Gentianella cf. rhaetica - oder doch Gentianella "styriaca"?
Verfasst: Sonntag 27. August 2017, 21:16
Liebes Forum,
ich bitte um Bestätigung bei dieser Gentianella cf. rhaetica; die (Klein)-Arten von Gentianella können manchmal ganz schön schwierig sein, besonders wenn man in der Steiermark ist ...
Ich war am Edelweissboden im Hochschwab-Gebiet (dh südlich vom "eigentlichen" Hochschwab, aber noch "gut" auf Kalk; am Anstieg zum Edelweissboden dagegen stellenweise stark saure Böden, wenn man nach den vielen Säurezeigern geht - Besenheide, Heidelbeeren, Preiselbeeren, Wald-Ruhrkraut, etc.); Seehöhe 1600-1800 m, 18.08.17.
Die dort vorkommenden Gentianellas (dh auch die im Tal - also zB am Grünen See) - soweit gesehen, ich hab nur einen Bruchteil des Hochschwab-Gebiets gesehen (und war das erste Mal dort) lassen sich mit dem EFÖLS-Schlüssel meiner Meinung nach "eigentlich" nicht richtig bestimmen:
Punkt 1-: Kelch und Krone 5zählig
Punkt 2-: Kelchzipfel definitiv nicht schmallinealisch wie bei G. austriaca, die ich von Rax und Schneeberg gut kenne > führt zu 7
Punkt 7-: die Papillen (ist auch in den "Kelchblatt-Abwicklungs"-Fotos gerade so erkennbar) sind definitv nicht walzlich-länglich; Papillen sind reichlich vorhanden; führt zu 9
Punkt 9-: die Kelchzipfel sind definitv sehr ungleich entwickelt, es gibt 2 breitere und 3 schmälere; das würde aber zu Punkt 13 führen: G. engadinensis scheidet aus (Farbe, Pflanze der Westalpen und nur als Südtirol bekannt!); G. anisodonta soll aber in der Steiermark auch nur randlich vorkommen, passt farblich auch nicht wirklich und die Kelchzipfelskizze in der Flora (708-2) passt auch nicht so wirklich, die schmaleren Kelchzipfel sind bei meinen Exemplaren deutlich schmäler
>> somit bliebe eigentlich nur, den Ast 9+ zu nehmen, trotz der ungleichen Kelchzipfel, der dann klar zu G. rhaetica führen würde.
In Frage käme natürlich auch die offenbar immer noch nicht geklärte "Mischsippe" Gentianella "styriaca" (intermediär zwischen rhaetica und/oder austriaca und/oder anderen Kleinarten), aber die passt gemäss den Angaben der Flora auch nicht so wirklich bzw. habe ich solche "Mischsippen" schon gesehen und die haben gewöhnlich viel schmälere Kelchzipfel und die Kelchbuchten sollten zumindest +/- rundlich sein.
Bei den Exemplaren, die ich gefunden habe (und die auch +/- ziemlich einheitlich so waren), waren die Kelchbuchten durchwegs spitz, höchstens die eine Bucht pro Blüte zwischen den zwei schmalen Kelchblättern könnte man als teilweise leicht rundlich interpretieren, überwiegend aber auch diese als spitz. Die Kelchblätter sind übrigens üblicherweise auch immer leicht umgerollt, so wie auf den Bildern gut erkennbar.
G. rhaetica würde im Prinzip für die Steiermark eh gut passen, weil die Art dort gut dokumentiert ist und häufig sein soll.
Wenn ich mit dieser Bestimmung richtig liege, dann gäb's aber meiner Meinung nach doch Überarbeitungsbedarf ;-)
Was die geografische Verteilung betrifft - so viel ist mir bekannt:
- Gentianella austriaca am Alpenostrand bis Rax und Schneealm, am Stuhleck tw. schon intermediäre Populationen (G. "styriaca")
- Gentianella "styriaca" (was auch immer man davon halten mag) im Anschluss daran in der Steiermark
- Gentianella rhaetica ebenfalls im Anschluss daran - in der Mariazeller Gegend etwa, in Walstern
- Gentianella aspera glaube ich auch in der Mariazeller Gegend (eine sichere Bestimmung ist mir noch nicht geglückt)
- Gentianella praecox nur (insbes.) im Oberen Mühlviertel (an nur noch wenigen Standorten)
ich bitte um Bestätigung bei dieser Gentianella cf. rhaetica; die (Klein)-Arten von Gentianella können manchmal ganz schön schwierig sein, besonders wenn man in der Steiermark ist ...
