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Steckrübe
Verfasst: Samstag 18. April 2020, 21:31
von Jürgen Baldinger
Ich versuche, jetzt mehr auf die
Brassica-Arten zu achten und habe heute bei Glaubendorf im Weinviertel zum ersten Mal bewusst die Steckrübe, also
Brassica napus subsp. rapifera gesehen. Jetzt würde mich interessieren, wie oft sie Euch unterkommt? Schmecken muss ihre Rübe ja buchstäblich eher unterirdisch, wenn man sich
diese Schilderungen liest.

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Re: Steckrübe
Verfasst: Sonntag 19. April 2020, 10:33
von Hermann Falkner
Die Steckrüben - bei uns im Mühlviertel Kohlrüben - hat man früher (also zu "meiner Zeit", 70er & 80er, im Mühlviertel) nur mehr als Viehfutter kultiviert, neben der nicht näher verwandten Runkelrübe (Beta vulgaris) - das war in Zeiten vor der Einführung der Silowirtschaft die klassische Zufütterung besonders für Kühe.
Nur meine Grosseltern haben die noch als Gemüsepflanze gekannt; meine Mutter auch noch, aber nur aus ihrer Kindheit.
(Meiner Mutter schmecken sie übrigens sogar, uns Kindern hat sie die aber nie schmackhaft machen können :-)
Mit der Silowirtschaft sind Rüben aller Art sehr rasch von den Feldern verschwunden; Zuckerrüben ausgenommen (auch Beta vulgaris), aber eben nur zur Zuckergewinnung.
Früher waren Kohlrüben (und andre Rüben) auch eine gern gepflanzte Notkultur - etwa, wenn Hagel das Getreide zerstört hat, dann hat man noch Rüben nachpflanzen können, wenn's noch nicht zu spät im Jahr war.
Von einer Renaissance der Kohlrübe als Gemüsepflanze hab ich noch nicht gehört, und sollte sie doch kommen, dann werde ich abstinent bleiben :-)))
Eine Renaissance als *Futter*pflanze (einhergehend mit einer Einstellung der Silobewirtschaftung von Wiesen) wäre im Hinblick auf die Artenvielfalt höchst wünschenswert, aber unwahrscheinlich.
Um zu deiner Frage zu kommen: Brassica napus subsp. rapifera hab ich in Wien und Umgebung noch nie gesehen, und im Mühlviertel auch sehr lange schon nicht mehr!
War die feldmässig gebaut, oder eher eine spontane Verwilderung? (evtl lokal etabliert aus früherer Kultur? ob bzw wie intensiv man sie im Weinviertel früher kultiviert hat, weiss ich gar nicht)
Re: Steckrübe
Verfasst: Sonntag 19. April 2020, 10:39
von Hermann Falkner
Ach ja - kleine Anrkdote - es gibt sogar einen Rübenschnaps:
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Krautinger(aus Brassica napa subsp. napa) - auch der ist berühmt-berüchtigt - angeblich aber geniessbar, behaupten die Wildschönauer ...
Und noch ein Zusatz: gerade in Ungunstlagen (wie dem Mühlviertel; oder höhere Lagen in den Alpen) waren Rüben früher auch deswegen recht beliebt, weil sie ziemlich robust sind.
Re: Steckrübe
Verfasst: Sonntag 19. April 2020, 10:49
von kurt nadler
erst- und fast letztmals in den 80ern beim wandern in der so-stmk. gesehen, als riesenradieschen, auf stoppelfeldern glaub ich. haben mir am butterbrot in scheiben sehr gut gemundet damals - diese "halmrüben" (andernorts bei derselben tour warens frischbirnenscheiben am butterbrot - marmeladeersatz). es gibt so viele namen dazu, aber ich weiß nicht, ob alle wirklich dasselbe bedeuten und ob da rassenspezifische geschmäcker rumgeistern.
ich glaub, im pannon gibt es sie in jäger-wildackermischungen. ich glaub, da hab ich sie auch in jüngerer vergangenheit gesehen.
Re: Steckrübe
Verfasst: Sonntag 19. April 2020, 11:03
von Jürgen Baldinger
Interessant. In diesem Fall wuchsen sie am Rand eines Weingartens.