Muscari tenuiflorum vs. comosum
- Jürgen Baldinger
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Re: Muscari tenuiflorum vs. comosum
Passt, danke. 19 Exemplare stehen da an diesem Bhf im Marchfeld herum.
"(...) gib ihnen noch zwei südlichere Tage (...)"
- Hermann Falkner
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Re: Muscari tenuiflorum vs. comosum
Ich hab noch ein paar Bilder gegoogelt, den Schlüssel überarbeitet und folgenden Vorschlag an die EfÖLS-Herausgeber geschickt - ich nehme an, dass es für die 4. Auflage schon einen Bearbeiter gibt und ein guter Kenner dieser Artengruppe ist dann hoffentlich auch in der Lage zu beurteilen, ob meine Vorschläge wirklich zielführend sind bzw. was davon brauchbar ist und was nicht:
2 Perigon fruchtbarer Blü. zur Anthese meist gelbgrün, im vorderen Teil mit „grüner Binde‟ bzw. nicht bräunl.; fruchtbare Blü in Knospe insbes. im oberen Teil des BlüStandes blauviolett, oft mit „grüner Binde‟, immer nickend, auch im obersten Teil des BlüStandes; Stiele der „SchopfBlü‟ 1–3× so lg wie diese, in der unteren Hälfte des BlüStandes abstehend bis nickend, im oberen Teil auch bogig aufsteigend, kaum aufrecht, zumindest untere „SchopfBlü‟ ≈ so lg wie die fruchtbaren (aber schmäler). — Zwiebel innen weiß. (...) Schmalblüten-T./ M. tenuiflorum
– Perigon und Perigonzipfel fruchtbarer Blü. zur Anthese gelb bis grünl., im vorderen Teil mit „braungelber Binde‟; fruchtbare Blü in Knospe insbes. im oberen Teil des BlüStandes blauviolett und immer aufrecht bis anliegend, untere auch nickend; Stiele der „SchopfBlü‟ 2–6× so lg wie diese, alle bogig aufsteigend bis aufrecht, „SchopfBlü‟ viel kürzer (u. schmäler) als die fruchtbaren. — Zwiebel innen rosa, sehr tief im Boden. (...) Schopf-T., Eigentliche Schopf-T./ M. comosum
2 Perigon fruchtbarer Blü. zur Anthese meist gelbgrün, im vorderen Teil mit „grüner Binde‟ bzw. nicht bräunl.; fruchtbare Blü in Knospe insbes. im oberen Teil des BlüStandes blauviolett, oft mit „grüner Binde‟, immer nickend, auch im obersten Teil des BlüStandes; Stiele der „SchopfBlü‟ 1–3× so lg wie diese, in der unteren Hälfte des BlüStandes abstehend bis nickend, im oberen Teil auch bogig aufsteigend, kaum aufrecht, zumindest untere „SchopfBlü‟ ≈ so lg wie die fruchtbaren (aber schmäler). — Zwiebel innen weiß. (...) Schmalblüten-T./ M. tenuiflorum
– Perigon und Perigonzipfel fruchtbarer Blü. zur Anthese gelb bis grünl., im vorderen Teil mit „braungelber Binde‟; fruchtbare Blü in Knospe insbes. im oberen Teil des BlüStandes blauviolett und immer aufrecht bis anliegend, untere auch nickend; Stiele der „SchopfBlü‟ 2–6× so lg wie diese, alle bogig aufsteigend bis aufrecht, „SchopfBlü‟ viel kürzer (u. schmäler) als die fruchtbaren. — Zwiebel innen rosa, sehr tief im Boden. (...) Schopf-T., Eigentliche Schopf-T./ M. comosum
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Manfred A. Fischer
- Beiträge: 4
- Registriert: Donnerstag 13. April 2017, 14:07
Re: Muscari tenuiflorum vs. comosum
Liebe Leute,
nur 0271 vom Hundsheimer Berg ist tenuiflorum, alle anderen sind comosum. Das beste Merkmal ist der schwarze Perigonsaum bei tenuiflorum. Die grüne Querbinde ist vielleicht tatsächlich ein weiteres gutes Differenzialmerkmal, sollten wir im Auge behalten. Der Schlüssel von Speta ist nicht schlecht, denn sein zweites diakritisches Merkmal, nämlich die bei comosum kürzeren sterilen Blüten, stimmt doch ebenfalls! Warum der Schlüssel nicht brauchbar sein soll (Stefan) verstehe ich also nicht! Die innen rosa Zwiebel braucht man nicht und sollte man beim seltenen tenuiflorum keinesfalls ausgraben und durchschneiden. Die verschiedene Stellung der oberen fertilen Blütenknospen (laut Hermann F.) sollten wir an mehr Populationen untersuchen. Wohl aber selbst dann, wenn es durchgehend stimmt, kein Anfänger-Merkmal!
