Onosma sp.
Verfasst: Donnerstag 25. Mai 2017, 23:14
Boraginaceen sehe ich besonders gern, aber Onosma ist für mich keine einfache Gattung. Was ist davon zu halten? Heute auf dem Pfaffenberg bei Bad Deutsch-Altenburg diese Lotwurz, auf west- bis südwestseitiger pannonischer Felssteppe über Kalk. Es fängt damit an, dass zur Anthese nur mehr vertrocknete Grundblätter vorliegen, bei denen nicht mehr gut erkennbar ist, ob kurze, sternförmige Borstenhaare auf ihrer Oberseite vorliegen. Daher zunächst die anderen Merkmale: Die Antheren sind nur an der Basis seitlich miteinander verwachsen, was visianii ausschließt und zu helvetica s. lat. (die es aber nur in der Wachau gibt) bzw. arenaria (über weichem Karbonatgestein, Schotter, Sand) führt.Konterkariert wird das aber durch die teilweise verwachsenen Kelchblätter (visianii-Merkmal).Die Laubblätter sind vorn rundlich (contra visianii),die Kelchlänge beträgt jetzt zur Blühzeit etwa 17 mm (pro visianii, bei helvetica und arenaria wären es 9 - 12 mm)und die Kronfarbe wechselt während des Blühens von weißlich auf blassgelb (bei helvetica und arenaria seien die Blüten von Anfang an hellgelb, heißt es im Schlüssel).Die Antheren sind 8 mm lang (pro visianii) und randlich, oberhalb des Staubfaden-Ansatzes, glatt, würde ich meinen (pro visianii).Für visianii spräche der meist braunrot überlaufene Stängel, insgesamt ist der Habitus aber nicht sehr rund (contra visianii).Hier noch eine Aufnahme der untersten noch vorhandenen Laubblätter: Kurze Borstenhaare zwischen den langen gibt es, aber sternförmig angeordnet schienen sie mir nicht zu sein. Ob das auf den Grundblättern anders war, bleibt zu überprüfen. Bei visianii dürften aber gar keine kurzen Borstenhaare vorliegen.