Asplenium seelosii in der Galitzenklamm (Osttirol)

= Farnartige Pflanzen, Farnverwandte
Oliver Stöhr
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Asplenium seelosii in der Galitzenklamm (Osttirol)

Beitragvon Oliver Stöhr » Mittwoch 23. Mai 2018, 21:51

Liebe Farn-Freunde und solche, die es werden wollen!

Asplenium seelosii, der Dolomit-Streifenfarn, ist eine durchwegs seltene Art montaner Karbonatfelsfluren und - wie der Name schon sagt - bevorzugt über Dolomit anzutreffen. Die subsp. seelosii ist in ihrer Verbreitung auf den östlichen Alpenraum beschränkt und schwerpunktmäßig in den Südalpen zu finden, obwohl sie sehr selten auch in den Nordalpen auftritt (z.B. nahe Bad Reichenhall, dort soweit mir bekannt das einzige deutsche Vorkommen; Nord-Südalpen-Disjunktion). Eine zweite Unterart dieses Streifenfarnes (subsp. glabrum) tritt zudem in Frankreich, Spanien und Marokko auf. Kenntlich ist die Art v.a. durch die relativ dicken Blattstiele, die dreizählige und bedrüste Blattabschnitte tragen.

In Osttirol ist die Art von mehreren Stellen in den Lienzer Dolomiten bekannt. Ein viel zitierter Fundort befindet sich in der Galitzenklamm nahe Amlach, die ich vorgestern mit meiner Familie besucht habe. Der Zugang zu dieser Klamm ist kostenpflichtig, u.a. auch weil hier ein Klettergarten, ein Wasserspielplatz und ein Klammweg eingerichtet sind und das Ganze touristisch vermarktet wird. Trotz des hohen Besucheraufkommens und der durchaus intensiven Kletterei konnten wir etliche Stöcke von Asplenium seelosii vorfinden. Dabei fiel auf, dass die Art - wie in der Literatur angeführt - gerne unter Überhängen wächst und hier offenbar mit ausgeprägter Wasserarmut und hoher Beschattung zurecht kommt, auch wenn sie an diesen Standorten nahezu konkurrenzfrei gedeiht. Auffallend war weiters, dass die Blattspreiten mehrheitlich vergilbt waren, während die Blattstiele grün waren. Dabei kann gut sein, dass es sich noch um Blätter der Vorjahres handelt, die eben spitzenwärts abgestorben sind, da auch junge, grüne Spreiten zu sehen waren.

Die beigefügten Bilder sind sicher keine fotografische Meisterleistung, weil man aus sicherheits- und haftungstechnischen Gründen in der Klamm einen Schutzhelm tragen muss (Steinschlaggefahr!) und dieser beim Fotografieren behinderlich ist. Aber v.a. sind auch die Lichtverhältnisse wie erwähnt bescheiden.
Und damit nicht nur unscheinbare Farnstöcke auf Fels gezeigt werden, hänge ich auch noch zwei Bilder der ebenfalls dort vorkommenden, bereits blühenden Paedarota bonarota (Blaues Mänderle) an ...

Viele Grüße
Oliver
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