Frühe Blüte und floristischer Status von Erucastrum gallicum
Verfasst: Sonntag 22. März 2020, 20:40
Liebes Forum,
Heute habe ich Erucastrum gallicum, die Französische Hundsrauke, in Debant auf einem Erdhaufen in Vollblüte angetroffen. Es war nicht nur ein Einzelindividuum mit Blüten zu sehen, sondern ein großer Bestand in Blüte. In der EFÖLS ist die Blütezeit mit "V-X" angegeben, ich denke das ist zu revidieren. Überhaupt sollten die Blütezeiten-Angaben einmal genauer einer kritischen Revision unterzogen werden, wie haben ja allein heuer schon etliche Abweichler im Forum vorgestellt.
Spannender für mich ist die Frage nach dem Status der Art in Österreich. Die EFÖLS bezeichnet die Art als Neophyten und gibt als Heimat W-Europa an. In der großformatigen Flora von A. Polatschek ist aber zu lesen, dass die Art in Vorarlberg ev. heimisch sein könnte; die neue RL für Vorarlberg von Amann diskutiert diese Angabe nicht kritisch bzw. widerlegt sie nicht. In Südtirol (lt. Internetplattform FaunaFloraSüdtirol) gilt sie als Neophyt. Für Kärnten wird sie lt. dem Kärntner Verbreitungsatlas aber wiederum im Normalstatus geführt, in Bayern lt. BIB ebenso.
Für Osttirol wird sie in der alten Tirolflora von Hausmann (1851-1854) nicht erwähnt, die älterste Angabe datiert m.W. von F. Sauter (1899), die sie von "Bahndämmen bei Mittewald" angibt. Heute ist die Art in Osttirol weit verbreitet (in meiner DB derzeit 41 Nachweise!) und tritt auch an naturnäheren Standorten wie die Isel-Alluvionen auf. Ob diese aber zugleich die natürlichen Standorte der Art in Osttirol ist fraglich - ein Gros der Bestände hier ist zweifelsfrei ruderal eingenischt. Eventuell wurde die Art in Osttirol frühzeitig mit der Bahn eingeschleppt und hat sich dann hier erfolgreich ausgebreitet.
Wie seht ihr diese Art und welchen Status würdet ihr vergeben?
Viele Grüße
Oliver
Heute habe ich Erucastrum gallicum, die Französische Hundsrauke, in Debant auf einem Erdhaufen in Vollblüte angetroffen. Es war nicht nur ein Einzelindividuum mit Blüten zu sehen, sondern ein großer Bestand in Blüte. In der EFÖLS ist die Blütezeit mit "V-X" angegeben, ich denke das ist zu revidieren. Überhaupt sollten die Blütezeiten-Angaben einmal genauer einer kritischen Revision unterzogen werden, wie haben ja allein heuer schon etliche Abweichler im Forum vorgestellt.
Spannender für mich ist die Frage nach dem Status der Art in Österreich. Die EFÖLS bezeichnet die Art als Neophyten und gibt als Heimat W-Europa an. In der großformatigen Flora von A. Polatschek ist aber zu lesen, dass die Art in Vorarlberg ev. heimisch sein könnte; die neue RL für Vorarlberg von Amann diskutiert diese Angabe nicht kritisch bzw. widerlegt sie nicht. In Südtirol (lt. Internetplattform FaunaFloraSüdtirol) gilt sie als Neophyt. Für Kärnten wird sie lt. dem Kärntner Verbreitungsatlas aber wiederum im Normalstatus geführt, in Bayern lt. BIB ebenso.
Für Osttirol wird sie in der alten Tirolflora von Hausmann (1851-1854) nicht erwähnt, die älterste Angabe datiert m.W. von F. Sauter (1899), die sie von "Bahndämmen bei Mittewald" angibt. Heute ist die Art in Osttirol weit verbreitet (in meiner DB derzeit 41 Nachweise!) und tritt auch an naturnäheren Standorten wie die Isel-Alluvionen auf. Ob diese aber zugleich die natürlichen Standorte der Art in Osttirol ist fraglich - ein Gros der Bestände hier ist zweifelsfrei ruderal eingenischt. Eventuell wurde die Art in Osttirol frühzeitig mit der Bahn eingeschleppt und hat sich dann hier erfolgreich ausgebreitet.
Wie seht ihr diese Art und welchen Status würdet ihr vergeben?
Viele Grüße
Oliver