Frankreich: Flora der Provence (plus Beobachtungen an west- und südeuropäischen Bahnstrecken sowie in Paris)
- Jürgen Baldinger
- Beiträge: 4040
- Registriert: Montag 19. September 2016, 19:47
- Wohnort: Wien
Re: Flora der Seealpen und der Riviera
Vom winzigen Dörfchen Le Chaudan über dem Fluss Var gelegen schweißtreibend höhenwärts (warm war's...) gab es zu sehen
Anthericum liliagoAphyllanthes monspeliensis, ein Art der Liliengewächseein weiteres Farngewächs: Asplenium cf. adiantum-nigrum var. adiantum-nigrumCarduus litigosusIst das Aethionema saxatile?Cistus albidus mit letzten Blüten und schon fruchtendConvolvulus cantabricaEuphorbia spinosa sollte das sein.Es gibt mit Helichrysum italicum eine ähnliche, weiter westlich vorkommende Art, das hier scheint mir H. stoechas zu sein.Zu Verbascum pulverulentum gibt es hier eigentlich keine Alternative, auch wenn die Exemplare kümmerlich wachsen, vermutlich bodenbedingt.
Anthericum liliagoAphyllanthes monspeliensis, ein Art der Liliengewächseein weiteres Farngewächs: Asplenium cf. adiantum-nigrum var. adiantum-nigrumCarduus litigosusIst das Aethionema saxatile?Cistus albidus mit letzten Blüten und schon fruchtendConvolvulus cantabricaEuphorbia spinosa sollte das sein.Es gibt mit Helichrysum italicum eine ähnliche, weiter westlich vorkommende Art, das hier scheint mir H. stoechas zu sein.Zu Verbascum pulverulentum gibt es hier eigentlich keine Alternative, auch wenn die Exemplare kümmerlich wachsen, vermutlich bodenbedingt.
"(...) gib ihnen noch zwei südlichere Tage (...)"
- Jürgen Baldinger
- Beiträge: 4040
- Registriert: Montag 19. September 2016, 19:47
- Wohnort: Wien
Re: Flora der Seealpen und der Riviera
...und außerdem noch drei schöne, teilweise noch gelb blühende Fabaceen-Sträucher, nämlich den unangenehm dornigen
Cytisus spinosussowie Genista cinereaund Spartium junceumLactuca perennisLinum cf. strictum var. strictum (var. strictum: Infloreszenz schirm- oder köpfchenartig gegen var. spicatum: Infloreszenz ährenartig)Orlaya platycarpos (bzw. bei uns Caucalis platycarpos) kümmerlich habe ich schon weiter oben gezeigt – Ergänzung: Es könnte sich vielmehr um eine Torilis sp. handeln, ev. T. africana.Spricht etwas gegen Ranunculus bulbosus?Rhamnus alaternusSenecio cf. incana – Ergänzung: An S. incana glaube ich mittlerweile nicht mehr, diese Art bleibt kleinwüchsig und ist für Frankreich auf silikatischen Böden in den Alpen von 1800-3400 msm angegeben. Es handelt sich wohl schlicht um S. maritima (subsp. maritima), die neben dem Littoral auch Kalkfelsen besiedelt. Dafür spricht unter anderem der offenbar unten verholzende Stängel.Teucrium montanum gibt es auch hier.Thymus cf. vulgarisBlick südwärts auf den Var
Cytisus spinosussowie Genista cinereaund Spartium junceumLactuca perennisLinum cf. strictum var. strictum (var. strictum: Infloreszenz schirm- oder köpfchenartig gegen var. spicatum: Infloreszenz ährenartig)Orlaya platycarpos (bzw. bei uns Caucalis platycarpos) kümmerlich habe ich schon weiter oben gezeigt – Ergänzung: Es könnte sich vielmehr um eine Torilis sp. handeln, ev. T. africana.Spricht etwas gegen Ranunculus bulbosus?Rhamnus alaternusSenecio cf. incana – Ergänzung: An S. incana glaube ich mittlerweile nicht mehr, diese Art bleibt kleinwüchsig und ist für Frankreich auf silikatischen Böden in den Alpen von 1800-3400 msm angegeben. Es handelt sich wohl schlicht um S. maritima (subsp. maritima), die neben dem Littoral auch Kalkfelsen besiedelt. Dafür spricht unter anderem der offenbar unten verholzende Stängel.Teucrium montanum gibt es auch hier.Thymus cf. vulgarisBlick südwärts auf den Var
"(...) gib ihnen noch zwei südlichere Tage (...)"
- Stefan Lefnaer
- Beiträge: 4670
- Registriert: Sonntag 18. September 2016, 21:41
- Wohnort: Wien
- Kontaktdaten:
Re: Flora der Seealpen und der Riviera
Die Orlaya platycarpos sieht ja eher wie Torilis aus.
Der Hahnenfuß vielleicht Ranunculus sardous?
Der Hahnenfuß vielleicht Ranunculus sardous?