Der Unterschied zwischen "gelbgrün" und "gelb bis grün" als erstes, somit bestes und wichtigstes Merkmal ist wohl eher ein Witz als ein Anfänger-Merkmal! Falls es stimmt, sollten wir es aber dennoch anführen.
Übrigens: Wenn der Schlüssel nur für Kenner brauchbar sein sollte, woran hat dann der Kenner die beiden Arten erkannt, bevor er den Schlüssel benützt hat? Gibt es noch weitere, geheime Merkmale? Bitte heraus mit der Sprache!
Liebe Grüße
Manfred
nur 0271 vom Hundsheimer Berg ist tenuiflorum, alle anderen sind comosum. Das beste Merkmal ist der schwarze Perigonsaum bei tenuiflorum. Die grüne Querbinde ist vielleicht tatsächlich ein weiteres gutes Differenzialmerkmal, sollten wir im Auge behalten. Der Schlüssel von Speta ist nicht schlecht, denn sein zweites diakritisches Merkmal, nämlich die bei comosum kürzeren sterilen Blüten, stimmt doch ebenfalls! Warum der Schlüssel nicht brauchbar sein soll (Stefan) verstehe ich also nicht! Die innen rosa Zwiebel braucht man nicht und sollte man beim seltenen tenuiflorum keinesfalls ausgraben und durchschneiden. Die verschiedene Stellung der oberen fertilen Blütenknospen (laut Hermann F.) sollten wir an mehr Populationen untersuchen. Wohl aber selbst dann, wenn es durchgehend stimmt, kein Anfänger-Merkmal!
Der Unterschied zwischen "gelbgrün" und "gelb bis grün" als erstes, somit bestes und wichtigstes Merkmal ist wohl eher ein Witz als ein Anfänger-Merkmal! Falls es stimmt, sollten wir es aber dennoch anführen.
Übrigens: Wenn der Schlüssel nur für Kenner brauchbar sein sollte, woran hat dann der Kenner die beiden Arten erkannt, bevor er den Schlüssel benützt hat? Gibt es noch weitere, geheime Merkmale? Bitte heraus mit der Sprache!
Liebe Grüße
Manfred
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Manfred A. Fischer
- Beiträge: 4
- Registriert: Donnerstag 13. April 2017, 14:07
Re: Muscari tenuiflorum vs. comosum
Ergänzung zu Muscari comosum vs. tenuiflorum:
Im Rothmaler (20./2011 u. 21. Aufl./2016) wird ein Unterschied angegeben, der m. E. schwer nachzuvollziehen ist. Bitte um Beobachtungen, ob das so stimmt! Ich sehe keinen klaren Unterschied zwischen "stark auswärts gekrümmten" und "schwach gekrümmten" Zähnen. Der Durchmesser der Öffnung könnte tatsächlich verschieden sein. Ohne metrische Angabe ist jedoch "eng" vs. "weit" ziemlicher Unfug, denn das wäre tatsächlich ein Merkmal für Kenner! Stimmt "weißlichgrün" versus "olivbraun"?
LG
Manfred A. F.
Im Rothmaler (20./2011 u. 21. Aufl./2016) wird ein Unterschied angegeben, der m. E. schwer nachzuvollziehen ist. Bitte um Beobachtungen, ob das so stimmt! Ich sehe keinen klaren Unterschied zwischen "stark auswärts gekrümmten" und "schwach gekrümmten" Zähnen. Der Durchmesser der Öffnung könnte tatsächlich verschieden sein. Ohne metrische Angabe ist jedoch "eng" vs. "weit" ziemlicher Unfug, denn das wäre tatsächlich ein Merkmal für Kenner! Stimmt "weißlichgrün" versus "olivbraun"?
LG
Manfred A. F.
- Stefan Lefnaer
- Beiträge: 4666
- Registriert: Sonntag 18. September 2016, 21:41
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Re: Muscari tenuiflorum vs. comosum
Lieber Manfred,
ich habe nicht gesagt, dass der Schlüssel unbrauchbar ist. Er ist aber anscheinend schwierig, wenn man noch nicht weiß worauf es genau ankommt. Ich hatte anfänglich Probleme und die Kollegen ja anscheinend auch. Daher halte ich eine Präzisierung durchaus für sinnvoll.
Die Perigon-Blätter der Planze am 1. Foto vom Thebener Kogel haben übrigens auch einen schwarzen Saum. Das würde dann nicht zusammenpassen.
Schöne Grüße
Stefan
ich habe nicht gesagt, dass der Schlüssel unbrauchbar ist. Er ist aber anscheinend schwierig, wenn man noch nicht weiß worauf es genau ankommt. Ich hatte anfänglich Probleme und die Kollegen ja anscheinend auch. Daher halte ich eine Präzisierung durchaus für sinnvoll.
Die Perigon-Blätter der Planze am 1. Foto vom Thebener Kogel haben übrigens auch einen schwarzen Saum. Das würde dann nicht zusammenpassen.
Schöne Grüße
Stefan
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