Euphorbia caesia
Verfasst: Freitag 15. Mai 2020, 14:48
Schon bei meiner Dissertation im Steinfeld im Wiener Becken habe ich mich über diese Wolfsmilch gewundert und sie als Euphorbia esula var.! bezeichnet und angemerkt, dass es eine sehr kleinwüchsige, untypische Sippe aus diesem Verwandtschaftskreis ist (Sauberer 2011). Ich habe sie damals zerstreut in den Trockenrasen und stellenweise häufiger auf den Brandschutzstreifen im militärischen Sperrgebiet gefunden. Durch die Veröffentlichung von Geltmann & Till (2009) wissen wir nun, dass es sich um eine neue Art für Österreich handelt: Euphorbia ceasia. Das eigentliche Verbreitungsgebiet dieser Steppenart reicht vom südwestlichen Russland über Kasachstan bis ins westliche China (Xinjiang). Noch ist vieles unklar: Gibt es diese Art schon seit Jahrhunderten oder Jahrtausenden in Österreich oder gelang sie erst durch Ferntransport auf russischen Panzerketten oder via Flugzeugen während der Besatzungszeit zu uns? Wie groß ist ihr österreichisches Verbreitungsgebiet und wie verhält sie sich ökologisch? Wie grenzt man sie eigentlich genau gegenüber E. esula und E. cyparissias ab? Hybridisiert sie eventuell mit diesen zwei Arten? (Die Unterscheidung von extrem kleinwüchsigen Formen von E. esula ist auf jeden Fall nicht ganz einfach bzw. könnten dies auch Hybriden sein.) Ist die Nominatsippe im Kerngebiet der Art identisch mit der Sippe in Österreich? Clemens Pachschwöll hat sich diesen Themen schon vor längerer Zeit angenommen und arbeitet nun wieder intensiv an deren Klärung. Angesteckt mit dem Euphorbia caesia-Virus hat er mich zu einer Steinfeld-Tour leicht motivieren können und wir haben an drei Stellen, die nicht im militärischen Sperrgebiet liegen, schöne Populationen dieser Art entdeckt.
Hier nun ein paar Bilder, von dieser noch rätselhaften Art der österreichischen Flora. Zunächst einmal Bilder aus dem militärischen Sperrgebiet, die ich 2014 dort an den Brandschutzstreifen aufgenommen habe.
Sehr ähnlich dazu war ein gestern gefundenes Vorkommen am Rand eines Schotterweges in Eggendorf. Hier haben wir Exemplare von Euphorbia caesia gefunden, die wohl eine Art Maximalgröße erreicht haben.
Charakteristisch ist der nicht oder kaum keilig-verschmälerte Blattansatz, die blaugrüne Färbung und, die für alle aus der esula-Gruppe typischen, mondsichelförmigen bzw. 2-hörnigen Nektardrüsen.
Hier nun ein paar Bilder, von dieser noch rätselhaften Art der österreichischen Flora. Zunächst einmal Bilder aus dem militärischen Sperrgebiet, die ich 2014 dort an den Brandschutzstreifen aufgenommen habe.
Sehr ähnlich dazu war ein gestern gefundenes Vorkommen am Rand eines Schotterweges in Eggendorf. Hier haben wir Exemplare von Euphorbia caesia gefunden, die wohl eine Art Maximalgröße erreicht haben.
Charakteristisch ist der nicht oder kaum keilig-verschmälerte Blattansatz, die blaugrüne Färbung und, die für alle aus der esula-Gruppe typischen, mondsichelförmigen bzw. 2-hörnigen Nektardrüsen.