Cuscuta europaea & andere besondere Funde auf der Vereinsexkursion Stiefern/Kamptal
Verfasst: Montag 12. Juni 2017, 21:38
Vielleicht haben nicht alle Teilnehmer der Vereinsexkursion Stiefern (10.07.17) Cuscuta europaea gesehen - direkt am Kamp kurz vor der Brücke nach Altenhof (ich war da in einer kleineren Gruppe, die noch einen früheren Zug erwischen wollte, die "Hauptexkursion" war hinter uns): die Art ist für das Gebiet schon bekannt, wie mir Clemens Pachschwöll mitgeteilt hat, aber durchaus nicht häufig - an seinen Standorten aber meist üppig wuchernd.
Ich kenne die Art aus Wien und Umgebung (Lobau, Schwechat-Unterlauf) und habe schon gesehen, dass der Schmarotzer seinen Wirt auch umbringen und sich dadurch die Lebensgrundlage entziehen kann; die Art scheint sich auch nicht so ohne weiteres grossflächig ausbreiten zu können, bisher habe ich nur isolierte Vorkommen gefunden, die auf wenige Quadratmeter begrenzt geblieben sind, obwohl potentielle Wirte (vorzugsweise Brennnessel und Hopfen) nicht unweit vom Standort auch reichlich "verfügbar" gewesen wäre.
Sowohl Cuscuta europaea als auch Cuscuta epithymum (ich kenne nur diese beiden Arten) sind bei der Wahl der Wirte nicht wählerisch - sie nehmen "eigentlich eh alles", aber um wirklich wachsen und gedeihen zu können, brauchen sie kräftige Pflanzen, die ausreichend Nährstoffe liefern: daher wohl auch die Vorliebe für Brennnessel bzw. noch vitaler kenne ich Cuscuta europaea an Hopfen.
Von diesem Vorkommen jedenfalls ein paar Bilder.
Obwohl die Trockenrasen aufgrund der Dürre ziemlich verbrannt waren, haben wir auf dieser Exkursion trotzdem sehr viel schönes gesehen, das Highlight war Myosurus minimus - allerdings leider nur ein völlig vertrocknetes Exemplar, in einem normal feuchten Jahr hätte die Art noch blühen können/müssen.
Sehr schön, wenn auch nicht sehr selten (aber nur auf diese Region begrenzt!), war auch die lokale Varietät von Geranium phaeum subsp. phaeum, jedoch nicht mit braunen, sondern hellvioletten Blüten - laut Prof. Fischer hat die Art trotzdem nichts mit Geranium phaeum subsp. lividum = der westlichen Rasse der Art zu tun.
Die "Kremstalrasse" schaut jedenfalls in jeder Hinsicht wie subsp. phaeum aus - bis auf die Farbe; bei der westlichen Rasse, subsp. lividum, ist jedoch nicht nur die Farbe anders, sondern auch der "Blattschnitt", wenn man sich Bilder aus dem Internet sieht: damit man sich ein "Bild" machen kann, auch noch eins von der "Kremstalrasse".
Insgesamt ist die Flora der Region noch überraschend stark pannonisch geprägt, mit Staphylea pinnata und Clematis recta am Kremsufer und sogar Nonea pulla am Bergrücken zwischen Stiefern und Plank; auch die Segetalflora ist noch "gut pannonisch" mit Arten wie Papaver argemone und Neslia paniculata sowie weiteren Arten, die wir wohl aufgrund der Dürre nicht gefunden haben (Ranunculus arvensis z. B.) - das ist natürlich nur ein kleiner Auszug der besprochenen Arten.
Ich kenne die Art aus Wien und Umgebung (Lobau, Schwechat-Unterlauf) und habe schon gesehen, dass der Schmarotzer seinen Wirt auch umbringen und sich dadurch die Lebensgrundlage entziehen kann; die Art scheint sich auch nicht so ohne weiteres grossflächig ausbreiten zu können, bisher habe ich nur isolierte Vorkommen gefunden, die auf wenige Quadratmeter begrenzt geblieben sind, obwohl potentielle Wirte (vorzugsweise Brennnessel und Hopfen) nicht unweit vom Standort auch reichlich "verfügbar" gewesen wäre.
Sowohl Cuscuta europaea als auch Cuscuta epithymum (ich kenne nur diese beiden Arten) sind bei der Wahl der Wirte nicht wählerisch - sie nehmen "eigentlich eh alles", aber um wirklich wachsen und gedeihen zu können, brauchen sie kräftige Pflanzen, die ausreichend Nährstoffe liefern: daher wohl auch die Vorliebe für Brennnessel bzw. noch vitaler kenne ich Cuscuta europaea an Hopfen.
Von diesem Vorkommen jedenfalls ein paar Bilder.
Obwohl die Trockenrasen aufgrund der Dürre ziemlich verbrannt waren, haben wir auf dieser Exkursion trotzdem sehr viel schönes gesehen, das Highlight war Myosurus minimus - allerdings leider nur ein völlig vertrocknetes Exemplar, in einem normal feuchten Jahr hätte die Art noch blühen können/müssen.
Sehr schön, wenn auch nicht sehr selten (aber nur auf diese Region begrenzt!), war auch die lokale Varietät von Geranium phaeum subsp. phaeum, jedoch nicht mit braunen, sondern hellvioletten Blüten - laut Prof. Fischer hat die Art trotzdem nichts mit Geranium phaeum subsp. lividum = der westlichen Rasse der Art zu tun.
Die "Kremstalrasse" schaut jedenfalls in jeder Hinsicht wie subsp. phaeum aus - bis auf die Farbe; bei der westlichen Rasse, subsp. lividum, ist jedoch nicht nur die Farbe anders, sondern auch der "Blattschnitt", wenn man sich Bilder aus dem Internet sieht: damit man sich ein "Bild" machen kann, auch noch eins von der "Kremstalrasse".
Insgesamt ist die Flora der Region noch überraschend stark pannonisch geprägt, mit Staphylea pinnata und Clematis recta am Kremsufer und sogar Nonea pulla am Bergrücken zwischen Stiefern und Plank; auch die Segetalflora ist noch "gut pannonisch" mit Arten wie Papaver argemone und Neslia paniculata sowie weiteren Arten, die wir wohl aufgrund der Dürre nicht gefunden haben (Ranunculus arvensis z. B.) - das ist natürlich nur ein kleiner Auszug der besprochenen Arten.