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Permanentblüher Senecio inaequidens

Verfasst: Samstag 1. Februar 2020, 15:07
von Norbert Sauberer
Seit mindestens 8 Monaten blüht (und fruchtet) Senecio inaequidens an zwei Stellen in Möllersdorf durchgehend. Die eine Stelle ist leicht zu finden, liegt an der B17 bei der Badner Bahn Station Möllersdorf. An dem wärmsten 1. Februar überhaupt, zumindest was meine Erinnerung betrifft, fliegen zahlreiche Schwebfliegen, Honigbienen und auch eine Wildbiene das reichlich blühende Greiskraut an. Fragt sich natürlich: Was haben die früher gemacht, als Senecio inaequidens noch im fernen Südafrika weilte?
Senecio inaequidens Moellersdorf_20200201_02.jpg
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Re: Permanentblüher Senecio inaequidens

Verfasst: Samstag 1. Februar 2020, 16:30
von Jürgen Baldinger
Die Honigbienen lösen wohl (vorübergehend) ihre Wintertraube auf; bei milden Wintertemperaturen fliegen sie auch zu Reinigungsflügen aus, lese ich gerade, um ein Verkoten des Bienenstocks zu verhindern. Auf der Südseite des Saurüssels bei Payerbach habe ich heute auch eine Blaue Holzbiene gesehen, im Föhrenwald schwirrt Kleinzeug durch die Luft. Zitronenfalter waren auch unterwegs.

Re: Permanentblüher Senecio inaequidens

Verfasst: Samstag 1. Februar 2020, 20:49
von Norbert Sauberer
Ja, der eine oder andere milde Wintertag ist bei Honigbienen wichtig um ein wenig was hinten abzulassen. Das interessante bei meiner Beobachtung heute war, dass einige Individuen intensiv auf den Blütenkörben des Greiskrauts gesammelt haben und ganz dick befüllte Pollen-Höschen hatten.

Re: Permanentblüher Senecio inaequidens

Verfasst: Samstag 1. Februar 2020, 23:51
von kurt nadler
bei nur 14 grad war ich heute über eine nistplatzsuchende holzbiene - eine kleine holzbienenart, ich kenne die arten nicht auswendig - in breitenbrunn im ort überrascht. (leider bei den vielen touren der letzten tage und wochen nicht wirklich was gscheites botanisches.)

Re: Permanentblüher Senecio inaequidens

Verfasst: Dienstag 4. Februar 2020, 10:15
von Alfred
Senecio inaequidens ist überhaupt eine bemerkenswerte Pflanze. Das erste Mal sah ich sie bei einer Exkursion mit Prof. Fischer auf einem aufgelassenen Bahngelände in der Nähe des Wiener Pratersterns vor vielleicht 20 Jahren. Soweit ich mich erinnere, sagte er damals, daß es sehr spät blüht und entsprechend der Witterung nicht jedes Jahr Samen zur Reife gelangen. Er sagte aber auch, das es eine interessante Frage ist, ob sich diese Art an unser Klima anpassen wird. Inzwischen wissen wir mehr. Es ist wärmer geworden, sodaß im Herbst immer mehr Samen reif werden. Aber was besonders bemerkenswert ist - die Pflanze ist (bei wärmebegünstigten Standorten und milden Wintern, die immer häufiger werden) zu einem Dauerblüher geworden, ähnlich unserem heimischen Senecio vulgaris. Ich fahre seit eineinhalb Jahren jeden Tag mit der Aspangbahn nach Wien uns sehe die Massen von Senecio inaequidens auf dem Bahngelände zwischen Hauptbahnhof und Kledering. Speziell der Weg zwischen Karl-Popper-Straße und Alfred-Adler-Straße entlang der Bahn, der jetzt wegen einer Baustelle leider gesperrt ist, ist fast eine Monokultur dieses Greiskrautes und es blüht dort ständig. Hut ab vor dieser Pflanze und ihrer Anpassungsfähigkeit!

LG,
Alfred

Re: Permanentblüher Senecio inaequidens

Verfasst: Dienstag 4. Februar 2020, 15:35
von kurt nadler
senecio inaequidens am 25.1.2020 in den pamaer leithaauen, gut abgefruchtet, aber im "kalten" burgenland nicht so winterblühfreudig. etwa 3 abgegangene bahntrassenkilometer und begleitende wege nur dieses eine einzige exemplar (dafür zahlreiche vogel- und säugerleichen auf und neben den gleisen, auf http://www.freemap.sk mit koordinatenfotos veröffentlicht). wie weit die am nächsten gelegene autobahn, die A6, schon "träger" von s. inaequidens ist, weiß ich nicht, dort war ich noch nicht botanisieren.

Re: Permanentblüher Senecio inaequidens

Verfasst: Dienstag 4. Februar 2020, 20:23
von Oliver Stöhr
Senecio inaequidens blüht, soweit ich bisher beobachten konnte, in Westösterreich entlang der Autobahnen von rd. Mitte Mai bis November durchgehend (natürlich je nachdem, wann und wie oft die Autobahnrand- und -Mittelstreifen gemährt werden). Bei uns in Osttirol ist die Art insgesamt noch sehr selten, wobei ich im vorigen Jahr einzelne, mir neue Kleinstbestände im Iseltal (Gründerpopulationen?) gesehen habe. Als Grund für die regionale Seltenheit der Art im Bezirk Lienz vermute ich das Fehlen einer hochrangigen Straßenverbindung, konkret Autobahn. Und auch die Pustertalbahn zählt ja nicht unbedingt zu den vorrangigen Bahnverbindungen ;-)
Aber mal schaun, was der Klimawandel künftig bewirkt ...
LG
Oliver