Breitenlee - wenig zu finden - und das unbekannt

= Blütenpflanzen; Bestimmungsfragen
peterbiskup
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Re: Breitenlee - wenig zu finden - und das unbekannt

Beitragvon peterbiskup » Montag 6. September 2021, 14:41

2021-0903 ÖFE Breitenlee Bahnhof

Zum von Th. Haberler vermuteten und bis zum Sonnenuntergang verzweifelt gesuchten Selinum silaifolium:

Einige der Teilnehmer haben v.a. im letzten Exkursions-Teilbereich ca. 250m östl der S2 in einer leicht versaumten Glatthaferwiese eine Apiacea ca. mit AM + zu bestimmen versucht. Soweit ich aufgepasst habe, non det., mit Vermutungen zu Peucedanum alsaticum etc.. Die Bestimmung mit Blühtrieb im Frühsommer ist natürlich eindeutiger, jetzt nur anhand der GrundB natürlich Kaffeesudlesen.

Das https://de.wikipedia.org/wiki/Silaubl%C ... Brenndolde, kenne ich nicht und in EFÖLS 2008 nicht enthalten.
Aber im Vergleich mit den Bildern scheint das übereinzustimmen: Blattschnitt sehr ähnlich. Stark rinnige Rachis (zumindest bis zum ersten Fiederpaar).

https://de.wikipedia.org/wiki/Els%C3%A4 ... Herbar.jpg - Blattschnitt Fiedern 3.Ordnung vglw. schmäler linealischer und bis zum Grund geteilt (fast fiederschnittig), und einander nicht überdeckend. EFÖLS 2008 sagt LB am rand u auf Adern behaart (die vorliegende ist da schwach borstig im Binokular erkennbar).

Zu welchem Ergebniss kommen die Anderen?
Dateianhänge
DSC09920 #10 Apiacea_LB unterseite _Px2000.JPG
DSC09920 #10 Apiacea_LB unterseite
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DSC09921 #10 Apiacea _LB oberseite _Px2000.JPG
DSC09921 #10 Apiacea _LB oberseite
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IMG_1406 #10 Apiacea (Selinum silaifolium cf) _Px2000.JPG
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Hermann Falkner
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Re: Breitenlee - wenig zu finden - und das unbekannt

Beitragvon Hermann Falkner » Montag 6. September 2021, 18:12

Zur Apiaceae von Peter muss ich mich leider enthalten, da trau ich mich zu vegetativen Pflanzen gar nix sagen, erst recht nicht zu solchen, die ich nicht mal blühend kenne.

Von mir lediglich auch noch ein paar Eindrücke von dieser tollen Exkursion:

ad Allium angulosum:
Hab ich auch noch nicht gekannt, in dieser Ecke war ich auch noch nie!
Die Art ist in der Oberen Lobau selten, ich kenne einen vergleichsweise winzigen und durch Badegäste bedrohten Standort an der Panozzalacke (es gibt womöglich mehrere), sowie kürzlich hab ich auf dem Weg zur Donauinsel-Exkursion am linken Ufer der Neuen Donau, quasi "vis-à-vis" von der Panozzalacke, ein kleines Vorkommen entdeckt - das sind die nächstgelegenen mir bekannten Fundpunkte (die Wien-Flora von Adler/Mrkvicka erwähnt aber Breitenlee auch). Der Bestand in Breitenlee ist verglichen damit jedenfalls regelrecht üppig!

