Naturschutz als Angriffskrieg
Verfasst: Freitag 9. Februar 2024, 16:29
Exemplarische Nutzungskonflikte zwischen Naturschutz und örtlicher Bevölkerung kann man im Kaltenleutgebener Tal, südwestlich von Wien, studieren. Dort, in den trockenen Parapluie-Bergen, gibt es mit dem Steinbruchsee ein wertvolles Stillgewässer, halbnatürlich entstanden und Teil des (mittlerweile erweiterten) Naturschutzgebiets Teufelstein-Fischerwiesen. Nach dem Ende des gewerblichen Kalkabbaus 1995 füllte Quellwasser die Grube, der See entstand und wurde von der Bevölkerung als willkommener, nicht-kommerzieller Badeplatz genützt. Die daraus resultierende, offenbar unvermeidliche Vermüllung, der Betritt und so weiter kollidierten schnell mit den Schutzgebietsnormen, Hinweis- und Verbotsschilder halfen wenig und so ist eine Zugangsstraße zu den hinteren Bereichen des Steinbruchs mittlerweile durch Gittertore versperrt und der Weg zur Badewiese wird jetzt durch einen verbreiterten Wassergraben versperrt. Statt Badegästen gibt es nun weidende Schafe.Das alles führt in der Umgebung zu Widerstand, den man ja auch verstehen kann. Aus Sicht der sommerlichen Badegäste zunächst die Freude über diesen kleinen, aber feinen Wildbadeplatz in wunderschöner Naturkulisse, dann plötzlich Zutrittsverbot, Ende Gelände. Ein Problem habe ich aber mit jenen, die sich ein Recht auf eigene Fakten einbilden......und vor allem habe ich ein klitzekleines Problem damit, wenn der moralische Kompass völlig verlorengeht und Naturschutz mit einem imperialistischen Mafiastaat und dessen völkerrechtswidrigem Angriffskrieg gleichgesetzt wird.