Italien: mediterrane Küstenflora von Livorno (Toskana)
- Jürgen Baldinger
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Mediterrane Küstenflora von Livorno (Toskana) – II/3: Ruderalflora
Vielleicht weiß ja noch jemand etwas zu den fraglichen Ruderalarten oben, ich setze derweil fort: wie in Südfrankreich auch hier die zwei schönen Wolfsmilch-Arten Euphorbia characiasund die nun nach der sommerlichen Trockenklemme neu austreibende Euphorbia dendroides – Korrektur: Es handelt sich wohl um Matthiola incana.Foeniculum vulgareHeliotropium europaeumOxalis articulata sorgt noch für schöne, von weitem sichtbare Farbfleckeneine der vier mittelitalienischen Paspalum-Arten, P. dilatatumPennisetum cf. villosumder sehr häufige Plantago coronopusRubia peregrina, hier auf Pittosporum tobiraZu Solanum villosum gab es schon einige Diskussionen hier im Forum, liege ich damit hier richtig?Sporobolus indicusTribulus terrestrisInteressant fand ich diese Leontodon-Art, die auf vielen Parkrasen in Livorno nun monodominante, reichlich Blühtriebe entwickelnde Bestände bildet und aufgrund ihrer dunklen Hüllen und Stängel sowie ihrer Grundblätter doch nicht ganz nach L. hispidus ausschaut. Ausgraben brachte Gewissheit: Mit den Wurzelknollen handelt es sich um Leontodon tuberosus.
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- Stefan Lefnaer
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Re: Mediterrane Küstenflora von Livorno (Toskana)
Ja, das sieht nach Solanum villosum aus (sofern es dort nicht noch eine weitere ähnliche Art gibt...).
- Jürgen Baldinger
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Re: Mediterrane Küstenflora von Livorno (Toskana)
Die Flora Escursionistica dell'Italia führt 25 Solanum-Arten an, wobei der Schlüssel feldbotanisch nicht ganz ideal beginnt mit Pflanze indigen oder spontan, nicht als Zierpflanze kultiviert (11 spp.) gegen Pflanze als Zierpflanze kultiviert in Gärten oder Parks, sonst subspontan, aber nicht präsent in natürlicher Umgebung. Was fange ich im vorliegenden Fall damit an? Naja, das Exemplar wächst ohnehin kaum zugänglich für eine nähere Inspektion. S. v. subsp. villosum wird hier als S. luteum subsp. luteum angegeben, S. v. subsp. alatum als S. luteum subsp. alatum.
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- Jürgen Baldinger
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Mediterrane Küstenflora von Livorno (Toskana) – II/4: Litoralflora
Nun zu meinem Lieblingsbiotop, der Gezeitenzone:
Cakile maritima, der Europäische Meersenf blühend und fruchtend, ich habe ihn bislang in Livorno nur an einer Stelle gesehen und zwar ruderal, ich nehme ihn dennoch hier zu den Litoral-Arten dazu; dieser Steppenroller wird von Seegras öfters über weite Entfernungen vertragenAtriplex cf. prostrata s. lat.Limbarda crithmoidesSonchus maritimuscf. Malva arboreanoch zwei Bäume an der Küste: Juniperus phoeniceaund Tamarix gallica, vor zwei Jahren noch unsicher, dieses Mal anhand der Fruchtstände überprüft
Cakile maritima, der Europäische Meersenf blühend und fruchtend, ich habe ihn bislang in Livorno nur an einer Stelle gesehen und zwar ruderal, ich nehme ihn dennoch hier zu den Litoral-Arten dazu; dieser Steppenroller wird von Seegras öfters über weite Entfernungen vertragenAtriplex cf. prostrata s. lat.Limbarda crithmoidesSonchus maritimuscf. Malva arboreanoch zwei Bäume an der Küste: Juniperus phoeniceaund Tamarix gallica, vor zwei Jahren noch unsicher, dieses Mal anhand der Fruchtstände überprüft
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- Jürgen Baldinger
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Mediterrane Küstenflora von Livorno (Toskana) – II/5: Seegraswiesen
Ein faszinierendes Thema stellt an den Küsten eine marine Pflanzengesellschaft dar, die man ohne zu tauchen nur anhand ihrer angeschwemmten Überreste wahrnimmt, nämlich die Seegraswiesen. Im Mittelmeer werden sie von Posidonia oceanica, dem Neptungras, aufgebaut ebenso wie von Zostera marina, Cymodocea nodosa, die neophytische Halophila stipulacea und der schmalblättrigen Zostera noltii. Diese Arten wirken nährstoffbindend der Eutrophierung der Meere entgegen, außerdem sind sie gute CO2-Speicher. Auch schützen sie Strände vor Erosion, und natürlich sind Seegraswiesen ein Habitat für einige Vertreter der Meeresfauna. Bekannt sind an den Küsten die Seegrasbänke und die Seebälle aus angeschwemmten, verfilzten Pflanzenteilen. Möglicherweise ist das blühfaule, massiv durch den Schiffsverkehr und steigende Wassertemperaturen gefährdete Neptungras der langlebigste Organismus, diskutiert werden 80.000 Jahre. Hier könnte es sich um Posidonia oceanica handeln.SeegrasbankSeeballaufgeschnittener Seeball (selbst mit einem sehr scharfen Messer dauert es einige Zeit, ihn zu halbieren)Mehr über die Verwaltung von Posidonia-Stranddünen findet sich zum Beispiel hier.
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