Eine kleine Auswahl weiterer gezeigter Raritäten - Centaurium littorale:
klein20210904_0019_P9040025.jpg
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Thymelaea passerina:
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Seseli campestre:
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Artemisia repens = Artemisia austriaca var. advena:
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Bei dieser drüsigen, aber kaum duftenden Rose mit engem Griffelkanal haben sich die Experten auf Rosa cf. agrestis verständigt, und auch darauf, dass die Bestimmung am besten von Alexander Mrkvicka überprüft werden sollte :-) hübsch ist sie jedenfalls:
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Am Heimweg - die letzten Exkursionsteilnehmer waren da schon im Bus - hab ich im Ostteil des Frachtenbahnhofs dann auch noch 2 Individuen von Lavatera thuringiaca = Malva thuringiaca gefunden - die ist natürlich für das Gebiet bekannt, aber während der "offiziellen" Exkursion ist sie uns nicht untergekommen (bzw. falls ja, dann hab ich's nicht mitgekriegt):
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Dieser Bereich ist eigentlich vor einigen Jahren entbuscht worden, die Goldruten (übrigens durchwegs Solidago canadensis) profitieren davon aber natürlich ebenso wie seltenere Arten.

Und schliesslich zum Abschluss (und auf speziellen Wunsch von Erika ;-) noch die Pinzgauer Bergziegen am "Beag aus Mist" der MA48 (begrünte Schlackendeponie der Verbrennungsreste aus der Müllverbrennungsanlage):
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Oliver Stöhr
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Re: Breitenlee - wenig zu finden - und das unbekannt

Beitragvon Oliver Stöhr » Montag 6. September 2021, 18:23

Bei Rosa cf agrestis bin ich skeptisch, denn die hätte einen deutlich erkennbaren Drüsenbesatz an der Rhachis und den Blättchen, außerdem wären die Blättchenbasen keilförmig verschmälert und nicht abgerundet (siehe Fotos im Netz).
Lg
Oliver

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Hermann Falkner
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Re: Breitenlee - wenig zu finden - und das unbekannt

Beitragvon Hermann Falkner » Montag 6. September 2021, 19:57

Oliver Stöhr hat geschrieben:Bei Rosa cf agrestis bin ich skeptisch, denn die hätte einen deutlich erkennbaren Drüsenbesatz an der Rhachis und den Blättchen, außerdem wären die Blättchenbasen keilförmig verschmälert und nicht abgerundet (siehe Fotos im Netz).
Lg
Oliver

Es ist eh lang herumdiskutiert worden, aber die andren Bestimmungswege haben auch nicht gut gepasst. Müsste sich halt ein Spezialist nochmals genauer anschaun (vor Ort, oder im Herbar, wobei ich nicht weiss, ob jemand einen Beleg gemacht hat).

spirry5
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Re: Breitenlee - wenig zu finden - und das unbekannt

Beitragvon spirry5 » Montag 6. September 2021, 23:52

[quote="peterbiskup"]2021-0903 ÖFE Breitenlee Bahnhof

Zum von Th. Haberler vermuteten und bis zum Sonnenuntergang verzweifelt gesuchten Selinum silaifolium:

"Einige der Teilnehmer haben v.a. im letzten Exkursions-Teilbereich ca. 250m östl der S2 in einer leicht versaumten Glatthaferwiese eine Apiacea ca. mit AM + zu bestimmen versucht. Soweit ich aufgepasst habe, non det., mit Vermutungen zu Peucedanum alsaticum etc.. Die Bestimmung mit Blühtrieb im Frühsommer ist natürlich eindeutiger, jetzt nur anhand der GrundB natürlich Kaffeesudlesen."

Ich zeige Euch ein paar Fotos von Cnidium silaifolium, wie sie mir Thomas Barta am 2.8.2019 gezeigt hat, etwa 100m südöstlich einer von uns gesehenen Allium angulosum-Herde, gegenüber des Einschnitts der Deponie Rautenweg (GPS: 48° 15' 56,592" N 16° 29' 6,684" O, wie auch in Neilreichia Band 11 nachzuschauen): Die Blätter sind tatsächlich schmäler als bei der aufgefundenen Apiaceae! Leider ist das erste Foto ohne Blitz unscharf, aber um die Stelle zu finden stelle ich es hinein.
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DSCN0892 Kopie.JPG (1.37 MiB) 8659 mal betrachtet
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DSCN0889 Kopie.JPG
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