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Viola und kein Ende ...
Verfasst: Samstag 16. Mai 2020, 21:26
von Oliver Stöhr
Liebe alle,
anbei ein Rätsel-Veilchen, da ich heute an einem mäßig mageren Wiesenrand auf rd. 1.000 msm nahe des Kreithofes in den Lienzer Dolomiten in einem größeren Bestand gefunden habe. Besonders auffällig waren die durchwegs kleinen Blüten und Blätter sowie die rel. langen, lila gefärbten Sporne! Unzweifehaft gehört dieses in die Gruppe der "Stängelveilchen" (Blätter am Stängel). Ich bin schon gespannt, auf was ihr tippen würdet ...
Viele Grüße
Oliver
Re: Viola und kein Ende ...
Verfasst: Sonntag 17. Mai 2020, 00:51
von kurt nadler
ich nähere mich dem aus verspieltheit und faulheit laienhaft unvorbereitet:
wenn ich den ersten blick auf die blüten von vorn werfe, sehe ich eine canina (ohne nähere subsp.-differenzierung),
auf den zweiten blick fällt mir der viereckige umriss der blüte auf, der ein bissl zu riviniana weist.
dann seh ich erst den sporn, der mich (in unkenntnis desjenigen von canina) an reichenbachiana erinnert. ist aber aus vielerlei gründen keine reichenbachiana.
ohne jetz noch energie zum recherchieren zu haben, mach ich bei den blättern weiter:
meiner nicht wirklich fundierten meinung nach ist die blattbucht durchwegs zu ausgebildet, um eine canina vorliegen zu haben.
mit den nebenblättern kann ich leider noch nix anfangen.
bleibt x bavarica - dies mein tipp. (tripelhybrid mit canina?)
ich prüfe die hypothese noch anhand der spornform und der kelchblattanhängsel. beide liegen genau zwischen riviniana und reichenbachiana.
mein endgültiger tipp: x bavarica.
bin gespannt, wie viel ich nun nachsitzen muss.
Re: Viola und kein Ende ...
Verfasst: Sonntag 17. Mai 2020, 08:27
von kurt nadler
nach - gutem - drüberschlaf, aber bitte ohne recherche:
leider kenn ich die detailmerkmale betreffend sporn von canina nicht, um grundsätzlich canina x reichenbachiana ausschließen zu können.
aber was liegt, das pickt. bleibe bei gestriger vermutung.
Re: Viola und kein Ende ...
Verfasst: Sonntag 17. Mai 2020, 11:58
von Hermann Falkner
Für mich ist das nach dem Entwurf von MAF für die 4. Auflage der Exkursionsflora (EfÖOA) eine nun endlich "eindeutige" Viola riviniana, nach EfÖLS (3. A.) würde man natürlich bei V. ×bavarica landen.
Ich finde also, dass deine Exemplare eine Bestätigung des (noch provisorischen) Schlüssels zur 4. Auflage sind; der Habitus ist auch durcchaus "riviniana-ähnlich" (gut, es gibt sicher höherwüchsigere rivinianas; es fehlt auch etwas der Grössenmassstab), das Kelchblatt-Anhängstel passt klar zu riviniana, ebenso, dass die unteren Nebenblatt-Fransen kürzer als die Breite des Mittelfelds ist (bei reichenbachiana länger; im Entwurf 4. Auflage steht hier kein Fragezeichen mehr, wie noch in der 3. A.), lediglich der Sporn deutet auf reichenbachiana hin - die 4. Auflage folgt aber eben hier der jüngeren Lehrmeinung, dass der Sporn allein noch keine V. ×bavarica "begründet".
Aber vielleicht irre ich ja hier und es handelt sich doch um V. ×bavarica ;-)
Re: Viola und kein Ende ...
Verfasst: Sonntag 17. Mai 2020, 22:33
von kurt nadler
für mich sind die kelchblattanhängsel VIEL zu schwach für riviniana und passen dagegegen für reichenbachiana.
(aber meine erfahrungen basieren auf wenigen populationen.)