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Ajuga chamaepitys
Verfasst: Sonntag 16. Mai 2021, 08:14
von Südsüdwest
Sehr überraschend für mich war mein gestriger Fund von Ajuga chamaeitys in Wien Speising, XIII.
Noch überraschender war allerdings der Standort in einem regelmäßig gemähten Rasen vor einem Gebäude (klassisches „Abstandsgrün“), wo ich die mir bisher unbekannte Art erst recht nicht erwartet hätte!
Es steht dort gemeinsam mit Lotus corniculatus und Cruciata laevipes in einer ansonsten schwer geschundenen und frisch gemähten schmalen Restfläche neben dem Gehsteig.
Ist die Art für den Teil Wiens bekannt und ist das allgemein ein üblicher Standort? Die gezeigten Exemplare wirken nun doch recht kümmerlich
Re: Ajuga chamaepitys
Verfasst: Sonntag 16. Mai 2021, 11:59
von kurt nadler
in von uns eingehend untersuchten (und teils ja auch publizierten:
https://www.zobodat.at/pdf/STAPFIA_0111_0161-0205.pdf,
https://www.zobodat.at/pdf/STAPFIA_0112_0147-0206.pdf) scherrasen im pannon (insbes. hainburg, prellenkirchen, breitenbrunn) konnten wir diese art noch nicht finden, auch wenn es hier wirklich zahlreiche "zuckerl" tw. in typischer weise gibt.
cruciata laevipes kommt mir eher mahdempfindlich vor, darum wirft sich die frage auf, ob es sich nicht um eine art brache handelt, die erst jetzt in einen mehrmahdrasen überführt wird. in diesem fall wird sich zeigen, wieviele jahre es diese arten aushalten.
Re: Ajuga chamaepitys
Verfasst: Sonntag 16. Mai 2021, 13:56
von Südsüdwest
Die Publikationen waren mein erster Gedanke, dachte hier gäbe es vielleicht Übereinstimmungen!
Meines Wissens nach wird die Fläche von der Wien Energie gemäht, wenigstens in den 15 Jahren in denen ich hier in der Straßenbahn vorbeigefahren bin. Ehemals standen angrenzend auch Sträucher, die wurden vor einigen Jahren allerdings entfernt. Die betroffene Stelle (ca 30m² Grünfläche zwischen Hauptstraße und einer Fassade) war aber immer frei, bzw. ist im Sommer tlw. fast blanker Boden.
Ich kann es mir nur so erklären, dass die Mahdhäufigkeit aufgrund des mageren Standorts gering genug ist, dass sich diese Arten so lange halten konnten. Angesichts des seit einiger Zeit teils starken Betritts und der Hunde sehe ich aber generell schwarz für diese winzige Population.
Re: Ajuga chamaepitys
Verfasst: Sonntag 16. Mai 2021, 13:57
von Stefan Lefnaer
Ich hatte sie in "Florasdorf", siehe
hier.
Re: Ajuga chamaepitys
Verfasst: Sonntag 16. Mai 2021, 19:39
von Südsüdwest
Spannend! Also kann man annehmen, dass die Art auf gestörten Standorten zurecht kommt oder ist das in beiden Fällen lediglich ein Relikt eines älteren Vorkommens?