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Bidens ferulifolia und Euphorbia maculata adventiv im Oberpinzgau
Verfasst: Dienstag 2. Juli 2019, 20:11
von Oliver Stöhr
Liebe alle,
heute habe ich im Ortsbereich von Krimml Bidens ferulifolia und Euphorbia maculata adventiv angetroffen. Erstere wuchs an einer Gartenmauer, zweitere in Pflasterritzen im Gehsteigbereich (ohne Foto). Beide Nachweise könnten erste Nachweise für den Oberpinzgau bzw. Pinzgau sein. Aber Peter Pilsl weiß da sicher mehr ;-)
Viele Grüße
Oliver
Re: Bidens ferulifolia und Euphorbia maculata adventiv im Oberpinzgau
Verfasst: Mittwoch 3. Juli 2019, 08:22
von Peter Pilsl
Hallo Oliver,
danke für diese Funde, die sind im Alpenbereich sicherlich noch ziemlich selten, so gibts vom Bidens bisher nur eine Angabe aus dem Kleinarltal und die Euphorbie ist inneralpin auch nur von Gasteinertal bekannt. Somit zwei Neufunde für den Pingzgau!
Aber die fortschreitende Asphaltierung der Landschaft und die heißen Sommer schaffen auch innergebirg neue Lebensräume...
Re: Bidens ferulifolia und Euphorbia maculata adventiv im Oberpinzgau
Verfasst: Mittwoch 3. Juli 2019, 14:20
von Norbert Griebl
Liebe Leute!
Danke für diese interessanten Funde.
Zu
Bidens ferulifolia:
In Mexiko und Arizona ist der Gold-Zweizahn, Bidens ferulifolia, beheimatet. Er wird häufig als Balkonblume gepflanzt und verwildert des Öfteren, so Antiesenhofen, Bad Leonfelden, Schwand und Gutau in Oberösterreich (HOHLA 2002, HOHLA 2014), Krimml und Saalfelden im Pinzgau und Billrothstraße und Emil-Koller-Gasse in der Stadt Salzburg (STÖHR 2019, HOHLA 2010, STÖHR & al. 2012), in Ambras bei Innsbruck in Nordtirol (BRANDES 2012) und in Amlach bei Lienz und St. Veit im Defereggental in Osttirol (STÖHR 2018).
LG
Norbert
Quellen:
BRANDES D. (2012): Virtuelle Neophytenexkursion in das mittlere Inntal – Brands Dietmar_diverse botanische Arbeiten 118_2012: 1–42
ESSL F. & RABITSCH W. (2002): Neobiota in Österreich. – Wien, Umweltbundesamt; 432 S.
GRIMS F. (1972): Die Flora des Sauwaldes und der angrenzenden Täler von Pram, Inn und Donau – Jahrbuch des OÖ Musealvereins 117: 335–376.
HOHLA M. (2002): Agrostis scabra Willd. neu für Oberösterreich sowie weitere Beiträge zur Kenntnis der Flora des Innviertels und Niederbayerns – Beitr. Naturk. Oberösterreichs 11: 465–505.
HOHLA M. (2010): Zobodat-Herbarbelege – http://www.zobodat.at/belege.php?id=100365139
HOHLA M. (2011): Zobodat-Herbarbelege – http://www.zobodat.at/belege.php?id=100372049
HOHLA M. (2014): Hystrix patula – neu für Österreich, sowie weitere Beiträge zur Flora von Oberösterreich, Salzburg, Steiermark und Vorarlberg – Stapfia 101: 83–100.
MELZER H. (1954): Zur Adventivflora der Steiermark I – Mitt. Nat. Ver. Stmk. 84: 103–120.
MELZER H. (1958): Neues zur Flora von Steiermark (II). – Mitteilungen des naturwissenschaftlichen Vereins für Steiermark 88: 193–198.
MELZER H. (1968): Notizen zur Adventivflora von Kärnten. Carinthia II, 78 (158): 127—138.
MELZER H. & BARTA T. (1996): Neues zur Flora des Burgenlandes, von Niederösterreich, Wien und Oberösterreich. — Linzer biol. Beitr. 28/2: 863–882.
PFLUGBEIL G. & PILSL P. (2013): Vorarbeiten an einer Liste der Gefäßpflanzen des Bundeslandes Salzburg, Teil 1: Neophyten – Mitt. Haus der Natur 21: 25–83.
RAABE U. (2016): Virtual Herbaria JACQ – Bidens pilosa – https://herbarium.univie.ac.at
STÖHR O. (2018): Mauerblümchen in gelb – Forum Flora Austria viewtopic.php?f=10&t=1171
STÖHR O. (2019): Bidens ferulifolia und Euphorbia maculata adventiv im Oberpinzgau - viewtopic.php?f=10&t=1562
STÖHR O., PILSL P., STAUDINGER M., KLEESADL G., ESSL F., ENGLISCH Th., LUGMAIR A. & WITTMANN H. (2012): Beiträge zur Flora von Österreich, IV – Stapfia 97: 53–136.
WITTMANN H. & PILSL P. (1997): Beiträge zur Flora des Bundeslandes Salzburg II. – Linzer biol. Beitr. 0029_1: 385–506.
Re: Bidens ferulifolia und Euphorbia maculata adventiv im Oberpinzgau
Verfasst: Mittwoch 3. Juli 2019, 19:49
von Oliver Stöhr
Lieber Peter, danke für die Klarstellung!
Lieber Norbert, danke für die Infos!
Viele Grüße
Oliver
Re: Bidens ferulifolia und Euphorbia maculata adventiv im Oberpinzgau
Verfasst: Samstag 10. Juli 2021, 15:54
von Norbert Griebl
Liebe Alle,
nach neueren Untersuchungen soll es sich bei den Verwilderungen des "Goldsternchens" aus den Blumenkästen nicht um Bidens ferulifolia oder Bidens aurea handeln, sondern um Bidens triplinervia var. macrantha, die im gemäßigten Südamerika beheimatet ist. So steht´s glaubhaft in der neuen Deutschland-Flora.
LG Norbert