Servus!
Deutzia passt ziemlich sicher, ich denke hier an Deutzia scabra - die wird von uns Gärtnern häufig kultiviert und lässt sich leicht durch Steckholz vermehren. Allerdings kann man diese Art nur anhand der Blüte von Deutzia x magnifica (=Deutzia scabra × D. vilmoriniae) unterscheiden. Bei der Hybride sind die Staubfäden aller Staubblätter bis fast zur Spitze hin geflügelt, bei D. scabra ist das oberste Viertel der Staubfäden der äußeren Staubbeutel ungeflügelt.
Deutzia scabraBeheimatet in Japan, auch auf den Ryūkyū-Inseln. 1784 von Thunberg beschrieben, aber erst 1833 durch John Russel Reeves nach Europa gekommen. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts in Mitteleuropa in Kultur vorhanden (KRAUSCH 2003).
Die Pflanzen entwickeln auch im Gebiet Samen, die dann gelegentlich in Schotterstreifen am Straßenrand oder in Ritzen im Asphalt und in Mauerspalten auskeimen. Seltener sind Vorkommen an Böschungen und in Wäldern, die vermutlich auf Gartenauswurf zurückgehen (PILSL & al. 2008).
Name: Der Gattungsname ehrt den holländischen Ratsherrn Johan van der Deutz (1790–1858), einen Förderer des schwedischen Naturforschers Carl Peter Thunberg, der die Gattung benannte.
Nutzung: Ziergehölz.
ÖSTERREICH:
Vereinzelt, so etwa am Waldrand bei Auerbach und in Höft bei Braunau in Oberösterreich (STÖHR & al. 2007, HOHLA 2009), in Itzling und in der Arenbergstraße in der Stadt Salzburg und bei Vigaun, Golling und Hallein im Salzburger Tennengau (WITTMANN & PILSL 1997, PILSL & al. 2002, SCHRÖCK & al. 2004), Graz-Wetzelsdorf in der Steiermark (ESSL & RABITSCH 2002), Ampass, Kirchbichl, Innsbruck und Mayrhofen in Nordtirol (PAGITZ & LECHNER-PAGITZ 2015), zwischen Bregenz und Mehrerau, in Dornbirn-Hatlerdorf, Feldkirch und zwischen Bings und Bludenz in Vorarlberg (NEUMANN & POLATSCHEK 1974) und im Waldfriedhof in Neustift am Walde in Wien (ESSL 2008).
Quellen:
ESSL F. (2008): Bemerkenswerte floristische Funde aus Wien, Niederösterreich, dem Burgenland und der Steiermark, Teil V - Linzer biol. Beitr. 40/1: 341–369.
ESSL F. & RABITSCH W. ( 2002): Neobiota in Österreich. – Wien; 432 S.
HOHLA M. (2009): Bromus pumpellianus, Mimulus ringens und Poa bigelovii – neu für Österreich sowie weitere Beiträge zur Kenntnis der Flora des Innviertels
KRAUSCH H.-D. (2003): Kaiserkron und Päonien rot - Von der Entdeckung und Einführung unserer Gartenblumen – Dölling und Galitz-Verlag. 536 S.
Naturmuseum Südtirol (2018): http://www.florafauna.it/index.jsp?proj ... &locale=de
NEUMANN A. & POLATSCHEK A. (1974): Vorarbeit zur Neuen Flora von Tirol und Vorarlberg – Zool.Bot.Ges.Österreich 114: 41–61.
PAGITZ K., LECHNER-PAGITZ C. (2015): Neues zur Neophytenflora Nord- und Osttirols (Österreich) – Neilreichia-Verein zur Erforschung der Flora Österreichs 7: 29–44.
PILSL P., SCHRÖCK Ch., KAISER R., GEWOLF S., NOWOTNY G. & STÖHR O. (2008): Neophytenflora der Stadt Salzburg (Österreich) – Sauteria-Schriftenreihe f. systematische Botanik, Floristik u. Geobotanik 17: 1–596.
PILSL P., WITTMANN H. & NOWOTNY G. (2002): Beiträge zur Flora des Bundeslandes Salzburg III – Linzer biol. Beitr. 34/1: 5–165.
SCHRÖCK C., STÖHR O., GEWOLF S., EICHBERGER C., NOWOTNY G., MAYR A. & PILSL P. (2004): Beiträge zur Adventivflora von Salzburg I. — Sauteria 13: 221–237.
STÖHR O., PILSL P., ESSL F., HOHLA M. & SCHRÖCK C. (2007): Beiträge zur Flora von Österreich, II – Linzer biol. Beitr. 39/1: 155–292.
WITTMANN H. & PILSL P. (1997): Beiträge zur Flora des Bundeslandes Salzburg II. – Linzer biol. Beitr. 29/1: 385–506.
LG Norbert