Rudbeckia missouriensis neu für Österreich
Verfasst: Montag 27. Juli 2026, 16:03
Liebes Forum,
gestern konnte ich den Missouri-Sonnenhut, Rudbeckia missouriensis, verwildert im Bründlwald bei Stainz in der West-Steiermark finden.
Die Pflanzen wuchsen in einer Wiese weitab von einer Siedlung, auch handelt es sich um keine Wildäsungs-Ansaat oder ähnlich künstliche Ansaaten. Der Bestand dürfte hier schon mehrere Jahre existieren und dürfte wohl durch Samenanflug entstanden sein.
Der Stauden-Spezialist Christian Kress, der die Art selbst in Kultur hat, bestätigte die Bestimmung als Rudbeckia missouriensis.
Der Missouri-Sonnenhut (Rudbeckia missouriensis) ist im zentralen Süden der Vereinigten Staaten beheimatet. Sein Verbreitungsschwerpunkt liegt im Ozark-Plateau der Bundesstaaten Missouri, Arkansas und Oklahoma; weitere Vorkommen sind aus Illinois, Kentucky, Louisiana und Texas bekannt.
In der europäischen Gartengestaltung spielte die Art lange Zeit nur eine untergeordnete Rolle. Erst durch den niederländischen Garten- und Landschaftsplaner Piet Oudolf, der Rudbeckia missouriensis wiederholt in seinen naturnahen Stauden-Gräser-Pflanzungen einsetzte, gewann sie größere Bekanntheit. Inzwischen wird sie von zahlreichen Staudengärtnereien angeboten und ist vereinzelt sogar in Bau- und Gartenmärkten erhältlich. Mit ihrer zunehmenden Verwendung steigt auch die Wahrscheinlichkeit von Verwilderungen. Während mehrere Arten der Gattung (R. fulgida, R. grandiflora, R. hirta, R. laciniata und R. triloba) bereits wiederholt verwildert in Europa nachgewiesen wurden, konnten für R. missouriensis bislang keine publizierten Verwilderungen ermittelt werden.
Im Habitus vermittelt Rudbeckia missouriensis zwischen R. hirta und R. fulgida. Sie unterscheidet sich jedoch durch ihre Mehrjährigkeit, die schmalen, vereinzelt gezähnten Blattspreiten, die sternförmig und mehrreihig angeordneten behaarten Hüllblätter, die schmalen Zungenblüten, die vergleichsweise flachen Blütenkörbe sowie die lange Behaarung der Stängel. Cytologisch ist die Art diploid, während R. fulgida tetraploid ist. R. hirta umfasst sowohl diploide als auch tetraploide Populationen (Palmer & al. 2009).
Rudbeckia missouriensis wurde 1842 vom US-amerikanischen Botaniker Samuel Botsford Buckley (1809–1884) erstmals wissenschaftlich beschrieben (Buckley 1842). Das Artepitheton verweist auf den US-Bundesstaat Missouri, in dem Buckley die Pflanze beobachtete und aus dem ein Teil des ursprünglichen Materials stammte. Die Ansicht einiger älteren Taxonomen, die R. missouriensis als Varietät oder Unterart zu Rudbeckia fulgida stellten, wurde durch spätere Untersuchungen widerlegt (z.B. Perdue 1957, Cronquist 1980, King & Shaal 1989) und heute gilt R. missouriensis allgemein als akzeptierte Art.
Quellen:
BUCKLEY S. B. (1842): Descriptions of new genera and species of plants. Proceedings of the Academy of Natural Sciences of Philadelphia 1: 11–15. (Erstbeschreibung von Rudbeckia missouriensis.)
CRONQUIST, A. (1980): Vascular Flora of the Southeastern United States. Vol. 1.
KING L. M. & B. A. SHAAL (1989). Ribosomal DNA variation and distribution in Rudbeckia missouriensis. - Evolution 43: 1117-1119.
PALMER I. E., T. G. RANNEY, N. P. LYNCH & R. E. BIR (2009): Crossability, Cytogenetics, and Reproductive Pathways in Rudbeckia Subgenus Rudbeckia ASHS
PERDUE R. E. (1957): Rudbeckia. In: The North American Species of Rudbeckia. Baileya 5: 1–28. (Aufarbeitung der Arten und Diskussion ihrer Abgrenzung.)
gestern konnte ich den Missouri-Sonnenhut, Rudbeckia missouriensis, verwildert im Bründlwald bei Stainz in der West-Steiermark finden.
