Frankreich: Flora der Provence (plus Beobachtungen an west- und südeuropäischen Bahnstrecken sowie in Paris)
- Jürgen Baldinger
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Roquebrune-Cap Martin I
Meine letzte botanische Exkursion an der Côte d'Azur dieses Mal hat mich auf die Halbinsel Cap Martin zwischen Monaco und Ventimiglia geführt, es war eine der schönsten Touren bisher (wobei ich es ja auch dieses Mal nicht in's nahe Hochgebirge geschafft habe, ich bin halt so gern am Meer). Die Küstenorte sind von Cannes bis in's italienische Ventimiglia (der erste Ort hinter der Grenze) durch eine S-Bahn verbunden, und an deren Bahnhof Roquebrune-Cap Martin stehen diese zwei prächtigen Eucalyptus-Bäume.Von dort bin ich den alten Zöllner-Weg Le Corbusier auf das Kap hinaus gegangen. Älter werdend werde ich zusehends ängstlicher, ich war daher auf diesem Steg unter der S-Bahn, den man erst hinter sich bringen musste, nicht vollends entspannt.Der Blick nach Westen zeigt im Vordergrund Beausoleil, in der Bucht dahinter Monaco.Noch überhaupt kein Gefühl habe ich offenbar für die Familie der Akanthusgewächse, denn bei diesem Acanthus arboreus hatte ich zunächst keine Verbindung zu zum Beispiel A. mollis hergestellt.kultivierte Dolichandra unguis-cati, eine mittel- und südamerikanische ArtTeppiche über die Felsen von Lotus cytisoidesFumana laevipesSenecio angulatus, eingebürgert aus Südafrika, sukkulent, kletternd; den ebenfalls aus Südafrika stammenden Senecio deltoideus, der in der Literatur für das Gebiet angegeben wird, habe ich nicht gesehen.der Rosmarin Afrikas, wie er hier heißt, Eriocephalus africanus, ein KorbblütlerScorpiurus muricatusDie Gärten der Belle Epoque-Villen gehen über vor Pflanzen, hier zum Beispiel Osteospermum cf. fruticosum.Die Villen am Kap, so sie einmal verkauft werden, wechseln aktuell übrigens um wohlfeile 100 Mio. Euro die Besitzer. Aus der Vogelperspektive hier zum Beispiel die Villa Cyrnos.
"(...) gib ihnen noch zwei südlichere Tage (...)"
- Jürgen Baldinger
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Roquebrune-Cap Martin II
Ein botanischer Höhepunkt dieser Reise war sicher diese Stachys-Art, S. ocymastrum, für die für Festland-Frankreich lediglich zwei Fundpunkte angegeben werden.Ptilostemon gnaphaloidesDer Weg endet an der Spitze des Kaps, von wo aus man Menton, den letzten Ort auf französischem Boden, sieht. Der Rücken des dunklen Bergzugs stellt die Staatsgrenze dar, dahinter liegt bereits der Belpaese.Limonium cordatumwohl kultivierte Phlomis fruticosaIn der Literatur wird das Indigenat dieses Vorkommens von Pallenis maritima neben dem Parkplatz des Wegs angezweifelt. Zum einen handelt es sich um ein sehr lokales Vorkommen neben bebautem Gebiet, zum anderen liegen die nächsten Populationen rund hundert Kilometer entfernt. Schön anzusehen sind die schönen, goldgelben Köpfchen, die ab dem Ende des Winters erscheinen, allemal.Erodium cf. moschatumFumaria sp.Limoniastrum monopetalumVon hier aus bin ich durch das Siedlungsgebiet zurück, ein bisschen enttäuscht, eine meiner Wunscharten, Urtica membranacea, nicht gefunden zu haben. Als Freund der Fabaceen habe ich auch hinnehmen müssen, dass mir Tripodion tetraphyllum entgangen war, ebenso wie Freesia alba, beide soll es hier geben.
Dafür weiß ich nun, dass Sis(s)i viermal hier war.kultivierte Passiflora morifoliaUnd wie es oft so kommt, tauchte dann Urtica membranacea unerwartet doch noch auf. Die Fotos sind leider nicht gut. Diese mediterrane Brennessel-Art ist nur spärlich mit Brennhaaren besetzt, die oberen Teilblütenstände stehen unverzweigt und kreuzartig ab.In einem nahen Olivenbaum-Park stehen wahre Methusalems von Olea europea.Irgendwo soll dort auch einer der ältesten Bäume des Landes stehen, eben ein Olivenbaum, dessen Alter mit 2000 Jahren angegeben wird, für den Stammdurchmesser werden 10 m angegeben, Fotos siehe hier.
Trifolium resupinatumFalls ich Bestimmungsfehler gemacht habe, bin ich über jede Korrektur dankbar.
Dafür weiß ich nun, dass Sis(s)i viermal hier war.kultivierte Passiflora morifoliaUnd wie es oft so kommt, tauchte dann Urtica membranacea unerwartet doch noch auf. Die Fotos sind leider nicht gut. Diese mediterrane Brennessel-Art ist nur spärlich mit Brennhaaren besetzt, die oberen Teilblütenstände stehen unverzweigt und kreuzartig ab.In einem nahen Olivenbaum-Park stehen wahre Methusalems von Olea europea.Irgendwo soll dort auch einer der ältesten Bäume des Landes stehen, eben ein Olivenbaum, dessen Alter mit 2000 Jahren angegeben wird, für den Stammdurchmesser werden 10 m angegeben, Fotos siehe hier.
