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Unbekannte Grundblätter auf dem burgenländischen Hackelsberg

Verfasst: Mittwoch 4. April 2018, 07:54
von Jürgen Baldinger
Vor zwei Wochen neben dem Anstieg im burgenländischen NSG Hackelsberg (Silikattrockenrasen). Für Gagea bohemica sind die Grundblätter zu breit, oder?

Re: Unbekannte Grundblätter auf dem burgenländischen Hackelsberg

Verfasst: Mittwoch 4. April 2018, 12:53
von Hermann Falkner
Muscari neglectum, hätte ich gesagt.

Re: Unbekannte Grundblätter auf dem burgenländischen Hackelsberg

Verfasst: Mittwoch 4. April 2018, 14:37
von Jürgen Baldinger
Ahja, das könnte passen.

Re: Unbekannte Grundblätter auf dem burgenländischen Hackelsberg

Verfasst: Mittwoch 4. April 2018, 14:39
von Anna Aigner
Wie wärs mit Ornithogalum pannonicum?
Grüsse
Anna

Re: Unbekannte Grundblätter auf dem burgenländischen Hackelsberg

Verfasst: Mittwoch 4. April 2018, 16:31
von Hermann Falkner
Ja, das passt besser, glaub ich!
Lg Hermann

Re: Unbekannte Grundblätter auf dem burgenländischen Hackelsberg

Verfasst: Mittwoch 4. April 2018, 21:22
von Jürgen Baldinger
Klingt gut - danke, Anna!

Re: Unbekannte Grundblätter auf dem burgenländischen Hackelsberg

Verfasst: Mittwoch 3. April 2019, 21:47
von Hermann Falkner
Anna Aigner hat geschrieben:Wie wärs mit Ornithogalum pannonicum?
Grüsse
Anna

Hab kürzlich am Hundsheimer Berg Rosetten gesehen, die genau so aussehen - an einem Standort, auf dem massenhaft Ornithogalum pannonicum vorkommt - ich bin jetzt restlos überzeugt, dass du damit recht hast ;-)

Re: Unbekannte Grundblätter auf dem burgenländischen Hackelsberg

Verfasst: Freitag 5. April 2019, 19:07
von kurt nadler
hallo zusammen

siehe unter:
http://www.botanische-spaziergaenge.at/ ... 527&t=1803
13.3.2007 ÖK78 80a/66b F179/ 3644/ Ornithogalum pannonicum / Hackelsberg /

das ist auch wahrscheinlich die pflanze, die maria zacherl unlängst vom spitzerberg zur diskussion gestellt hat.

lokal kommt in o. pannonicum-gebieten auch o. kochii mit anderer blütezeit vor. leider kenn ich den vegetativ noch schlechter als o. pann.

vielleicht kann man den vorfrühlingsaspekt derart zusammenfassen:
muscari neglectum: glaukes, tendenziell bodenanliegendes, überwinterndes laub mit gleich schmalen blättern, blätter eher länger.
ornithogalum pannonicum: glaukes, tendenziell bodenanliegendes, überwinterndes laub mit unterschiedlich breiten blättern, blätter eher kürzer.
ornithogalum kochii: ?schmäleres laub, ??wenige blätter, ?wesentlich grüner; austriebszeit??

(ornithogalum umbellatum treibt im vorfrühling straff aufrecht grasgrün aus, neigt wegen der nebenzwiebeln zu horstbildung.)
(muscari comosum treibt im frühling glauk, mäßig seitwärts spreizende, breitblättrige rosetten, keinerlei horstbildung.)
(muscari tenuifolium kenn ich leider vegetativ noch nicht.)
(honorius boucheanus weist im frühling grüne, steil schräg aufrecht stehende, wenigblättrige rosetten mit breiten blättern (altpflanzen) auf. austriebszeit??)
(muscari botryoides: frühlingsaustreiber mit rel breitem laub und praktisch glztg. erscheinendem blühtrieb.)
(muscari armeniacum: spätsommertreiber, jetzt anfang april zur blütezeit die langen, vielfach in großen horsten oder rasen organisierten blätter bereits längst an den enden abgedorrt.)

für hinweise und fotos zu den fragen wär ich dankbar.

beste grüße
kurt

Re: Unbekannte Grundblätter auf dem burgenländischen Hackelsberg

Verfasst: Montag 8. April 2019, 20:17
von Hermann Falkner
Hallo Kurt,
genauere Angaben zu deinen Fragen kann ich eigentlich nicht machen - jedenfalls keine genaueren als du, du kennst die viel besser als ich ;-)
Bilder kann ich aber gern beisteuern.

