2021, 22:57

ja, ist es. (auch wenn ich mich sonst lieber vor schweizer diagnosen hüten sollte . ist doch weit weg, und manches kann dann anders sein, als man es aus östlicher sicht glauben würde.)

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Jonas
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Re: Trifolium spadiceum?

Beitragvon Jonas » Mittwoch 13. Januar 2021, 23:32

Hallo Kurt

Super, das freut mich. Ein bisschen verwirrt war ich eben auch, da dieses Gebiet eigentlich als botanisch gut erforscht gilt und die Pflanzen direkt am Wegesrand wuchsen... konnte kaum glauben, dass man die dort bislang übersehen hatte. Aber die Merkmale scheinen ja doch recht eindeutig zu sein. Danke für deine Bestätigung :-)

Beste Grüsse
Jonas
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kurt nadler
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Re: Trifolium spadiceum?

Beitragvon kurt nadler » Mittwoch 13. Januar 2021, 23:40

bei uns wären mir alternativ nur t. aureum - der nach dem abblühen gelb(er) bleibt - und t. badium - der breitere köpfe aufweist - bekannt. spadiceum dunkelt ziemlich stark und bleibt im kopf eher schmal-länglich. beide anderen ja auch nicht gerade niedermoorpflanzen.

Peter Pilsl
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Re: Trifolium spadiceum?

Beitragvon Peter Pilsl » Donnerstag 14. Januar 2021, 09:06

Hallo Jonas,
Ich denke, dass das doch T. badium ist. Die Köpfchen sind abgeblüht doch eher kurz (maximal 1,5 mal so lang wie breit). Die Blütenlänge passt gut. Was mich anfänglich etwas verwirrt hat sind die behaarten Kelche, doch die darf offenbar auch T. badium haben, das ist in der Exkursionsflore schlecht beschrieben.
Leider kann man die obersten Nebenblätter nicht gut erkennen, aber die scheinen doch auch eher breiter zu sein.
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Re: Trifolium spadiceum?

Beitragvon Oliver Stöhr » Donnerstag 14. Januar 2021, 10:12

Auch aus meiner Sicht ist das klar Trifolium badium, der ganz gerne mal in kalkreichen Niedermooren zu finden ist. Trifolium spadiceum ist ja kalkmeidend bzw. silikatliebend und passt allein schon ständörtlich nicht. Aber auch die Länge der Kronblätter, die eiförmigen Köpfchen, die nicht schwärzlichen verblühten Kronen und die Form der Nebenblätter passen gut für T. badium.

Ich hege ohenhin den Verdacht, dass einige Kartierangaben für T. spadiceum tatsächlich T. badium sind! So gibt es z.B. von A. Polatschek eine Angabe für spadiceum aus dem Defereggental bei St. Jakob, wie wir nachgesucht haben - Ergebnis: alles nur badium! T. spadiceum ist in Österreich eine seltene bzw. auch selten gewordene Art.

LG
Oliver

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Re: Trifolium spadiceum?

Beitragvon Jonas » Donnerstag 14. Januar 2021, 11:04

Danke euch beiden für die Rückmeldung! Da muss ich mich wohl beugen, auch wenn dies doch recht überraschend für mich kommt. Ich hatte das Gefühl, die Pflanze recht genau bestimmt zu haben... tja, so kann man sich täuschen.
Dann muss aber doch noch angemerkt werden, dass die Merkmale

-"Blütenstiele viel kürzer als die Kronröhre" bei spadiceum vs. "Blütenstiele so lang wie die Kronröhre" bei badium im Rothmaler
-"Kelchzähne 1 mm lang bewimpert" bei spadiceum vs. "Kelchzähne kahl bis schwach bewimpert" in der EFÖLS

eigentlich nur Verwirrung stiften bzw. sogar schlicht falsch sind! In der näheren Umgebung von der Fundstelle hatte es übrigens auch noch typischere T. badium. Deren Kelchzähne waren im Vergleich zu den Bildern kaum und kürzer gewimpert, die Blütenstiele deutlich länger und auch die Nebenblätter deutlich breiter. Dies unterstützte meine Fehlbestimmung sicherlich.....

Ich danke euch für die Berichtigung! Ich bin froh, den Fund nach anfänglichem Zögern doch noch hier eingestellt zu haben!!

Beste Grüsse
Jonas
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Re: Trifolium spadiceum?

Beitragvon kurt nadler » Donnerstag 14. Januar 2021, 18:21

bedaure meine diagnose, an der ich morphologisch nicht im geringsten gezweifelt hätte, aber der standort "wegrand" macht badium ökologisch sicherlich plausibler als spadiceum. die begleitvegetation hätte mich noch nicht abgeschreckt, zumal ja manche niedermoore basisch bis sauer im mosaik sind, zumindest, wo ich herkomme - in der böhmischen masse, wo man in derselben wiese gleich einmal carex davalliana und t. spadiceum findet (oder fand).

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Re: Trifolium spadiceum?

Beitragvon Jonas » Donnerstag 14. Januar 2021, 18:59

Hallo Kurt

Na, was soll's... ich lag ja auch falsch (auch kein Wunder, wenn derart viele schlicht falsche Merkmale (Kelchbewimperung, Blütenstiellänge...) durch die Literatur geistern ;-))! Die Pflanzen wuchsen übrigens sehr wohl in einer Moorwiese, einfach etwa 2 m vom Wegrand entfernt. Hatte aber nicht das Gefühl, dass der Wegrand dort noch einen riesigen Einfluss hatte...

Beste Grüsse
Jonas
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Re: Trifolium spadiceum?

Beitragvon Oliver Stöhr » Donnerstag 14. Januar 2021, 20:51

Nur deswegen keine graue Haare wachsen lassen, selbst Profis können wie erwähnt hier daneben liegen ;-)

Zum Weiterdiskutieren hier noch Bilder eines vermeintlichen T. spadiceum aus dem Raurisertal: http://flora.nhm-wien.ac.at/Seiten-Arte ... diceum.htm

Viele Grüße
Oliver


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