Seite 1 von 2
Mir unbekannte Art in den March-Auen bei Stillfried
Verfasst: Sonntag 7. Januar 2018, 14:49
von Jürgen Baldinger
Bitte um Hilfe. Gefunden gestern in den Stillfrieder March-Auen, Nähe Waldteich, nur ein Vorkommen in Größe etwa einer kleinen Kolonie. Ajuga reptans hat ja keine oberseits steif behaarten Laubblätter. Ich komme nicht drauf.
Re: Mir unbekannte Art in den March-Auen bei Stillfried
Verfasst: Sonntag 7. Januar 2018, 20:48
von Oliver Stöhr
Hallo Jürgen,
Ajuga kann man ausschließen; Cirsium oleraceum treibt zuweilen solche jungen Grundblätter aus, aber festlegen möchte ich mich nicht ...
Viele Grüße
Oliver
Re: Mir unbekannte Art in den March-Auen bei Stillfried
Verfasst: Montag 8. Januar 2018, 17:55
von Georg Pflugbeil
könnte das nicht Dipsacus pilosus sein?
Re: Mir unbekannte Art in den March-Auen bei Stillfried
Verfasst: Montag 8. Januar 2018, 18:25
von Hermann Falkner
Georg Pflugbeil hat geschrieben:könnte das nicht Dipsacus pilosus sein?
Kommt natürlich an der March vor, ich glaub aber eher nicht - kann da aber auch nur raten.
Re: Mir unbekannte Art in den March-Auen bei Stillfried
Verfasst: Dienstag 9. Januar 2018, 08:38
von Peter Pilsl
Für Dipsacus pilosus würden die ansatzweise gelappten Blätter (beim zweiten Bild erkennbar) sowie die auffällige Behaarung sprechen.
Doch bei den vielen Jungpflanzen müssten da in der Nähe wohl noch alte Fruchtstände stehen!?!
Beste Grüße
Peter
Re: Mir unbekannte Art in den March-Auen bei Stillfried
Verfasst: Dienstag 9. Januar 2018, 20:22
von Oliver Stöhr
Glaube aufgrund der Blattgrund-Form auch nicht an Dipsacus pilosus, aber die folgenden Alternativen sind auch nicht restlos überzeugend: Borago, Brassica ...?
Viele Grüße
Oliver
Re: Mir unbekannte Art in den March-Auen bei Stillfried
Verfasst: Dienstag 9. Januar 2018, 20:38
von Jürgen Baldinger
Ich würde eher meinen, dass es sich um keine Boraginacee handelt, die zerbrechlichen dünnen Stängel passen dazu nicht.
Brassica hätte ich selber auch nicht in Betracht gezogen. Ich habe bei Frau Prof. Schratt-Ehrendorfer und Thomas Zuna-Kratky nachgefragt, die das Gebiet ja gut kennen. Hier übrigens noch zwei andere Fotos:

- Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
- IMG_20180106_133140 20.38.57.jpg (1.95 MiB) 8076 mal betrachtet

- Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
- IMG_20180106_133146 20.38.57.jpg (1.93 MiB) 8076 mal betrachtet
Re: Mir unbekannte Art in den March-Auen bei Stillfried
Verfasst: Dienstag 9. Januar 2018, 23:01
von Michael Thalinger
Liebes Forum,
als Forumsneuling erlaube ich mir dazu meinen ersten Diskussions-Beitrag:
Dipsacus pilosus halte ich für einen guten Tipp. Ich kenne die Art vegetativ von einem Fundort bei Innsbruck etwas später im Jahr. Die Rosettenblätter sind dann zwar größer und vorne spitzer, aber Nervatur, Behaarung, Blattrand sowie die etwas brüchigen weißlichen Blattstiele, gefallen mir hier recht gut. Leider ist die gegenständige Blattstellung auf den Fotos nur wenn man sie sehen will zu erahnen weil das Rosettenzentrum jeweils verdeckt ist.
Als Vergleich hätte ich hier brauchbare Fotos gefunden:
https://inpn.mnhn.fr/espece/cd_nom/95154Insbesondere das hier:
https://inpn.mnhn.fr/photos/uploads/web ... 130696.jpg Aber auch letzteres ist bereits nach Wachstumsbeginn im Frühjahr aufgenommen und die Blattform ist bereits etwas spitzer.
Standort und das Massenaufkommen von Jungpflanzen würden für die Art ja gut ins Bild passen.
Beste Grüße
Michael
Re: Mir unbekannte Art in den March-Auen bei Stillfried
Verfasst: Mittwoch 10. Januar 2018, 06:03
von Jürgen Baldinger
Willkommen im Forum, Michael. Danke für Deine Einschätzung. — Wie hast Du uns gefunden?
Schönen Tag,
Jürgen
Re: Mir unbekannte Art in den March-Auen bei Stillfried
Verfasst: Mittwoch 10. Januar 2018, 11:18
von Jürgen Baldinger
Von Frau Prof. Schratt-Ehrendorfer darf ich folgendes anführen:
Dipsacus pilosus war mein erstes Bauchgefühl, damit folge ich also den Meinungen von Michael und Georg. Die Rosetten sind etwas "armselig" ausgebildet, was an den konkurrierenden Arten liegen mag. Diese passen als Begleitarten zwar gut zu Dipsacus pilosus, die Karde präferiert aber offenere Habitate, was die schwache Rosettenbildung erklären kann. Auch ich halte die Pflanze also mit hoher Wahrscheinlichkeit für Dipsacus pilosus. Ajuga und Cirsium oleraeceum (der Blattrand ist bei der Art eher gekerbt und nicht wie am Bild "ausgebissen") schließe ich aus.
Zur Veri- bzw. Falsifizierung warten wir also auf einen großen Sommer, der die Pflanzen zur Vollendung drängt!