Die Wälder der Hollabrunn-Mistelbach-Formation

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Stefan Lefnaer
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Re: Die Wälder der Hollabrunn-Mistelbach-Formation

Beitragvon Stefan Lefnaer » Freitag 20. März 2026, 20:55

Hier ein Viola-Update von der Südabdachung der "Hohen Berge" nördlich von Ladendorf. An einem Gebüschrand die hübsche Kombination von Viola odorata  LC  —  L5   T6   Ki   F5  ~  R7   N6   S0  und Viola alba subsp. scotophylla  LC  —  L5   T6   K4   F5  ~  R6   N5   S0 :

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Nächstbei in einer trockenen Wiese Viola suavis  LC  —  L6   T7   K6   F4  ~  R7   N6   S0 :

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Dann am Waldrand nochmals Viola alba subsp. scotophylla  LC  —  L5   T6   K4   F5  ~  R6   N5   S0 :

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Re: Die Wälder der Hollabrunn-Mistelbach-Formation

Beitragvon Stefan Lefnaer » Freitag 20. März 2026, 21:12

Nördlich von Herzogbirbaum ein prächtiges Vorkommen von Ficaria verna s.str.  LC  —  Li   T5   K3   F6     R7   N7   S0 . Entlang eines Bachs, die HMF bzw. den Glasweiner Wald sieht man aber immerhin am zweiten Foto im Hintergrund.

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Nördlich von Herzogbirbaum gibt es Vorkommen von Adonis vernalis  VU  —  L7   T7   K8   F3     R8   N2   S0 , einer sonst im zentralen Weinviertel seltenen Art. Das erste liegt direkt am Waldrand auf einer trockenen Wiese. Diese wird nicht speziell gepflegt oder geschützt aber immerhin regelmäßig gemäht oder gemulcht.

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Das zweite Vorkommen liegt weiter südlich auf einer Geländestufe, die einen akut durch Verbuschung, Eutrophierung und Ruderalisierung bedrohten Halbtrockenrasen beherbergt:

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Gesucht habe ich eigentlich Viola ambigua  VU  —  L8   T7   K6   F3     R8   N3   S0 . Auf den Halbtrockenrasen habe ich sie nicht gefunden. Aber dann fanden sich doch noch ein paar Pflänzchen auf einem grasigen Feldweg:

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Re: Die Wälder der Hollabrunn-Mistelbach-Formation

Beitragvon Stefan Lefnaer » Dienstag 31. März 2026, 22:01

Laut Arbeitskarte der FKÖ tritt Cardamine bulbifera  LC  —  L4   T5   K5   F5     R7   N6   S0  im Weinviertel ausschließlich in Qu. 7564-4 (nämlich am Glockenberg) sowie in Qu. 7665-1 (vermutlich im Hochleithenwald) auf. 2024 fand ich ein Einzelindividuum im Schwarzwald bei Hollabrunn in Qu. 7462-4, also viel weiter nordwestlich als die bisher bekannten Vorkommen. Damals dachte ich an eine Verschleppung durch Forstmaschinen o.ä. Heute fand in der Nähe des Einzelfundes jedoch eine Population mit hunderten bis tausenden Pflanzen. Das Vorkommen befindet sich auf einer Kuppe im Wald, vor allem an deren nach Norden abfallender Flanke. Diese ist mit Buchen, die dort natürlich auftreten könnten, aber auch mit aufgeforsteten und teilweise absterbenden Rot-Föhren bestockt. Ich schwanke also immer noch, ob es sich um ein indigenes Vorkommen handelt. Es spricht aber vieles dafür: die Wienerwald-Vorkommen sind nur rund 25 km entfernt und die Nordflanke der Kuppe ist etwas feuchter und atlantischer geprägt als der restliche Wald. Zumal kann der umgebende Wald ein passendes Mikroklima für die K5-Art im Weinviertel schaffen. Außerdem treten dort im Wald weitere Arten mit teilweise ähnlichen Ansprüchen auf (z.B. Petasites hybridus, Potentilla sterilis und Stachys alpina), die man im Weinviertel auch eher nicht erwarten würde. Nachfolgend ein paar Fotos vom Fundort:

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Re: Die Wälder der Hollabrunn-Mistelbach-Formation

Beitragvon Stefan Lefnaer » Montag 6. April 2026, 21:21

Heute habe ich mir die Geländestufen am Westrand des Hollabrunner Walds (Schwarzwald) östlich des Langen Bergs angesehen. Wer dort schon einmal die Schnellstraße nach Hollabrunn entlang gefahren ist, dem sind sie sicherlich aufgefallen. Sie schauen schon von der Straße interessant aus. Leider ist es dort auch entsprechend laut. Heute, am Ostersonntag, war es aber erträglich. Früher waren dort auf den Stufen Äcker vorhanden. Da wohl (aus Erste-Welt-Perspektive) der Ertrag zu gering und die Bewirtschaftung zu schwierig ist, wurden sie vor einiger Zeit aufgegeben und werden nun als "ÖPUL-Brachen", oder wie man das gerade nennt, bewirtschaftet. De facto handelt es sich um trockene Wiesen. Hier einmal ein paar Überblicksfotos.

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Re: Die Wälder der Hollabrunn-Mistelbach-Formation

Beitragvon Stefan Lefnaer » Montag 6. April 2026, 21:34

Zuerst fand ich ein Individuum von Himantoglossum adriaticum  NT  —  L7   T7   K5   F3     R8   N3   S0 . Das ist keine Überraschung: auch am nahen Langen Berg konnte ich die Orchideen-Art schon nachweisen.

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Von Thesium dollineri  EN  —  L8   T7   K6   F3     R8   N3   S0  fand ich mehrere Dutzend Pflanzen. Wer meine Posts hier mitliest, könnte die Art nun fast für ein garstiges Unkraut halten, das an jedem Eck und End auftaucht. Tatsächlich ist es aber nicht gar so häufig und neu für Qu. 7462-4.

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Das eine versprengte Individuum von Verbascum speciosum  LC  —  L9   T8   K8   F3     R7   N6   S0  dürfte von dem Massenvorkommen am Langen Berg abstammen:

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