Amaranthus cf. hypochondriacus

= Blütenpflanzen; Bestimmungsfragen
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Stefan Lefnaer
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Amaranthus cf. hypochondriacus

Beitragvon Stefan Lefnaer » Dienstag 12. März 2019, 19:07

Liebe Leute,

in einer ehemaligen, jetzt als Erddeponie genützen Schottergrube südlich von Weyerburg fand ich am 16.9.2019 einen Amarant. Aufgrund der roten Färbung kommen laut EfÖLS nur A. caudatus, A. hypochondriacus und A. cruentus in Frage. Der Blütenstand ist zwar eher hängend, aber A. caudatus schließe ich aus, auch aufgrund der PerigonB. In Schlüsselpunkt 6 muss man sich dann zwischen "oberes Ende der Fr sich allmählich verschmälernd" und "oberes Ende der Fr kurz-zylindrisch, parallelrandig" entscheiden. Ich würde ersteres für zutreffend halten. Allerdings hatte die Pflanze 5 StaubB, was nur im zweiten Ast der Fall ist. Ich würde die Pflanze trotzdem eher für A. hypochondriacus halten, da die VorB recht lang sind. Allerdings ist da der Überlappungsbereich so groß, dass das Merkmal nicht wirklich zielführend ist. Genauso wie die Samengröße "(0,96)1,1–1,4 mm lg" vs. "≈ 1 mm lg". Ich halte den Amaranthus-Schlüssel ja überhaupt für wenig gelungen, vielfach widersprüchlich und würde es auf jeden Fall für besser halten die beiden "roten Arten" direkt gegenüberzustellen. Hier jedenfalls Fotos. Kann mir da jemand weiterhelfen?

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Schöne Grüße
Stefan

Oliver Stöhr
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Re: Amaranthus cf. hypochondriacus

Beitragvon Oliver Stöhr » Dienstag 12. März 2019, 19:26

Lieber Stefan,

du sprichst mir aus der Seele, dass der Amaranthus-Schlüssel nicht optimal ist. Bei der abgebildeten Pflanze kann man Amaranthus caudatus sicher ausschließen, diese hätte deutlich überhängende (lange) Blütenstande.
In Salzburg haben wir mehrheitlich solche Formen als A. cruentus angesprochen, kaum hingegen A. hypochondriacus. Auch in Osttirol tendiere ich aufgrund der gesamten Merkmalskombination bei roten Amaranthi zu A. cruentus. Aber Restunsicherheiten bleiben ...

Viele Grüße
Oliver

Michael Hohla
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Re: Amaranthus cf. hypochondriacus

Beitragvon Michael Hohla » Montag 18. März 2019, 16:16

Liebe Kollegen,
ja, das mit Amaranthus cruentus und hypochondriacus ist eine Teufelei.
Probiert vielleicht auch den Schlüssel:
https://offene-naturfuehrer.de/web/Best ... lf_Schmitz)
Die abgebildete Frucht deiner Amaranthus-Pflanze ist am oberen Ende allmählich verschmälert (wie A. hypochondriacus), die längsten Vorblätter der weiblichen Blüten jedoch nicht doppelt so lange wie die Frucht (wie A. cruentus), letztere liegen bei ca. 4 mm, also wieder im Übergangsbereich!
Das ist auch der Grund, warum die meisten der roten Amaranthus-Pflanzen, die ich Dr. Johannes Walter bisher vorgelegt hatte, den Revisionsvermerk "Introgression" bekamen.
Ich frage mich, ob man diese roten Amaranthen wirklich noch sauber trennen kann bzw. ob das noch seriös ist?
Manchmal geht es zwar tatsächlich noch, aber nicht selten funktioniert es eben nicht.
Hat jemand andere (bessere) Erfahrungen gemacht?
Liebe Grüße
Michael

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Stefan Lefnaer
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Re: Amaranthus cf. hypochondriacus

Beitragvon Stefan Lefnaer » Montag 18. März 2019, 20:33

Lieber Michael,

danke, ich habe es gerade mit dem genannten Schlüssel probiert, bin da aber leider auch nicht klüger geworden. Introgressionen halte ich eher für unwahrscheinlich, bei der geringen Vorkommensdichte. Ev. wären gärtnerische Verhuntzungen denkbar.

Schöne Grüße
Stefan


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