- Jürgen Baldinger
- Beiträge: 4040
- Registriert: Montag 19. September 2016, 19:47
- Wohnort: Wien
Re: Flora der Seealpen und der Riviera
Danke für den Torilis-Hinweis. Die Früchte der Berghang-Pflanze sehen tatsächlich etwas anders aus als bei der Bahnsteig-Pflanze, bei der ich bei Orlaya platycarpos bleiben würde. Eventuell Torilis africana, nach Flora Gallica (es gibt vier Arten im Gebiet) mit dreistrahligen, langstieligen Schirmen und meist geraden, langen Fruchtborsten nicht schlecht passend, siehe auch diese Fotos der Mittelmeerflora. Die Blätter waren trockenheitsbedingt etwas welk. Die Art würde grundsätzlich in der Region vorkommen, dürfte aber nicht häufig sein. Detailfoto Frucht der Bergpflanze:Ranunculus sardous müsste ja am Stängel +/- abstehend behaart sein, hier liegen die Haare oben eher an. Und ist der sardous-Fruchtschnabel nicht immer schön regelmäßig in der Mitte der Nüsschen, während er bei bulbosus mehr so asymmetrisch ansetzt? Detailfoto Fruchtstand:
"(...) gib ihnen noch zwei südlichere Tage (...)"
- Jürgen Baldinger
- Beiträge: 4040
- Registriert: Montag 19. September 2016, 19:47
- Wohnort: Wien
Re: Flora der Seealpen und der Riviera
Zum Abschluss noch Ruderalarten sowie schöne Kultivierte in Nizza:
auf sicher auch als Klo benutztem Grünstreifen in einem toten Winkel der Straßen wohl Blackstonia perfoliata
Ich komme auf Cyperus rotundus.Das müsste Chamaerops humilis sein, Altbäume stehen überall herum. Bei dieser einen von zwei angenommenen europäischen Palmenarten wird für das Département Alpes-Maritimes ein mögliches Indigenat diskutiert. Die Hypothese stützt sich auf frühe Beobachtungen im 18. Jahrhundert und auf Aufsammlungen zahlreicher Botaniker von Fundstellen an den corniches, den berühmten Felsvorsprüngen mit ihren traumhaften Panoramen östlich von Nizza. Dort wurde die Art bis etwa 1850 beobachtet. Angenommen wird, dass aufgrund von Verbauungen und exzessivem Besammeln die Vorkommen so stark zurückgingen, dass sie zumindest nicht mehr aufgefunden wurde. Erst in den 1970ern wurde die Zwergpalme wieder entdeckt, um Nizza und Villefranche-sur-mer, meist unweit "exotischer" Gärten und Villen; seitdem nehmen die Bestände wieder zu; teilweise auch weiter vom Littoral entfernt, wobei abzuwarten bleibt, ob die Pflanzen dort das Adultstadium erreichen. Ob es an veränderter Landnutzung, Erderhitzung oder Gartenfluchten liegt, ist unklar. In Nizza tauchen junge Pflanzen jedenfalls auch ruderal auf.kultivierte Strelitzia reginaeKultivierte Yucca cf. rostrata am Rande des Jardin Albert I. neben dem schönen Place Masséna, der sich über der Mündung des dort vollständig überbauten zweiten, kleineren Flusses in Nizza, dem Le Paillon, befindet.Callistemon linearisVielleicht können die gärnterisch Beschlagenen die drei letzten Arten bestätigen oder wenn nötig, korrigieren.
auf sicher auch als Klo benutztem Grünstreifen in einem toten Winkel der Straßen wohl Blackstonia perfoliata
Ich komme auf Cyperus rotundus.Das müsste Chamaerops humilis sein, Altbäume stehen überall herum. Bei dieser einen von zwei angenommenen europäischen Palmenarten wird für das Département Alpes-Maritimes ein mögliches Indigenat diskutiert. Die Hypothese stützt sich auf frühe Beobachtungen im 18. Jahrhundert und auf Aufsammlungen zahlreicher Botaniker von Fundstellen an den corniches, den berühmten Felsvorsprüngen mit ihren traumhaften Panoramen östlich von Nizza. Dort wurde die Art bis etwa 1850 beobachtet. Angenommen wird, dass aufgrund von Verbauungen und exzessivem Besammeln die Vorkommen so stark zurückgingen, dass sie zumindest nicht mehr aufgefunden wurde. Erst in den 1970ern wurde die Zwergpalme wieder entdeckt, um Nizza und Villefranche-sur-mer, meist unweit "exotischer" Gärten und Villen; seitdem nehmen die Bestände wieder zu; teilweise auch weiter vom Littoral entfernt, wobei abzuwarten bleibt, ob die Pflanzen dort das Adultstadium erreichen. Ob es an veränderter Landnutzung, Erderhitzung oder Gartenfluchten liegt, ist unklar. In Nizza tauchen junge Pflanzen jedenfalls auch ruderal auf.kultivierte Strelitzia reginaeKultivierte Yucca cf. rostrata am Rande des Jardin Albert I. neben dem schönen Place Masséna, der sich über der Mündung des dort vollständig überbauten zweiten, kleineren Flusses in Nizza, dem Le Paillon, befindet.Callistemon linearisVielleicht können die gärnterisch Beschlagenen die drei letzten Arten bestätigen oder wenn nötig, korrigieren.
"(...) gib ihnen noch zwei südlichere Tage (...)"
Zurück zu „Blick über die Grenzen“
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 5 Gäste