Arecales (Palmenartige)
- Jürgen Baldinger
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Arecales (Palmenartige)
Es ist natürlich noch kein ureigenes österreichisches Thema, aber was heißt "ureigen" schon angesichts der Erderhitzung? Palmen interessieren mich, und vielleicht ergibt sich ja der eine oder andere Beitrag.
Die Palmenartigen bestehen seit APG IV (2016) aus den beiden Familien Arecaceae, die mit rund 2.600 Arten den größten Teil der Ordnung ausmacht sowie deren Schwestergruppe, der australischen Familie der Dasypogonaceae mit 4 Gattungen und 16 Arten.
Bleiben wir zunächst einmal in Europa, wo ich gerne lernen würde, die beiden heimischen Arten Phoenix carariensis und Chamaerops humilis richtig anzusprechen.
Chamaerops humilis, im nordöstlichen Areal bis Italien vorkommend, sollte zum Beispiel das sein:
eher niedriger WuchsDie Früchte werden reif rot.dornig gezähnte Laubblattstiele, die Laubblätter handförmig, halbkreisförmig
Die Palmenartigen bestehen seit APG IV (2016) aus den beiden Familien Arecaceae, die mit rund 2.600 Arten den größten Teil der Ordnung ausmacht sowie deren Schwestergruppe, der australischen Familie der Dasypogonaceae mit 4 Gattungen und 16 Arten.
Bleiben wir zunächst einmal in Europa, wo ich gerne lernen würde, die beiden heimischen Arten Phoenix carariensis und Chamaerops humilis richtig anzusprechen.
Chamaerops humilis, im nordöstlichen Areal bis Italien vorkommend, sollte zum Beispiel das sein:
eher niedriger WuchsDie Früchte werden reif rot.dornig gezähnte Laubblattstiele, die Laubblätter handförmig, halbkreisförmig
"(...) gib ihnen noch zwei südlichere Tage (...)"
- Jürgen Baldinger
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Re: Arecales (Palmenartige)
Ob es sich auch bei Phoenix canariensis um eine europäische Dattelpalme handelt, ist eine müßige, definitorische Frage: Wird "Europa" politisch begriffen, sind die Kanarischen Inseln als zu Spanien gehörend natürlich ein Teil davon, geologisch zählen sie bereits zu Afrika. Jedenfalls bilden sie zusammen mit den Kapverden, Madeira und den Azoren im östlichen Zentralatlantik die biogeografische Florenregion Makaronesien. Zur Gattung gehören 14 Arten, darunter Ph. dactylifera, die Echte Dattelpalme, wirtschaftlich eine bedeutsame Kulturpflanze in ariden Gebieten und noch frosttoleranter als Ph. canariensis.
Merkmale von Ph. canariensis: Stamm mit rautenförmigen Narben bedeckt, 12 bis 16 m, stets unverzweigt; Krone üppig; Laubblätter ("Wedel") 5 bis 6 Meter lang, schief stehend, frisch grün; Fiedern 40 bis 50 cm lang, +/- regelmäßig oder paarweise angeordnet; zweihäusig getrenntgeschlechtig, männliche Blüte 4 mm lang, gelblich-weiß, Kronblätter nicht spitz, in dichten, hängenden Blütenständen, weibliche Blüten gelb, Kelchblätter so lang wie Kronblätter, in ährigen Blütenständen; Blütezeit II-IV; (Beeren-)Früchte dunkelbraun, wenig fleischig, 1,5 bis 2,5 cm lang, etwa 1,2 cm breit, prinzipiell essbar, geschmacklos. Endemit der Kanarischen Inseln, im restlichen Makaronesien eingeführt. Frosttoleranz bis -5 bis -10° C. Nutzung der Früchte als Tierfutter, durch Anritzen des Stammes Gewinnung von "Palmhonig" möglich.
Diese Palmenart wächst schnell, ist in milden Klimaten robust, wenig pflegebedürftig und somit weltweit die am häufigsten kultivierte Art. Laut Wikipedia wachsen Exemplare vor allem in den mildesten Gebieten Großbritanniens, Westfrankreichs, im Schweizer Kanton Tessin und in der Kölner Bucht mit wenig oder ohne Protektion.unreife Früchte
Merkmale von Ph. canariensis: Stamm mit rautenförmigen Narben bedeckt, 12 bis 16 m, stets unverzweigt; Krone üppig; Laubblätter ("Wedel") 5 bis 6 Meter lang, schief stehend, frisch grün; Fiedern 40 bis 50 cm lang, +/- regelmäßig oder paarweise angeordnet; zweihäusig getrenntgeschlechtig, männliche Blüte 4 mm lang, gelblich-weiß, Kronblätter nicht spitz, in dichten, hängenden Blütenständen, weibliche Blüten gelb, Kelchblätter so lang wie Kronblätter, in ährigen Blütenständen; Blütezeit II-IV; (Beeren-)Früchte dunkelbraun, wenig fleischig, 1,5 bis 2,5 cm lang, etwa 1,2 cm breit, prinzipiell essbar, geschmacklos. Endemit der Kanarischen Inseln, im restlichen Makaronesien eingeführt. Frosttoleranz bis -5 bis -10° C. Nutzung der Früchte als Tierfutter, durch Anritzen des Stammes Gewinnung von "Palmhonig" möglich.
