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Hitzebrand auf Blattspreiten
Verfasst: Montag 29. Juni 2026, 14:38
von kurt nadler
gestern war in prellenkirchen der heißeste tag "jemals", 0,5 grad wärmer als am 8.8.2013, dem österreichrekordtag mit 40,6 grad in neusiedl (der wert wurde nicht anerkannt, die messstation danach in einen kühleren ortsteil verlegt) sowie 40,5 grad in dt.altenburg, einer unserer nachbarortschaften. gestern hatten wir ca. 4,5 stunden lang über 40 grad mit spitzenwert 40,9 grad. damals wie heute (und auch in zwischenjahren mit um die 39 grad) kam es zu hitzebranderscheinungen, 2013 massiv an himbeeren bei uns im hof in der ortsmitte. die himbeeren sind heutzutage längst klimaopfer. dafür gabs diesmal in hof und garten an mehreren pflanzen akute und sehr merkbare hitzeschäden, die gestern ausgelöst wurden, anfangs noch nicht bestanden und heute in erscheinung traten. im deutlich weniger heiß werdenden hof in breitenbrunn gab es auch - erstmals beobachtete - "verbrennungen".
es ist interessant, dass die physiologische lebensfähigkeitsspanne von "laubblättern" in unserem klimabereich nicht nur nach unten durch frost, sondern auch nach oben durch hitze limitiert ist. ich nehme an, dass das "aufkochen" des blattinneren zu zell(wand)zerstörungen führt.
bleibt zu hoffen, dass das gros der heimischen pflanzen in nächster zeit ohne massive nekrosen die sommer überstehen kann.
Re: Hitzebrand auf Blattspreiten
Verfasst: Montag 29. Juni 2026, 16:17
von Hermann Falkner
Bei uns in der Donaustadt haben "kühle" 36-39 ° auch schon gereicht, um die Himbeeren braun werden zu lassen; bei denen ists bestimmt die Hitze, aber auch die eigentlich wärmeliebenden Paradeiser schaun überhaupt nicht gut aus.
Re: Hitzebrand auf Blattspreiten
Verfasst: Dienstag 30. Juni 2026, 17:30
von kurt nadler
nach vorgestern 40,9, gestern 40,8 und heute 39,6 grad in prellenkirchen schreiten die hitzeschäden an pflanzen voran. bei meiner doku werden trockenschäden ausgeschlossen; die gezeigten pflanzen sind ausreichend wasserversorgt. neu sind naturhitzegekochte rote ribisel, deren konsistenz, farbe und geschmack sich nach einwirkung verändern. dagegen scheinen die schwarzen ribisel einfach zu verdorren - dürften poröser sein als die roten. die früchte waren vor 3 tagen noch in ordnung. bei den gezeigten hybridlilien treten während der tageshitze wässerungsunabhängige welkeerscheinungen zutage. dazu kommen einzelne branderscheinungen an den blütenblättern. beim holler sind auch kronenbereiche betroffen, sonst betrafen die dokumentationen bzw. die schäden bodennahe gehölzbereiche. wieviel kronenschäden sich der menschlichen perspektive entziehen, bleibt offen.
Re: Hitzebrand auf Blattspreiten
Verfasst: Donnerstag 2. Juli 2026, 22:00
von kurt nadler
Und noch ein paar in den letzten Tagen ausgelöste "Schadensfälle":
Re: Hitzebrand auf Blattspreiten
Verfasst: Freitag 3. Juli 2026, 19:21
von 2045
Jovibarba globifera in Retz, NÖ am 02.07.2026
mit massiver Hitze/Trocken-Schädigung
Re: Hitzebrand auf Blattspreiten
Verfasst: Freitag 3. Juli 2026, 22:59
von Stefan Lefnaer
Hier ein paar Eindrücke von einer Weingartenbrache nächst Paasdorf:

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Re: Hitzebrand auf Blattspreiten
Verfasst: Freitag 3. Juli 2026, 23:11
von Stefan Lefnaer
Plantago lanceolata LC —
L7 T5 Ki F5 R6 Ni S1 ist in den heißesten Lagen komplett kapores gegangen:

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Cichorium intybus LC —
L8 T6 Ki F4 R7 N5 S1 ist für mich eine negative Überraschung: Die Art hätte ich für deutlich hitze- und trockenheitsresistenter gehalten:

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Auch
Eryngium campestre NT —
L9 T7 Ki F3 R7 N3 S0 weist teilweise Schäden auf. Allerdings v.a. juvenile Pflanzen, erwachsene haben die Hitze deutlich besser ausgehalten:

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Falcaria vulgaris LC —
L7 T7 K6 F3 R8 N4 S0 hat nur leichte Schäden und blüht, als wenn nichts gewesen wär:

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Bei
Chondrilla juncea LC —
L8 T7 K6 F2 R7 N4 S1 sind kaum Laubblätter geschädigt. Schon alleine deshalb, da sie praktische keine hat:

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Echium vulgare LC —
L9 T6 Ki F4 R7 N4 S1 ist auch recht gut durchgekommen:

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Centaurea scabiosa LC , im PA
NT —
L7 T6 Ki F3 R8 N4 S0 hat sich, für mich überraschend, am besten geschlagen und scheint fast gar nichts abbekommen zu haben:

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Re: Hitzebrand auf Blattspreiten
Verfasst: Samstag 4. Juli 2026, 15:33
von Jürgen Baldinger
Eryngium campestre kommt auch an Straßenrändern in der Provence noch durch, während Cichorium intybus dort selten ist.
Re: Hitzebrand auf Blattspreiten
Verfasst: Samstag 4. Juli 2026, 22:06
von Stefan Lefnaer
Pentanema oculus-christi EN —
L9 T8 K7 F2 R8 N2 S0 weist in den Leiser Bergen auf einer feuchteren, schattigeren Stelle nur leichte Schädigungen auf:

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Auf trockenen, stark der Sonne ausgesetzten Stellen kam es jedoch zu Totalausfällen:

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Re: Hitzebrand auf Blattspreiten
Verfasst: Sonntag 5. Juli 2026, 00:46
von kurt nadler
danke für die beiträge. ja, wenn hitz und trockenheit zusammenwirken, ists grauslich...
ich hab mich derweil beim zierpflanzenbau in st. pölten (schäden hätt ich an feldkultivierten dahlien erwartet) und dann an den standorten eugendorf/sbg., thalgau und bei rohrbach im mühlviertel umgesehen: nix. bloß in st. pölten ein einziger von mehreren benachbarten spitzahornbäumen betroffen und eine winzige spur himbeerblattbrand, der mir nicht einmal ein foto wert war. spitzahorn fand ich im osten österreichs bislang nicht geschädigt vor (mit braunen blattrandnekrosen infolge trockenheit aber schon, aber das ist hier nicht thema).
daher nochmals den schadensstand an parthenocissus in breitenbrunn. interessant dabei direkt daneben ein völlig ungeschädigter holler!