Eiszeit lässt grüßen

= Blütenpflanzen
kurt nadler
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Re: Eiszeit lässt grüßen

Beitragvon kurt nadler » Donnerstag 13. Juni 2019, 00:34

grüß euch
ich erlaube mir, das thema bromuslastig weiterzuführen.
11.6.2019 ssw breitenbrunn in alter weingartenbrache zusammen mit hordeaceus, sterilis und tectorum (u.v.a.m.): cf. japonicus:
könnt ihr mir das bestätigen oder vermutungen abgeben?
habe nur die fotomerkmale (siehe unten) und die eigenschaft, dass die unteren blattscheiden extrem feinwollig sind und sich die pflanze beim aufwärtsstreicheln angenehm weich anfühlt.
bromus cf. japonicus, ssw breitenbrunn, 11.6.2019
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DSC05056_kopie.JPG
bromus cf. japonicus, ssw breitenbrunn, 11.6.2019.
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DSC05059_kopie.jpg
bromus cf. japonicus, ssw breitenbrunn, 11.6.2019.
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DSC05060_kopie.JPG
bromus cf. japonicus, ssw breitenbrunn, 11.6.2019.
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DSC05060_kopie.JPG (191.56 KiB) 305 mal betrachtet
DSC05062_kopie.jpg
bromus cf. japonicus, ssw breitenbrunn, 11.6.2019.
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DSC05062_kopie.jpg (1.12 MiB) 305 mal betrachtet
DSC05065_kopie.JPG
bromus cf. japonicus, ssw breitenbrunn, 11.6.2019.
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Stefan Lefnaer
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Re: Eiszeit lässt grüßen

Beitragvon Stefan Lefnaer » Donnerstag 13. Juni 2019, 06:55

Wenn die Granne rund 2mm unterhalb der Spitze der Deckspelze eingefügt war und die Vorspelze rund 2mm kürzer als die Deckspelze war, dann ist B. japonicus sehr wahrscheinlich. Nur anhand der Fotos kann das wohl niemand definitiv sagen. Zur Fruchtreife ist es einfacher. Falls dann die Grannen nach außen wegspreizen, kommt nur mehr B. japonicus und B. squarrosus in Frage. Letzterer ist aber selten.

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Re: Eiszeit lässt grüßen

Beitragvon kurt nadler » Sonntag 7. Juli 2019, 16:27

also auch die angenehme wolligkeit kein differenzmerkmal?!
danke, stefan.

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Re: Eiszeit lässt grüßen

Beitragvon Stefan Lefnaer » Donnerstag 5. September 2019, 21:34

Michael Hohla hat nun freundlicherweise meine Bromus-Belege durchgesehen und die o.g. Wunderberg-Trespe als Bromus secalinus subsp. decipiens (= Bromus commutatus subsp. decipiens; wo die Unterart, die zwischen beiden Arten vermittelt, hinzustellen ist, ist wohl noch nicht endgültig geklärt; möglicherweise handelt es sich um einen kürzlich enstandenen Genotyp dieses höchst flexiblen Formenkreises) bestimmt. Hier noch weitere Fotos.

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Re: Eiszeit lässt grüßen

Beitragvon Stefan Lefnaer » Donnerstag 5. September 2019, 22:07

Und zu Kurts Frage, die habe ich damals übersehen: Bromus squarrosus hat auch wollig behaarte Blattscheiden. Bromus commutatus (subsp. decipiens) vielleicht nicht ganz so stark, aber das würde ich nicht als Merkmal, zumindest alleine, hernehmen.

Bromus secalinus subsp. secalinus - aber den kenne ich nicht - soll kahle Blattscheiden haben. Das ist auf eine parallelevolutionäre Anpassung mit dem Roggen zurückzuführen. Dem Roggen als Kulturpflanze wurden die Kulturmerkmale vom Menschen gezielt angezüchtet. Bromus secalinus subsp. secalinus hat das alles - Kahlheit, große Karyopsen, nichtzerfallende Ährchen und kein Keimverzug - parallel mitgemacht um als Ackerbeikraut bestehen zu können und gemeinsam mit dem Roggen geerntet und nächstes Jahr wieder ausgesät zu werden. Erst durch die moderne, perfekte Saatgutreinigung ist das gestoppt worden und hat die Art an den Rand des Aussterbens gebracht.


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