Diese Palmenart wächst schnell, ist in milden Klimaten robust, wenig pflegebedürftig und somit weltweit die am häufigsten kultivierte Art. Laut Wikipedia wachsen Exemplare vor allem in den mildesten Gebieten Großbritanniens, Westfrankreichs, im Schweizer Kanton Tessin und in der Kölner Bucht mit wenig oder ohne Protektion.unreife Früchte
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- Jürgen Baldinger
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Re: Arecales (Palmenartige)
Tatsächlich eine europäische Dattelpalmen-Art ist Phoenix theophrasti, ein salztoleranter Endemit einiger weniger Standorte auf Kreta und an der kleinasiatischen Küste, Fotos zum Beispiel hier. Zumindest werden diese Populationen seit 1967 als eigene Art anerkannt. Die IUCN führt sie als NT (near threatened). Sie ist Ph. dactylifera ähnlich und unterscheidet sich nach der Flora Europaea Vol. 5 von dieser durch nicht sukkulente, kleinere, faserigere Früchte, niedrigere Wuchshöhe und etwas weniger gräuliche Fiedern:
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Oliver Stöhr
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Re: Arecales (Palmenartige)
Hier dazu noch ein paar Fotos von Phoenix canariensis von La Palma und La Gomera; die Art steht dort oft im Sukkulentenbusch (gerne in Hangeinschnitten / Schluchten) wie auch nicht selten auch siedlungsnah in der Kulturlandschaft.
LG
Oliver
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Oliver Stöhr
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Re: Arecales (Palmenartige)
... und hier noch, leider fotografisch nicht ganz taufrische Fotos zu Phoenix theophrastii vom Stand von Preveli / Südkreta aus 2003.
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- Jürgen Baldinger
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Re: Arecales (Palmenartige)
Fotos wildwachsender Phoenix-Arten, sehr schön, danke. – Eine Palmenart, die uns spätestens seit Franz Essls Fund 2019 auch in Österreich betrifft, ist die zunehmend invasive Trachycarpus fortunei, die Chinesische Hanfpalme. Der Stamm wird 12 bis 15 m hoch, Blattbasen und Fasern bleiben sehr lange erhalten, was das typische Stammbild ergibt. Die Art ist zweihäusig, zu ihrer Beschreibung siehe hier.
- Fotos von Trachycarpus fortunei
- zum Vergleich Fotos von Chamaerops humilis
- Archontophoenix cunninghamiana
Brahea armata
Brahea edulis
Butia odorata
Butia yatay
Chamaedorea microspadix
Chamaedorea radicalis
Chamaerops humilis (var. humilis, var. argentea)
Howea forsteriana
Jubaea chilensis
Livistona australis
Livistona chinensis
Phoenix canariensis
Phoenix dactylifera
Phoenix theophrasti
Rhapidophyllum hystrix
Sabal bermudana
Sabal minor
Sabal palmetto
Syagrus romanzoffiana
Trachycarpus fortunei
Trachycarpus wagnerianus
Trithrinax campestris
Washingtonia filifera
Washingtonia robusta
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Oliver Stöhr
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Re: Arecales (Palmenartige)
Beim beliebten Palmenstrand in Preveli / Kreta hat es übrigens 2010 einen massiven Brand gegeben: https://www.derstandard.at/story/128227 ... eli-schwer
Die oben gezeigten Bilder entstanden vorher ….
Lg
Oliver
Die oben gezeigten Bilder entstanden vorher ….
Lg
Oliver
- Jürgen Baldinger
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Re: Arecales (Palmenartige)
Ich hatte leider mein Telefon vergessen, es gibt daher keine Bilder, aber mir ist heute bei einem Rundgang in Schwechat in der Sendnergasse/Ecke Buchengasse eine im Garten gepflanzte Palme aufgefallen, die dort offenbar ganzjährig steht, in Hausnähe im Garten, und bereits mehrere Meter hoch ist.
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kurt nadler
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Re: Arecales (Palmenartige)
Trachycarpus und Chamaerops sind ja jung einander sehr ähnlich, wobei letztere bald sprosst und auch nieder bleibt. Trachycarpus hat zudem glatte, "undornige" Blattstiele ganz im Gegensatz zu Chamaerops. In so manchem Gartenmarkt kann man sie schön nebeneinander anschaun. Erstere findet man in den Gärten ja zunehmend verbreitet; kultivierte gibt´s im iNat. abfragbar.
- Jürgen Baldinger
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Re: Arecales (Palmenartige)
Hier nun davon Fotos von heute. Kann jemand dazu etwas sagen?
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