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Bestimmungshilfe: Karde?

Verfasst: Mittwoch 21. August 2019, 09:41
von fribir
GutenTag!
Die abgebildete Pflanze habe ich auf der Stiegelmauer (Traisenberg) nahe St. Aegyd am Neuwalde im Juni gefunden.
Ich würde es für eine Karde halten, aber keine der bei uns heimischen Karden scheint so große. weiße Hochblätter zu haben (nach "Botanik im Bild").
Vielen Dank

Re: Bestimmungshilfe: Karde?

Verfasst: Mittwoch 21. August 2019, 10:37
von kurt nadler
es ist ein eryngium (mannstreu). mit diesem suchbegriff wirst du weiterkommen
herzliche grüße
kurt

Re: Bestimmungshilfe: Karde?

Verfasst: Mittwoch 21. August 2019, 11:10
von Norbert Griebl
Servus Fribir!

Es handelt sich um das Riesen-Mannstreu, Eryngium giganteum. Um das Jahr 1800 im Kaukasusgebiet entdeckt und in Mitteleuropa 1824 im Garten des Apothekers Johann Nikolaus Buek in Frankfurt a. d. Oder erstmals kultiviert (KRAUSCH 2003). Die Pflanze ist kurzlebig, samt sich aber reichlich aus und befindet sich lokal in Einbürgerung. In England und Südschweden bereits etabliert.
In Österreich 1973 erstmals subspontan gefunden. In Niederösterreich auf der Perchtoldsdorfer Heide und am Traisenberg nahe St. Aegyd am Neuwald (FISCHER & al. 2008, FRIBIR 2019), in Oberösterreich in Linz und Grünau im Almtal bei der Mündung des Straneggbaches in die Alm (STÖHR & al. 2012), in der Steiermark auffallend oft, so im Hochschwabstock bei Seewiesen am Eingang zum Seetal, Kamplsteig bei Tragöß, Wildalpen im Salzatal, bei Eisenerz, Altenberg an der Mürz, Bad Aussee, St.Peter-Freienstein und im Oberen Tollinggraben (MELZER 1973, ESSL & RABITSCH 2002, GRIEBL 2012 ined., STÖHR & al. 2012) und in Nordtirol bei Pflach, Pfunds und Ehrwald (POLATSCHEK & NEUNER 2013, CERNY 2001 als E. planum).
Quellen:
AMARELL U. (2002): Virtual Herbaria JACQ – Eryngium giganteum – https://herbarium.univie.ac.at
CERNY K. (2001): Über Flachblatt Mannstreu (Eryngium planum L.), Nelkenwurz-Steinbrech (Saxifraga x geum L.) und
Schaben-Königskerze (Verbascum blattaria L.) in Nordtirol - Veröffentlichungen des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum 81: 107−112.
ESSL F. & RABITSCH W. (2002): Neobiota in Österreich. – Wien, Umweltbundesamt; 432 S.
FISCHER M., OSWALD K. & ADLER W. (2008): Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol; 3., verb. Aufl. der „Exkursionsflora von Österreich“ (1994). – Linz: OÖ Landesmuseum; 1392 S.
FRIBIR (2019): Bestimmungshilfe Karde - viewtopic.php?f=4&t=1720
HEGI G. (1926): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band V, Teil 2, 1.Auflage. J. F. Lehmanns-Verlag, München.
KRAUSCH H.-D. (2003): Kaiserkron und Päonien rot - Von der Entdeckung und Einführung unserer Gartenblumen – Dölling und Galitz-Verlag. 536 S.
MELZER H. (1973): Neues zur Flora von Steiermark, XV. – Mitteilungen des naturwissenschaftlichen Vereins für Steiermark 103: 119–139.
POLATSCHEK A. & NEUNER W. (2013): Flora von Nordtirol, Osttirol und Vorarlberg, Band 6 – Innsbruck: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, 971 S.
STÖHR O., PILSL P., STAUDINGER M., KLEESADL G., ESSL F., ENGLISCH Th., LUGMAIR A. & WITTMANN H. (2012): Beiträge zur Flora von Österreich, IV – Stapfia 97: 53–136.


LG
Norbert

Re: Bestimmungshilfe: Karde?

Verfasst: Freitag 23. August 2019, 09:02
von kurt nadler
vielleicht noch folgender hinweis:
karden haben gegenständiges laub, am stängel bis unter die köpfe. nur die rosette spiralisiert, sodass dort die gegenständigkeit nicht auf den ersten blick optisch aufscheint. die rosette ist bei blühenden bzw. fruchtenden karden jedoch in der regel schon abgedorrt.
mannstreue sind dagegen wechselständig belaubt (und haben im gegensatz zu den häufigsten österr. karden keine dornigen stängel).