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Exkursion Burg Hartenstein (30.06.) - südliches Waldviertel

Verfasst: Montag 2. Juli 2018, 21:55
von Hermann Falkner
Liebe Leute,

dieses Gebiet hat landschaftlich und geologisch überrascht: nicht nur Serpentin, auch viel Kalk = Marmor, überhaupt ziemlich basische Böden - so hab ich das Waldviertel noch nicht gekannt, in dieser Region war ich noch nie.
Fürs Erste einmal Dianthus armeria - vermutlich neu für den Quadranten, das wird noch gecheckt.
Das Gebiet ist sehr reich an Farnen - so kennt man's ja vom Waldviertel; Asplenium cuneifolium ist für Serpentingebiete wie dieses auch gut bekannt; was ganz Besonderes ist aber Woodsia alpina (auf Kalk, beim Wotansfelsen), Robert Hehenberger hat erzählt, dass dieser Neufund Bryologen zu verdanken ist.
Geologisch, botanisch und landschaftlich ist die Gegend unglaublich vielfältig; der Rotföhrenwald mit Anthericum ramosum ist übrigens auf Serpentin, wo es auch reichlich die Hybride von Galium verum x album gibt.
Es gäb noch viel andres zu berichten, vorerst aber nur noch 2 Pflanzen von der Schusterlucke, zu der wir dann am Schluss nur mehr zu fünft hinaufgestiegen sind: Saxifraga paniculata, die hier in wenigen Exemplaren auf Marmor vorkommt (natürlich längst verblüht), und Asplenium lepidum - wobei das fotografierte Exemplar (rechts A. ruta-muraria, links A. cf. lepidum) nicht ganz sicher bestimmt ist: Drüsenhaare waren zwar vorhanden, aber das ist kein sicheres Unterscheidungsmerkmal zu A. ruta-muraria, hier müssen sicherheitshalber erst noch die Sporen untersucht werden. Von Habitus und Farbe her ist das linke der beiden jedenfalls möglicherweise dieser viel seltenere Streifenfarn.

Re: Exkursion Burg Hartenstein (30.06.) - südliches Waldviertel

Verfasst: Dienstag 3. Juli 2018, 07:07
von Stefan Lefnaer
Ein paar Fotos kann ich auch beisteuern:

20180630_142257.jpg
Galeopsis ladanum s. str. am Wotansfelsen - Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
20180630_142257.jpg (369.42 KiB) 5266 mal betrachtet
20180630_145144.jpg
Galeopsis ladanum s. str. am Wotansfelsen - Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
20180630_145144.jpg (599.33 KiB) 5266 mal betrachtet
20180630_150956.jpg
Der Wotansfelsen hoch über dem Kremstal - Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
20180630_150956.jpg (698.37 KiB) 5266 mal betrachtet
20180630_150034.jpg
Der Wotansfelsen hoch über dem Kremstal - Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
20180630_150034.jpg (1.19 MiB) 5266 mal betrachtet
20180630_170902.jpg
Kraftwerksgebäude im Kremser Zwickl - Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
20180630_170902.jpg (1.1 MiB) 5266 mal betrachtet

Re: Exkursion Burg Hartenstein (30.06.) - südliches Waldviertel

Verfasst: Sonntag 7. Oktober 2018, 19:46
von Hermann Falkner
Liebe Leute,

einen Nachtrag zu dieser Exkursion - war heute nochmals im Gebiet, wollte mir das unbedingt auch in Herbstfärbung ansehen (etwas zu früh, aber die nächsten beiden Wochenenden geht's halt bei mir nicht) - und habe dabei Orobanche salviae gefunden.
Das Exemplar ist natürlich längst jenseits von Gut und Böse, völlig vertrocknet und nur mehr anhand des Wirtes bestimmbar - auf dieser Basis aber, wie ich meine, doch ganz eindeutig.

Orobanche salviae ist natürlich keine grosse Seltenheit, kommt aber keineswegs überall dort vor, wo es den Wirt gibt (in der Lobau hab ich sie beispielsweise noch nie gesehen).

Re: Exkursion Burg Hartenstein (30.06.) - südliches Waldviertel

Verfasst: Freitag 12. Oktober 2018, 07:13
von Hermann Falkner
Clemens Pachschwöll teilt mir mit: Orobanche salviae ist wohl neu für die Böhmische Masse, es gibt nur eine Meldung für Spitz (dh also Wachau), die aber evtl nicht überprüfbar ist (externe Quelle) - so oder so jedenfalls schon ein erwähnenswerter Fund.

Re: Exkursion Burg Hartenstein (30.06.) - südliches Waldviertel

Verfasst: Samstag 13. Oktober 2018, 05:36
von Hermann Falkner
Nochmals zur Orobanche - Gerald Schneeweiss meint, es könnte theoretisch auch O. lucorum (auf Rubus sp.) sein und das wäre dann natürlich noch auszuschliessen - idealerweise an einem blühenden Exemplar - auch wenn die Art in NÖ gar nicht vorkommen "soll", das verlangt aber die wissenschaftliche Sorgfalt.

Sollte also nächstes Jahr nachgesucht werden: Fundort direkt am Wegrand (bachseitig), von der Maigenmühle kommend knapp nach der Burg Hartenstein, also nördlich von der Gudenushöhle.
Wer mag, betätige sich hier gern - ich kann sicher nicht mehrmals dort hinfahren, ist einfach zu weit weg, und ich bräuchte Glück, um ein blühendes Exemplar zu erwischen.