Ich war am Edelweissboden im Hochschwab-Gebiet (dh südlich vom "eigentlichen" Hochschwab, aber noch "gut" auf Kalk; am Anstieg zum Edelweissboden dagegen stellenweise stark saure Böden, wenn man nach den vielen Säurezeigern geht - Besenheide, Heidelbeeren, Preiselbeeren, Wald-Ruhrkraut, etc.); Seehöhe 1600-1800 m, 18.08.17.
Die dort vorkommenden Gentianellas (dh auch die im Tal - also zB am Grünen See) - soweit gesehen, ich hab nur einen Bruchteil des Hochschwab-Gebiets gesehen (und war das erste Mal dort) lassen sich mit dem EFÖLS-Schlüssel meiner Meinung nach "eigentlich" nicht richtig bestimmen:
Punkt 1-: Kelch und Krone 5zählig
Punkt 2-: Kelchzipfel definitiv nicht schmallinealisch wie bei G. austriaca, die ich von Rax und Schneeberg gut kenne > führt zu 7
Punkt 7-: die Papillen (ist auch in den "Kelchblatt-Abwicklungs"-Fotos gerade so erkennbar) sind definitv nicht walzlich-länglich; Papillen sind reichlich vorhanden; führt zu 9
Punkt 9-: die Kelchzipfel sind definitv sehr ungleich entwickelt, es gibt 2 breitere und 3 schmälere; das würde aber zu Punkt 13 führen: G. engadinensis scheidet aus (Farbe, Pflanze der Westalpen und nur als Südtirol bekannt!); G. anisodonta soll aber in der Steiermark auch nur randlich vorkommen, passt farblich auch nicht wirklich und die Kelchzipfelskizze in der Flora (708-2) passt auch nicht so wirklich, die schmaleren Kelchzipfel sind bei meinen Exemplaren deutlich schmäler
>> somit bliebe eigentlich nur, den Ast 9+ zu nehmen, trotz der ungleichen Kelchzipfel, der dann klar zu G. rhaetica führen würde.
In Frage käme natürlich auch die offenbar immer noch nicht geklärte "Mischsippe" Gentianella "styriaca" (intermediär zwischen rhaetica und/oder austriaca und/oder anderen Kleinarten), aber die passt gemäss den Angaben der Flora auch nicht so wirklich bzw. habe ich solche "Mischsippen" schon gesehen und die haben gewöhnlich viel schmälere Kelchzipfel und die Kelchbuchten sollten zumindest +/- rundlich sein.
Bei den Exemplaren, die ich gefunden habe (und die auch +/- ziemlich einheitlich so waren), waren die Kelchbuchten durchwegs spitz, höchstens die eine Bucht pro Blüte zwischen den zwei schmalen Kelchblättern könnte man als teilweise leicht rundlich interpretieren, überwiegend aber auch diese als spitz. Die Kelchblätter sind übrigens üblicherweise auch immer leicht umgerollt, so wie auf den Bildern gut erkennbar.
G. rhaetica würde im Prinzip für die Steiermark eh gut passen, weil die Art dort gut dokumentiert ist und häufig sein soll.
Wenn ich mit dieser Bestimmung richtig liege, dann gäb's aber meiner Meinung nach doch Überarbeitungsbedarf ;-)
Was die geografische Verteilung betrifft - so viel ist mir bekannt:
- Gentianella austriaca am Alpenostrand bis Rax und Schneealm, am Stuhleck tw. schon intermediäre Populationen (G. "styriaca")
- Gentianella "styriaca" (was auch immer man davon halten mag) im Anschluss daran in der Steiermark
- Gentianella rhaetica ebenfalls im Anschluss daran - in der Mariazeller Gegend etwa, in Walstern
- Gentianella aspera glaube ich auch in der Mariazeller Gegend (eine sichere Bestimmung ist mir noch nicht geglückt)
- Gentianella praecox nur (insbes.) im Oberen Mühlviertel (an nur noch wenigen Standorten)