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Hesperis sylvestris

Verfasst: Mittwoch 9. August 2017, 21:42
von Stefan Lefnaer
Liebes Forum,

heuer fand ich Hesperis sylvestris, die Wilde Nachtviole, in drei Quadranten im Weinviertel. Die Art ist in Österreich sehr selten und tritt hier an der westlichen Verbreitungsgrenze auf (siehe hier). Eine Verwechslungsmöglichkeit besteht mit Hesperis matronalis subsp. matronalis, die des öfteren verwildert anzutreffen ist. Eine gewisse Ähnlichkeit, v.a. bei den Blüten, weist sie auch zu Lunaria annua, die ebenfalls gelegentlich verwildert auftritt, auf. Im folgenden möchte ich die Unterschiede darstellen.

Bei H. sylvestris ist der obere Stängelbereich und der Blütenstand dicht mit Drüsenhaaren besetzt:

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H. matronalis subsp. matronalis weist hingegegen Bäumchenhaare auf:

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Bei H. sylvestris sind die mittleren und oberen Stängelblätter sitzend und etwas stängelumfassend:

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H. matronalis subsp. matronalis hat hingegen kurz gestielte Laubblätter:

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Blüte und Fruchtknoten sind sehr ähnlich. Zuerst H. sylvestris:

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Dann H. matronalis subsp. matronalis:

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Eine oberflächliche Ähnlichkeit besteht zu Lunaria annua. Hier sehen jedoch die Laubblätter ganz anders aus (u.a. sind diese am Grund herzförmig) und zudem kann man bereits am jungen Fruchtknoten die spätere flache Schote erkennen:

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Schöne Grüße,
Stefan

Re: Hesperis sylvestris

Verfasst: Mittwoch 9. August 2017, 22:34
von Jürgen Baldinger
Hut ab. Du wirst zum Fotokünstler. Gratulation zum Fund!

Re: Hesperis sylvestris

Verfasst: Samstag 26. Mai 2018, 21:39
von Stefan Lefnaer
Nicht nur am Steinberg bei Ernstbrunn, auch bei der Raingrubenhöhe (vgl. meinen Artikel in Neilreichia 9) tritt Hesperis sylvestris heuer massenhaft auf! Während 2017 drei Pflanzen am Waldesrand herumstanden, sind es heuer - über mehrere Stellen verteilt - an die Hundert:

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Die Art scheint heuer ein gutes Jahr zu haben oder von der globalen Erderwärmung zu profitieren. Auf weitere Vorkommen und Ausbreitungen sollte jedenfalls geachtet werden.

Re: Hesperis sylvestris

Verfasst: Samstag 18. Mai 2019, 21:11
von Stefan Lefnaer
Heute konnte ich am Haberg zwischen Wischathal und Puch südlich von Hollabrunn auf einer Schlagfläche einen großen Bestand von Hesperis sylvestris nachweisen. Bereits am 19.04.2019 fand ich daneben im Wald ein damals noch nicht blühendes Individuum, das ich für Hesperis sylvestris hielt. Die Pflanzen auf der Schlagfläche sind extrem groß und stark entwickelt und meist schon unten verzweigt. Vermutlich finden sie auf der gut belichteten Fläche gute Wuchsbedingungen vor. Hier Fotos:

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Der Haberg als Fundort wird bereits bei Jurasky (1980) und Janchen (1977) erwähnt, das Vorkommen konnte nun nach langer Zeit bestätigt werden.

Re: Hesperis sylvestris

Verfasst: Mittwoch 22. Mai 2019, 19:19
von kurt nadler
danke wiederum für großartige gegenüberstellung.
ich hab diese art leider noch nirgendwo gesehen. aber im weinviertel botanisieren gibts für mich seit jahrzehnten nicht. solang du das machst, braucht man ja auch nicht hinfahren.