Carduus nutans subsp. platylepis
Verfasst: Donnerstag 8. November 2018, 20:59
Liebe Leute,
nach dem aktuellen Threat zu Carduus-Hybriden bleiben wir bei dieser Gattung und widmen uns Carduus nutans zu, von der in Österreich nach der EFÖLS 2008 drei Unterarten unterschieden werden, nämlich der v.a. im Pannonikum verbreiteten subsp. nutans, der "verbreitungtechnisch" ungenau bekannten subsp. macrolepis und der subsp. platylepis. Letztgenannte Sippe konnte ich heuer gleich an drei Stellen im Raum Virgental-Matreier Becken beobachten - es waren zugleich meine "Erstkontakte" mit dieser Sippe, deren Bundesländerverbreitung laut EFÖLS wie folgt angeführt wird: O, K?, S+, Ost-T.
Dazu ist zu ergänzen, dass diese Sippe auch in Nordtirol und zwar v.a. im Oberland (inkl. Oberinntal) auftritt, wie einige, wenn auch nicht recht viele Angaben in der DB zur Flora Tirols belegen, und sie damit eine recht bezeichnendes inneralpines Trockenelement darstellen dürfte. Sie wird übrigens als Endemit der Alpen angesehen, dessen Areal in den inneren Alpentälern vom Aosta-Tal im Westen über die zentralen Alpenregionen bis nach Osttirol und ev. Salzburg reicht. Ob die Sippe wirklich in Oberösterreich auftritt, ist fraglich, da sie für dort nicht wirklich in das oben skizzierte Bild passt. Auch in der Roten Liste für Oberösterreich (Hohla et al. 2010) haben wir die mehrheitlich älteren Angaben für dieses Bundesland bereits angezweifelt; gemäß der aktuellen, inoff. Verbreitungskarte zur neuen Roten Liste Österreichs gibt es für OÖ. keine Angaben. Ich denke, man sollte diese Sippe in der nächsten Auflage der EFÖLS für OÖ. streichen und auch die Salzburger Angabe(n) nochmals kritisch beleuchten.
In der EFÖLS wird auch angegeben, dass es sich bei der subsp. platylepis um eine Hybride handeln könnte; als mögliche Kombinationen werden nutans x hamulosus und nutans subsp. nutans x personata angeführt. Soweit ich das anhand der heuer beobachteten Osttiroler Bestände beurteilen kann, würde ich aufgrund der Konstanz der Merkmale, des tw. individuenreichen Auftretens und des Fehlens der obigen, mutmaßlichen Eltern an den Wuchsorten keinesfalls von einer Hybride ausgehen, sondern am Unterart-Status festhalten. Hinzu kommt, dass C. nutans ssp. nutans und C. hamulosus m.W. gar nicht in Osttirol vorkommen ...
Bestimmungstechnisch sind die Individuen der subsp. platylepis bei uns in Osttirol wie gesagt recht konstant und einheitlich; gegenüber der subsp. nutans ist sie v.a. durch nicht eingeschnürte, aufrecht-abstehende Hüllblätter differenziert. Ein paar Bilder zu dieser interessanten Sippe füge ich bei.
Viele Grüße
Oliver
nach dem aktuellen Threat zu Carduus-Hybriden bleiben wir bei dieser Gattung und widmen uns Carduus nutans zu, von der in Österreich nach der EFÖLS 2008 drei Unterarten unterschieden werden, nämlich der v.a. im Pannonikum verbreiteten subsp. nutans, der "verbreitungtechnisch" ungenau bekannten subsp. macrolepis und der subsp. platylepis. Letztgenannte Sippe konnte ich heuer gleich an drei Stellen im Raum Virgental-Matreier Becken beobachten - es waren zugleich meine "Erstkontakte" mit dieser Sippe, deren Bundesländerverbreitung laut EFÖLS wie folgt angeführt wird: O, K?, S+, Ost-T.
Dazu ist zu ergänzen, dass diese Sippe auch in Nordtirol und zwar v.a. im Oberland (inkl. Oberinntal) auftritt, wie einige, wenn auch nicht recht viele Angaben in der DB zur Flora Tirols belegen, und sie damit eine recht bezeichnendes inneralpines Trockenelement darstellen dürfte. Sie wird übrigens als Endemit der Alpen angesehen, dessen Areal in den inneren Alpentälern vom Aosta-Tal im Westen über die zentralen Alpenregionen bis nach Osttirol und ev. Salzburg reicht. Ob die Sippe wirklich in Oberösterreich auftritt, ist fraglich, da sie für dort nicht wirklich in das oben skizzierte Bild passt. Auch in der Roten Liste für Oberösterreich (Hohla et al. 2010) haben wir die mehrheitlich älteren Angaben für dieses Bundesland bereits angezweifelt; gemäß der aktuellen, inoff. Verbreitungskarte zur neuen Roten Liste Österreichs gibt es für OÖ. keine Angaben. Ich denke, man sollte diese Sippe in der nächsten Auflage der EFÖLS für OÖ. streichen und auch die Salzburger Angabe(n) nochmals kritisch beleuchten.
In der EFÖLS wird auch angegeben, dass es sich bei der subsp. platylepis um eine Hybride handeln könnte; als mögliche Kombinationen werden nutans x hamulosus und nutans subsp. nutans x personata angeführt. Soweit ich das anhand der heuer beobachteten Osttiroler Bestände beurteilen kann, würde ich aufgrund der Konstanz der Merkmale, des tw. individuenreichen Auftretens und des Fehlens der obigen, mutmaßlichen Eltern an den Wuchsorten keinesfalls von einer Hybride ausgehen, sondern am Unterart-Status festhalten. Hinzu kommt, dass C. nutans ssp. nutans und C. hamulosus m.W. gar nicht in Osttirol vorkommen ...
Bestimmungstechnisch sind die Individuen der subsp. platylepis bei uns in Osttirol wie gesagt recht konstant und einheitlich; gegenüber der subsp. nutans ist sie v.a. durch nicht eingeschnürte, aufrecht-abstehende Hüllblätter differenziert. Ein paar Bilder zu dieser interessanten Sippe füge ich bei.
Viele Grüße
Oliver