Stocketwald bei Ladendorf

= Blütenpflanzen
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Hermann Falkner
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Re: Stocketwald bei Ladendorf

Beitragvon Hermann Falkner » Montag 3. Juni 2019, 06:53

Lieber Stefan,
Muscari halte ich auch für tenuiflorum. Zusätzliche Merkmale:

- "enge" Öffnung der Perigonröhre: ist ein Rothmaler-Merkmal (hat mir Prof. Fischer mitgeteilt); ist bei Rothmaler nicht so genau spezifiziert - ich hätte gesagt: comosum = Öffnung mind. 1/2 Durchmesser der Kronröhre, tenuiflorum = Öffnung eher 1/3 bis 1/4 des Durchmessers und ich würde sagen, so auch bei diesem Exemplar

- Blüten der unteren Hälfte des Blü'standes bei tenuiflorum meist nickend, besonders in Knospe bzw frisch erblüht, später sich aufrichtend, aber auch dann meist eher waagrecht abstehend; bei comosum schon in Knospe meist nach oben gerichtet und erblüht deutlich aufsteigend (eigene Beobachtung, funktioniert glaub ich ganz gut und spräche auch hier für tenuiflorum)

Ausserdem habe ich beobachtet, dass bei (mutmasslichen) tenuiflorum das Perigon (besonders im unteren Teil des BlüStandes) in Knospe im vordersten Teil deutlich heller ist, teils sieht man klar eine "grüne Binde", später verblasst das, ist aber manchmal erblüht noch als " blasse Binde" erkennbar (also +- so, wie bei den untersten Blüten auf deinem Bild: eine Spur heller, gelblich); das dürfte aber kein sehr verlässliches Merkmal sein. Bei typischem comosum gibt's hier jedenfalls keine ausgeprägte Farbunterschiede, das Perigon ist gleichermassen violett bis schmutzigbräunlich auf der ganzen Länge, ohne dass ich ein besonderes Muster erkennen könnte.

Die Merkmale der engen Öffnung + nickenden unteren Blüten dürften meiner Erfahrung nach als zusätzliche Merkmale ganz gut funktionieren. Stimmen sie, dann würde das hier jedenfalls tenuiflorum bestätigen.

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Stefan Lefnaer
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Re: Stocketwald bei Ladendorf

Beitragvon Stefan Lefnaer » Montag 3. Juni 2019, 06:56

Lieber Hermann,

danke für deine Bestätigung! Ich werde auf jeden Fall nochmals hinschauen, da ich auch Fotos im voll aufgeblühten Zustand erstellen will. Die stelle ich dann auch ein.

Schöne Grüße
Stefan

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Stefan Lefnaer
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Re: Stocketwald bei Ladendorf

Beitragvon Stefan Lefnaer » Sonntag 19. April 2026, 21:31

Heute habe ich wieder den Stocketwald untersucht. Auf der Südflanke eines kleinen Hügelrückens fand ich in einem Jungwald eine kleine Lichtung mit einem schönen Halbtrockenrasen. Der Fleck dürfte nur so um die 100 m² groß sein, die Artengarnitur kann sich aber sehen lassen. Zuerst Habitatfotos:

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Re: Stocketwald bei Ladendorf

Beitragvon Stefan Lefnaer » Sonntag 19. April 2026, 21:45

Im Grunde handelt es sich um eine kleine Waldsteppe, also die natürliche Vegetation des Pannonikums, so wie sie vor dem Neolithikum hier bestand. Viele Wälder sind leider heutzutage nicht mehr in diesem Zustand: Sie wurden durch mangelnde Beweidung zu reinen Wäldern "verdichtet" und durch intensive Bewirtschaftung oder Aufforstung standortfremder Baumarten stark verändert. Oder sie wurden durch den Menschen in Intensiväcker, Grünland, Bauland usw. umgewandelt. Daher sind solche Reste umso wertvoller.

Als Arten zuerst Altbekannte. Als typische Waldsteppenart darf natürlich Dictamnus albus  VU  —  L7   T8   K7   F3     R8   N2   S0  nicht fehlen:

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Hier zusammen mit Adonis vernalis  VU  —  L7   T7   K8   F3     R8   N2   S0 :

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Und hier zusammen mit Muscari tenuiflorum  EN  —  L7   T8   K7   F3     R8   N3   S0 :

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Sowie Euphorbia epithymoides  VU  —  L7   T7   K6   F3     R8   N4   S0  (= Eu. polychroma):

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Dann noch Verbascum phoeniceum  VU  —  L8   T7   K8   F3  ~  R7   N3   S0 :

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Stefan Lefnaer
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Re: Stocketwald bei Ladendorf

Beitragvon Stefan Lefnaer » Sonntag 19. April 2026, 22:02

Erfreulich und neu ist ein kleines Vorkommen von Iris pumila  VU  —  L9   T7   K7   F2     R9   N2   S0  (neu für Qu. 7465-3). Es sind nur wenige Stöcke vorhanden, einige Pflanzen blühten heuer.

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