Die Flora des Laaer Beckens
Verfasst: Dienstag 2. November 2021, 19:18
Da ich in den letzten Jahren und heuer mehrfach in diesem Gebiet unterwegs war und dies in den nächsten Jahren fortsetzen möchte, eröffne ich hier eine Reihe zu dem Thema. Das Laaer Becken war über Jahrtausende ein sumpfiges Gebiet, teils auch mit salzigen Böden samt entsprechender Flora, deren Reste man noch bei Zwingendorf vorfindet. Der bedeutende Humanist und spätere Papst Pius II., Enea Silvio Piccolomini, der am Hof des nachmaligen Habsburgerkaisers unter anderem als königlicher Sekretär tätig war und zeitweise die Pfarre Laa als Pfründe innehatte, formulierte die naturräumliche Situation etwas spitz wie folgt: „Laa, du uralte Stadt, bist die Nebenbuhlerin Venedigs, so wie jene mitten im Meer liegst du mitten im Kot“. Tatsächlich existierten im Laaer Becken bis auf Laa selbst sowie einige wenige Dörfer wie Hanfthal keine Siedlungen. Diese entstanden im österreichischen Anteil des Beckens alle in dessen Süden auf den höher gelegenen Flanken der Waschbergzone und Hollabrunn-Mistelbach-Formation. Erst im 19. Jahrhundert machte man sich daran das Laaer Becken zu meliorieren. Erreicht wurde die Entwässerung durch ein verästeltes System von Gräben: mehrere Gräben münden jeweils zusammen, südlich von Laa werden gar vier an einer Stelle vereinigt. Dadurch sollte einerseits die Hochwassergefahr beseitigt werden, was nur teilweise gelang bzw. die Hochwässer auf die Vorfluter verlagert wurden. Zweitens sollte Ackerland gewonnen werden. Inmitten der Ebene wurden von Adeligen und anderen kapitalstarken Personen mehrere große Gutshöfe zur Bewirtschaftung des Landes angelegt. Die Landschaft besteht nun aus riesigen Äckern mit geometrisch angeordneten Wegen und Windschutzstreifen dazwischen, wie das folgende Foto mit der Staatzer Klippe im Hintergrund zeigt:
Durch die Melioration wurden andererseits Habitate von unermesslichem Wert für die Natur zerstört. Wie das Gebiet ursprünglich aussah, ist heute schwer vorstellbar. Selbst Reste wie das NSG Zwingendorfer Glaubersalzböden stellen nur ein klägliches, kleines Relikt dar.
Geologisch gehört das Laaer Becken zur Laa-Formation in der Molassezone. Diese verdankt ihre Entstehung der Überschiebung von Alpen und Karpaten über die Böhmische Masse. Durch die Auffaltung sank das Umland aufgrund der Auflast ein und wurde vom Molassemeer geflutet. In dieses wurde von den Alpenflüssen der Abtragungsschutt der Alpen eingebracht und das Becken somit mit Schotter, Kies und Sanden aufgefüllt. Über dem Untergrund entstanden v.a. Tschernoseme, die ein hochwertiges Ackerland abgeben.
Durch die Melioration wurden andererseits Habitate von unermesslichem Wert für die Natur zerstört. Wie das Gebiet ursprünglich aussah, ist heute schwer vorstellbar. Selbst Reste wie das NSG Zwingendorfer Glaubersalzböden stellen nur ein klägliches, kleines Relikt dar.
Geologisch gehört das Laaer Becken zur Laa-Formation in der Molassezone. Diese verdankt ihre Entstehung der Überschiebung von Alpen und Karpaten über die Böhmische Masse. Durch die Auffaltung sank das Umland aufgrund der Auflast ein und wurde vom Molassemeer geflutet. In dieses wurde von den Alpenflüssen der Abtragungsschutt der Alpen eingebracht und das Becken somit mit Schotter, Kies und Sanden aufgefüllt. Über dem Untergrund entstanden v.a. Tschernoseme, die ein hochwertiges Ackerland abgeben.