Landwirtschaft und Artenvielfalt
Verfasst: Freitag 18. Oktober 2019, 17:08
Hallo zusammen,
hier ein Artikel betreffend Landwirtschaft und Artenvielfalt, die meisten werden ihn ja wahrscheinlich eh schon gelesen haben. Dem meisten was Dullinger sagt, kann ich zustimmen. Wenn er aber findet (wenn auch mit gewissen Einschränkungen und Gegenargumenten), dass "an der Aussage was dran ist", dass Biolandwirtschaft schlecht und industrielle Produktion besser sei und wir Flächen brauchen, die gar nicht bewirtschaftet werden, muss ich mich schon fragen, wie das wissenschaftlich begründet wird. Unsere vielfältige und artenreiche Kulturlandschaft ist ja gerade dadurch entstanden, dass jedes Fleckchen Land bewirtschaftet wurde. Ob als Acker, Weingarten, Weide, Teich, Bühel oder Feldrain zum Brennholz schneiteln oder sonst etwas. Ich kann mich noch an die Erzählungen meiner waldviertler Verwandten erinnern, dass die alte -- damals noch junge -- Kleinhäuslerin gnadenhalber ihre ein, zwei Ziegen auf einer Straßenböschung, die der Gräfin gehörte (so lang ist das noch gar nicht her, man glaubt es nicht!), auftreiben und grasen lassen durfte! Genutzt wurde also alles, allerdings ganz extensiv. Ohne diese Nutzung hätten wir in unseren Breiten fast überall Wald und eine deutlich niedrigere Artenvielfalt als bei einem Mosaik von unterschiedlichen Lebensräumen. Es gibt ja schon jetzt ungenützte Flächen zuhauf, z.B. ehemalige Hutweiden, aufgelassene Weingärten oder Äcker in Extremlagen, die höchst wertvolle Flächen darstellen. Nur verbuschen diese zunehmend und sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, ist es vorbei mit der Artenvielfalt. Ich frage mich, wie Dullinger diese "Flächen, die gar nicht bewirtschaftet werden" erhalten will. Durch händisches Mähen und Entbuschen im Zuge von Pflegeeinsätzen? Wo kommen die ganzen Helfer her, die nicht ausreichen die bestehenden Fläche zu erhalten? Oder soll dort überall Wald entstehen, von dem es in Österreich schon genug gibt? Meiner Meinung nach müssten wir also die Nutzung pro Flächeneinheit drosseln, nicht aber Flächen komplett ungenützt lassen und sich selbst überlassen (außer einige Nationalparks, Naturwaldreservate etc. und Wälder, die klarweise Wald bleiben, aber naturnäher werden). Wie man das bewerkstelligen kann, ohne den Lebensstand auf jenen der waldviertler Kleinhäuslerin zu drücken, ist sicher eine Frage die geklärt werden muss. Aber wenn jede und jeder auf Dinge verzichtet, die sie oder er eigentlich gar nicht wirklich braucht und die rasch beiseite gelegt und weggeworfen werden bzw. sich ansonsten bei umweltschädlichen und ressourcenzährenden Dingen einschränkt, sollte es aus meiner Sicht machbar sein.
Schöne Grüße
Stefan
hier ein Artikel betreffend Landwirtschaft und Artenvielfalt, die meisten werden ihn ja wahrscheinlich eh schon gelesen haben. Dem meisten was Dullinger sagt, kann ich zustimmen. Wenn er aber findet (wenn auch mit gewissen Einschränkungen und Gegenargumenten), dass "an der Aussage was dran ist", dass Biolandwirtschaft schlecht und industrielle Produktion besser sei und wir Flächen brauchen, die gar nicht bewirtschaftet werden, muss ich mich schon fragen, wie das wissenschaftlich begründet wird. Unsere vielfältige und artenreiche Kulturlandschaft ist ja gerade dadurch entstanden, dass jedes Fleckchen Land bewirtschaftet wurde. Ob als Acker, Weingarten, Weide, Teich, Bühel oder Feldrain zum Brennholz schneiteln oder sonst etwas. Ich kann mich noch an die Erzählungen meiner waldviertler Verwandten erinnern, dass die alte -- damals noch junge -- Kleinhäuslerin gnadenhalber ihre ein, zwei Ziegen auf einer Straßenböschung, die der Gräfin gehörte (so lang ist das noch gar nicht her, man glaubt es nicht!), auftreiben und grasen lassen durfte! Genutzt wurde also alles, allerdings ganz extensiv. Ohne diese Nutzung hätten wir in unseren Breiten fast überall Wald und eine deutlich niedrigere Artenvielfalt als bei einem Mosaik von unterschiedlichen Lebensräumen. Es gibt ja schon jetzt ungenützte Flächen zuhauf, z.B. ehemalige Hutweiden, aufgelassene Weingärten oder Äcker in Extremlagen, die höchst wertvolle Flächen darstellen. Nur verbuschen diese zunehmend und sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, ist es vorbei mit der Artenvielfalt. Ich frage mich, wie Dullinger diese "Flächen, die gar nicht bewirtschaftet werden" erhalten will. Durch händisches Mähen und Entbuschen im Zuge von Pflegeeinsätzen? Wo kommen die ganzen Helfer her, die nicht ausreichen die bestehenden Fläche zu erhalten? Oder soll dort überall Wald entstehen, von dem es in Österreich schon genug gibt? Meiner Meinung nach müssten wir also die Nutzung pro Flächeneinheit drosseln, nicht aber Flächen komplett ungenützt lassen und sich selbst überlassen (außer einige Nationalparks, Naturwaldreservate etc. und Wälder, die klarweise Wald bleiben, aber naturnäher werden). Wie man das bewerkstelligen kann, ohne den Lebensstand auf jenen der waldviertler Kleinhäuslerin zu drücken, ist sicher eine Frage die geklärt werden muss. Aber wenn jede und jeder auf Dinge verzichtet, die sie oder er eigentlich gar nicht wirklich braucht und die rasch beiseite gelegt und weggeworfen werden bzw. sich ansonsten bei umweltschädlichen und ressourcenzährenden Dingen einschränkt, sollte es aus meiner Sicht machbar sein.
Schöne Grüße
Stefan