Trifolium resupinatumFalls ich Bestimmungsfehler gemacht habe, bin ich über jede Korrektur dankbar.
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- Jürgen Baldinger
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Re: Flora der Seealpen und der Riviera
Ich darf mich gerade wieder dem savoir vivre hingeben und werde nach und nach einige Beobachtungen der französischen Mittelmeerflora einstellen. Vorgestern ging es zunächst mit dem Zug nach Paris, nach einigen schlechten Nightjet-Erfahrungen die Nachtzüge nun meidend wählten wir eine Tagesverbindung und hätten am Nachmittag an der Seine sein sollen; sieben Stunden später war es tatsächlich soweit – danke, Deutsche Bahn. Paris hat uns jedenfalls wieder schnell und gut entschädigt.
Zum Floristischen: An der Seine auf Höhe der Pont d'Iéna habe ich erstmals fluviale Schwimmblattgesellschaften gesehen, als Donau-Anrainer ein ungewohnter Anblick. Hier liegt hingegen ein Tieflandfluss vor, was es wohl ermöglicht, an zahlreichen Stellen in der Stadt zum Beispiel Potamogeton-Arten vorzufinden. Daneben fahren ständig Fracht- und Ausflugsschiffe vorbei.Durch die randliche Lage und vorgelagerte, dauerhaft angelegte Schiffe ist diese Stelle an der Pont d'Iéna vor Strömung geschützt.Ich habe keinen Zugang zu den Pflanzen gehabt, die Pariser Florenlisten geben für die breitblättrige Arten aber Potamogeton natans, P. × zizii, P. polygonifolius, P. nodosus, P gramineus, P. × fluitans, P. coloratus an, für die schmalblättrigen P. obtusifolius, P. friesii, P. berchtoldii, P. acutifolius und für die fadenförmigen P. trichoides, P. pusillus. Ohne vollentwickelte Pflanzen vor mir zu haben, kann ich nichts dazu sagen.Sogar Nuphar lutea gibt es.einige weitere Stellen mit Schwimmblatt-Pflanzen:Ansonsten: Acanthus mollis, hier kultiviert, fruchtet nun.Neben dem Invalidendom eine Plantaginaceae sp., die Linaria maroccana sein könnte, vielleicht weiß jemand dazu etwas.zahlreich Crepis bursifoliaNahe der Île de la Cité ließen sich dieser Seidenreiher und diese weibliche Gebirgsstelze nicht stören. Kann das jemand von den ornithologisch Versierten bestätigen? Der Seidenreiher hatte gelbgrüne Füße.
Zum Floristischen: An der Seine auf Höhe der Pont d'Iéna habe ich erstmals fluviale Schwimmblattgesellschaften gesehen, als Donau-Anrainer ein ungewohnter Anblick. Hier liegt hingegen ein Tieflandfluss vor, was es wohl ermöglicht, an zahlreichen Stellen in der Stadt zum Beispiel Potamogeton-Arten vorzufinden. Daneben fahren ständig Fracht- und Ausflugsschiffe vorbei.Durch die randliche Lage und vorgelagerte, dauerhaft angelegte Schiffe ist diese Stelle an der Pont d'Iéna vor Strömung geschützt.Ich habe keinen Zugang zu den Pflanzen gehabt, die Pariser Florenlisten geben für die breitblättrige Arten aber Potamogeton natans, P. × zizii, P. polygonifolius, P. nodosus, P gramineus, P. × fluitans, P. coloratus an, für die schmalblättrigen P. obtusifolius, P. friesii, P. berchtoldii, P. acutifolius und für die fadenförmigen P. trichoides, P. pusillus. Ohne vollentwickelte Pflanzen vor mir zu haben, kann ich nichts dazu sagen.Sogar Nuphar lutea gibt es.einige weitere Stellen mit Schwimmblatt-Pflanzen:Ansonsten: Acanthus mollis, hier kultiviert, fruchtet nun.Neben dem Invalidendom eine Plantaginaceae sp., die Linaria maroccana sein könnte, vielleicht weiß jemand dazu etwas.zahlreich Crepis bursifoliaNahe der Île de la Cité ließen sich dieser Seidenreiher und diese weibliche Gebirgsstelze nicht stören. Kann das jemand von den ornithologisch Versierten bestätigen? Der Seidenreiher hatte gelbgrüne Füße.
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- Hermann Falkner
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Re: Flora der Seealpen und der Riviera
Hallo Jürgen,
ich kann natürlich auch nur raten, aber die sehr lang gestielten "breiterblättrigen" Potamogeton erinnern mich sehr an P. nodosus; und zum Rest trau ich mich gar nix sagen.
ich kann natürlich auch nur raten, aber die sehr lang gestielten "breiterblättrigen" Potamogeton erinnern mich sehr an P. nodosus; und zum Rest trau ich mich gar nix sagen.
- Jürgen Baldinger
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Re: Flora der Seealpen und der Riviera
Danke, Hermann, ich lege es als Potamogeton cf. nodosus ab. – In Grasse, so etwas wie die Welthauptstadt der Parfümerie, sprießt aus Mauern dieser Farn, den ich als Adiantum capillus-veneris anspräche. Liege ich da richtig?Zu Grasse passend, weil wunderbar duftend, diese aus Pflasterritzen wachsende Lamiacee, die Clinopodium nepeta sein müsste.Zwei weitere Mauerpflanzen: Erigeron karvinskianus blüht immer noch.Trachelium caeruleum
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