Die Betrachtungen in der Einleitung
viewtopic.php?f=38&t=4452&p=28801#p28801 lassen außer acht, dass sich selbst in meiner "kurzen" Lebenszeit die Produktivität unserer mitteleuropäischen Ökosysteme sichtbar/erlebbar massivst verändert/verstärkt hat. Solange es weitere Stick-/Nährstoffeinträge, einen hohen, physiologisch wirksamen CO2-Gehalt der Luft in Kombination mit einem stoffumsatzfördernden erwärmten Klima gibt, kann man sich von allen Idealvorstellungen verabschieden. Wir leben in einer Zeit, wo alles schnell und dicht verhochwaldet. Die einzige gegenläufig wirksame Bremse dieser Entwicklung sind die Dürreperioden, die die Systeme stressen, ein nach wie vor für die pannonische Klimaregion hoch wirksamer Einflussfaktor.
Zweitens lassen die Betrachtungen den (Mega-)Herbivoreneinfluss außer acht. Wir haben ein völlig gegen natürliche Bedingungen gestörtes System in einem Mix von völliger Unter- und teilweise Überweidung und dies durch nur wenige Arten, in einem unausgewogenen Artenspektrum, das Großprädatoren entbehrt. Also aus meiner Sicht denkbar schlechte Rahmenbedingungen für unsere Waldsteppen.
Überall, wo ich in derartigen Wäldern hinkomme, schließen sich die seichtgründigen Lichtungen; man findet letzte Kümmerexemplare etwa von Laserpitium latifolium und Dictamnus albus; an tiefgründigeren Standorten ersetzen hochwüchsige Allerweltsarten die bunte Kräutervielfalt.
Möge die skizzierte "Negativentwicklung" im zentralen Weinviertel möglichst lang ausgebremst bleiben!