Inula helenium cf.

= Blütenpflanzen; Bestimmungsfragen
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Stefan Lefnaer
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Inula helenium cf.

Beitragvon Stefan Lefnaer » Freitag 26. Juli 2019, 21:13

Liebe Leute,

heute fand ich am Bisamberg diese noch nicht blühende Asteracee. Ich will ehrlich sein, ich wäre wohl selber nicht draufgekommen. Ich habe aber am Handy eine App namens "Plantnet" installiert. Mit der habe ich ein LB fotografiert und die App spuckte mir nach kurzer Berechnung in der Cloud Inula helenium als wahrscheinlichste Option aus. Nicotiana folgte weit abgeschlagen dahinter. Ich habe die Art vorher noch nie gesehen und glaube die Bestimmung passt. Ich muss sagen, das Werkzeug ist schon ziemlich beeindruckend, v.a. in solchen Fällen, wo man überhaupt nicht weiter weiß. Sicher, Bromus secalinus subsp. decipiens kann man damit wahrscheinlich nicht bestimmen. Aber das kann man im Vertrauen gesagt mit der Exkursionsflora auch nicht. Hier noch Fotos:

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LB USeite:

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GrundB:

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Unteres StgB:

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Mittleres StgB:

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Schöne Grüße
Stefan

Oliver Stöhr
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Re: Inula helenium cf.

Beitragvon Oliver Stöhr » Freitag 26. Juli 2019, 21:51

Ja, Inula helenium dürfte stimmen.
Wann erscheint die Exkursionsflora als App ;-) ?
LG
Oliver

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Stefan Lefnaer
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Re: Inula helenium cf.

Beitragvon Stefan Lefnaer » Samstag 27. Juli 2019, 07:13

Hallo Oliver,

die Frage ist aus meiner Sicht, was so eine App überhaupt können sollte. Manfred schwebt immer ein "einfacher interaktiver Bestimmungsschlüssel" vor, also so ein Art Nimis-Light, bei dem man ein paar Merkmale (Anzahl KroB, LB gegenständig/wechselständig, ...) auswählt und dann passende Arten vorgeschlagen bekommt. Entwickelt in 5 Tagen und eh alles ganz einfach. Ich halte da gar nichts davon. Ein Anfänger wird mit Plantnet o.ä., wo man nur ein Foto machen muss und eine mit viel Aufwand und Fördergeldern entwickelte KI passende Vorschläge macht, sicher besser beraten sein. Und einem Fortgeschrittenen und Spezialisten hilft so ein einfacher Micky-Maus-Schlüssel auch nicht weiter. Aus meiner Sicht gut wären Schlüssel so wie im Buch, aber interaktiv bedienbar und grafisch aufbereitet, damit man immer auf einen Blick sieht bei welchem Punkt man gerade ist, welche Merkmale man voher selektiert hat usw. Dann entfällt das Problem, dass man immer suchen muss bei welchem Punkt man vorher war, wenn man vom Buch wegschaut um das Bestimmungsobjekt zu untersuchen und das mühsame und fehleranfällige Hin- und Zurückspringen zwischen Nummern. Zudem, und das wäre aus meiner Sicht das wichtigste, sollten alle Merkmale mit aussagekräftigen Bildern oder Zeichnungen verlinkt sein. So etwas würde einen wirklichen Zusatznutzen bringen, den man mit einem Buch nie haben kann.

Schöne Grüße
Stefan

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Norbert Griebl
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Re: Inula helenium cf.

Beitragvon Norbert Griebl » Samstag 27. Juli 2019, 07:21

Liebes Forum!

Noch kurz zu Inula helenium:
Die Heimat der Art ist aufgrund ihrer langen Kultur nicht genau bekannt (WAGENITZ 1979). Alant wurde bereits bei den Römern als Heil- und Gewürzpflanze angebaut. Im Mittelalter war besonders der daraus hergestellte Alantwein ein beliebtes Universalmittel (WAGENITZ 1979). Aus dieser reichlichen Kultur verstehen sich auch Ausbreitung und Einbürgerung im Gebiet.
Nutzung: Zier-, Volksarznei-, Gewürz- und Färbepflanze. In Österreich selten und meist unbeständig in allen Bundesländern (FISCHER & al. 2008).
Die Art kann mit dem Pracht-Alant, Inula magnifica, verwechselt werden, der z.B. in Obertriesting im Wienerwald verwildert zu finden ist. Gärtnerisch wird heute vor allem Inula magnifica genutzt, weshalb zukünftig mit dieser Art mehr zu rechnen ist.
Ich hänge mal Bilder von beiden Arten an.
Liebe Grüße
Norbert
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Je größer ein Mensch ist, desto mehr neigt er dazu, sich vor einer Blume niederzuknien

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Jürgen Baldinger
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Re: Inula helenium cf.