Bilder #1 und 2#: können nur Ornithogalum pannonicum sein, weil es auf dieser Stelle am Hundsheimer Berg nur diesen Milchstern gibt und Muscari neglectum längst blühen müsste, und Muscari comosum wär bei weitem nicht so zierlich und klein. Und der Vergleich mit diesen und andren Bildern macht erst recht sicher; Zweifel ausgeschlossen.

Bild #3 ist ein älteres von Muscari neglectum, durch die Blütenknospe zweifelsfrei identifizierbar (vom 10.03.2016).

Re: Unbekannte Grundblätter auf dem burgenländischen Hackelsberg

Verfasst: Samstag 13. April 2019, 11:35
von kurt nadler
lieber hermann

nö, viel besser auskennen ist nicht!
es ist ein mühsames zusammenerinnern von fakten, die tw. nicht systematisch geprüft wurden, aber wo wir im forum relativ nah an der "endlösung" sind. die gruppe der ostinteressierten moncotylen-vegetativ-interessierten wird das packen, das können wir (früher oder später).

danke für die neuen bilder! zu eins und zwei sag ich gar nix (??). es sind aber schlüssige argumente.
könnte man bei muscari sagen, dass die bei starker rinnigkeit einen äutz dünkler und weniger glauk sind als die cf. orn. pannon.? und wie beschrieben gleichbleibend schmal.

hier auch noch einmal zum einstandsfoto von maria:
der verweis ist:
viewtopic.php?t=1304
damit scheinen jürgen - 29.3.2018 und maria - 3.3.2019 dieselbe pflanzenart zu zeigen. tipps waren muscari und gagea, die hinweise haben sich auf ornithogalum pannonicum verdichtet. da in beiden fällen noch keine blütenstände kommen, deutet dies auf eine relativ späte blüte hin.

nun, gestern waren wir oberränder neusiedl/see erkunden, und hier beginnt die ornithogalum kochii-vollblüte, d.h. wiederum, da die beiden (kochii und pannon.) zu recht verschiednen zeiten blühen und kochii die schmalen, grünen, aufrecht stehenden (gestern nur sehr schwach weißlich rinnigen) blätter hat, dass weitere indizien für pannonicum betreffend die 2 forumsfragefotos bestehen.
übrigens ist das laub von kochii so weit entwickelt oder schon im rückzug wirkend, dass, wie dies im fischadler beschrieben ist, von herbstlichem austrieb ausgegangen werden kann/muss, was für großblütige und recht üppig belaubte wiener "echte" umbellatums, die ich in prellenkirchen kultiviere, wie oben beschrieben, definitiv nicht der fall ist.

zwischenzeitlich hab ich das laub von muscari comosum weiter verfolgt: nach dem heftig seitwärts spreizenden neuaustrieb hat sich der blattwinkel zumindest scheinbar deutlich versteilt, auch auf konkurrenzschwachem standort ein wenig, trotzdem müssten auch blattform und -farbe deutlich von honorius boucheanus, den ich heuer noch nicht besucht habe, unterscheidbar sein.

eine frage ist noch, ob es in den "untersuchten" trockenlebensräumen - ja nicht so nah verwandte - gageas gibt, die schon im herbst austreiben: glaub ich nicht, weiß ich aber nicht. wer weiß da was?
und die schmalen, "unspreitigen" einzelblätter der gagea-jungpflanzen werden sicherlich auch im zwischengattungsvergleich - mindestens auf den ersten blick - schwierig sein.

herzliche grüße
kurt

p.s.: und danke für deine veilcheninitiativen. schön langsam taste ich mich einmal an die arten heran und bin von den hybriden meist noch weit entfernt. die tieflandsvorkommen rupestris hab ich erst heuer kennengelernt, zuerst basenreicher lössrasen spitzerbergfuß - zusammen mit ambigua, dann hinterster kalvarienberg neusiedl gestern auf wohl leicht säuerlichem schottergrund, zusammen mit hirta. die sind tw. ja sowas von winzig.