Die Pflanzen wuchsen in einer Wiese weitab von einer Siedlung, auch handelt es sich um keine Wildäsungs-Ansaat oder ähnlich künstliche Ansaaten. Der Bestand dürfte hier schon mehrere Jahre existieren und dürfte wohl durch Samenanflug entstanden sein.
Der Stauden-Spezialist Christian Kress, der die Art selbst in Kultur hat, bestätigte die Bestimmung als Rudbeckia missouriensis.
Der Missouri-Sonnenhut (Rudbeckia missouriensis) ist im zentralen Süden der Vereinigten Staaten beheimatet. Sein Verbreitungsschwerpunkt liegt im Ozark-Plateau der Bundesstaaten Missouri, Arkansas und Oklahoma; weitere Vorkommen sind aus Illinois, Kentucky, Louisiana und Texas bekannt.
In der europäischen Gartengestaltung spielte die Art lange Zeit nur eine untergeordnete Rolle. Erst durch den niederländischen Garten- und Landschaftsplaner Piet Oudolf, der Rudbeckia missouriensis wiederholt in seinen naturnahen Stauden-Gräser-Pflanzungen einsetzte, gewann sie größere Bekanntheit. Inzwischen wird sie von zahlreichen Staudengärtnereien angeboten und ist vereinzelt sogar in Bau- und Gartenmärkten erhältlich. Mit ihrer zunehmenden Verwendung steigt auch die Wahrscheinlichkeit von Verwilderungen. Während mehrere Arten der Gattung (R. fulgida, R. grandiflora, R. hirta, R. laciniata und R. triloba) bereits wiederholt verwildert in Europa nachgewiesen wurden, konnten für R. missouriensis bislang keine publizierten Verwilderungen ermittelt werden.
Im Habitus vermittelt Rudbeckia missouriensis zwischen R. hirta und R. fulgida. Sie unterscheidet sich jedoch durch ihre Mehrjährigkeit, die schmalen, vereinzelt gezähnten Blattspreiten, die sternförmig und mehrreihig angeordneten behaarten Hüllblätter, die schmalen Zungenblüten, die vergleichsweise flachen Blütenkörbe sowie die lange Behaarung der Stängel. Cytologisch ist die Art diploid, während R. fulgida tetraploid ist. R. hirta umfasst sowohl diploide als auch tetraploide Populationen (Palmer & al. 2009).
Rudbeckia missouriensis wurde 1842 vom US-amerikanischen Botaniker Samuel Botsford Buckley (1809–1884) erstmals wissenschaftlich beschrieben (Buckley 1842). Das Artepitheton verweist auf den US-Bundesstaat Missouri, in dem Buckley die Pflanze beobachtete und aus dem ein Teil des ursprünglichen Materials stammte. Die Ansicht einiger älteren Taxonomen, die R. missouriensis als Varietät oder Unterart zu Rudbeckia fulgida stellten, wurde durch spätere Untersuchungen widerlegt (z.B. Perdue 1957, Cronquist 1980, King & Shaal 1989) und heute gilt R. missouriensis allgemein als akzeptierte Art.
Quellen:
BUCKLEY S. B. (1842): Descriptions of new genera and species of plants. Proceedings of the Academy of Natural Sciences of Philadelphia 1: 11–15. (Erstbeschreibung von Rudbeckia missouriensis.)
CRONQUIST, A. (1980): Vascular Flora of the Southeastern United States. Vol. 1.
KING L. M. & B. A. SHAAL (1989). Ribosomal DNA variation and distribution in Rudbeckia missouriensis. - Evolution 43: 1117-1119.
PALMER I. E., T. G. RANNEY, N. P. LYNCH & R. E. BIR (2009): Crossability, Cytogenetics, and Reproductive Pathways in Rudbeckia Subgenus Rudbeckia ASHS
PERDUE R. E. (1957): Rudbeckia. In: The North American Species of Rudbeckia. Baileya 5: 1–28. (Aufarbeitung der Arten und Diskussion ihrer Abgrenzung.)