Beitragvon Jürgen Baldinger » Samstag 27. Juli 2019, 15:16

Zur Ergänzung: Aktuell sieht es taxonomisch und nomenklatorisch so aus, dass Inula helenium als nomenklatorische Typus-Art der Gattung aufgrund molekularer und phänetischer Unterschiede von den restlichen Inula-Arten der EföLS 2008 künftig abgegliedert als Inula s. str. geführt und die bisherigen Inula-Arten zu Pentanema werden, womit sich auch einige Epitheta ändern müssen; beispielsweise wird Inula conyzae zu P. squarrosum.
"(...) gib ihnen noch zwei südlichere Tage (...)"

Oliver Stöhr
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Re: Inula helenium cf.

Beitragvon Oliver Stöhr » Sonntag 28. Juli 2019, 21:01

Lieber Stefan,
danke für deine ausführliche Antwort auf meine nicht ganz ernst zu nehmende Frage betr. der EFÖLS-App ...
Ich bin ganz bei dir: Anfänger und Laien, die nicht tiefer in die Materie eindringen wollen/können, können Apps wie Plantnet bedienen. Für die wissenschaftliche Arbeit und das vertiefende Eindringen in unsere Flora und letztlich zur Erlangung einer fundierten Artenkenntnis sind solche Apps aber ungeeignet.
Ich bin da gerne altmodisch und bleibe beim Analysieren der Merkmale im Feld sowie unter der Lupe/dem Bino daheim anhand der Fachliteratur bzw. anhand von Belegen ;-). Eine App kann ein Herbarium (zumindest derzeit) nicht ersetzen!
Beste Grüße
Oliver

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Re: Inula helenium cf.

Beitragvon Stefan Lefnaer » Sonntag 28. Juli 2019, 21:20

Lieber Oliver,

da kann ich nicht zustimmen. Eine App wäre sehr praktisch, weil man dann das schwere Buch nicht mitschleppen müsste. Und inkludierte/verlinkte Fotos/Zeichnungen in den Schlüsseln wären ein deutlicher Zusatznutzen, den man sonst nie im Feld hätte, sofern man nicht einen Maulesel hat, der die ganzen Bücher schleppt. Es kommt ganz darauf an was die App kann.

Schöne Grüße
Stefan

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Re: Inula helenium cf.

Beitragvon Oliver Stöhr » Montag 29. Juli 2019, 19:17

Lieber Stefan,

aus deiner Antwort mutmaße ich, dass du das Herbarisieren, so man sich ernsthaft der Botanik widmen möchte, auch nicht Frage stellst, oder? Zu meinem Posting möchte ich aber noch klarstellen, dass ich unter "Fachliteratur" auch deren digitale Formen bis zu guten "Fach-Apps" (mit Betonung auch "Fach") verstehe. Wenn Zeichnungen oder Fotos darin dann Schlüsselmerkmale noch gut darstellen können, ist das natürlich eine große praktische Hilfe und nur zu begrüßen.
Meiner Ansicht nach sollte es jedem selbst überlassen bleiben, ob er eine analoge EFÖLS, eine Handy-App oder was immer benutzen bzw. ins Gelände mitnehmen will. Auch kommt es immer auf die jeweilige Fragestellung und den Zweck an. Ich habe schon KollegInnen im Feld angetroffen, die im Hochgebirge die "Flora Helvetica" durch das Gelände geschleift haben und mit dieser vor Ort bestimmt haben (es soll bei Biotopkartierungen Personen geben, die sogar die "Flora Alpina" ins Gelände mitnehmen, um dann anhand der Fotos Taxa, die nur in der Schweiz vorkommen, für Österreich zu kartieren). Die Mitnahme der EFÖLS ist dagegen ein Klacks und die Gewichtsfrage relativ.
Mir persönlich ist die Geländezeit aber meist zu wertvoll, um mich im Gelände z.B. mit der EFÖLS hinzusetzen und vor Ort die Schlüssel durchzugehen. Ich nehme daher idR bei unbekannten Arten Foto- oder Pflanzenbelege mit (natürlich unter Berücksichtigung naturschutzrechtl. Vorschriften), die ich dann abend daheim bestimme. Und zudem bin ich froh, wenn ich im Gelände einmal nicht auf das Handy schauen muss ;-)

Viele Grüße
Oliver

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Re: Inula helenium cf.

Beitragvon Stefan Lefnaer » Montag 29. Juli 2019, 20:36

Lieber Oliver,

nein, das Herbarisieren stelle ich nicht in Frage. Ich habe ja selber massenhaft Belege herumliegen, die ich alle heuer im Winter einJACQen muss, damit nächstes Jahr wieder Platz ist. :-) Aber für unterwegs wäre so eine EF-App einfach toll. Ich will auch nicht immer alles mitnehmen und dann bis spät am Abend durchsehen müssen. Manchmal ist es besser und schöner sich in der Natur etwas hinzusetzen und ein Pflänzchen vor Ort anzusehen.

Schöne Grüße
Stefan


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