aulacanth: Stacheln in den Furchen zw. den Rindenwülsten sitzend, tylacanth: Stacheln am Stängel auf den Rindenwülsten
Im LfU-Bestimmungsschlüssel für aquatische Makrophyten in Deutschland ist eine aus meiner Sicht korrekte und verständliche Definition (samt Zeichnungen) enthalten:
Die Stacheln können auf den erhabenen Reihen der Rindenzellen sitzen (tylacanth) oder auf den tieferliegenden Reihen dazwischen (aulacanth).
Die Unterscheidung benötigt man u.a. um die häufigen Arten Chara vulgaris und Ch. contraria unterscheiden zu können. Es handelt sich um ein meist nur mit dem Bino festzustellendes und sehr problematisches Unterscheidungsmerkmal, da
- bei manchen Pflanzen bzw. Population die "niedrigen" Rindenwülste ungefähr gleich hoch sein können wie die "hohen" Rindenwülste und daher nicht unterscheidbar ist, worauf die Stacheln nun sitzen,
- manche Pflanzen bzw. Population gar keine oder sehr wenige Stacheln aufweisen, was ebenfalls eine Unterscheidung verunmöglicht und
- viele Pflanzen kalkinkrustiert sind, was das Merkmal schwer erkennbar macht.
Im Folgenden ein Beispiel einer eindeutig aulacanthen Pflanze mit gut ausgebildeten Stacheln und deutlich heterostichen (= unterschiedlich hohen) Rindenwülsten.
So schön ist es leider nur sehr selten ausgebildet. Meist ist es undeutlicher, so wie im folgenden Beispiel. Mit "Stacheln" die nur Nopperln sind und fast gleich hohen Rindenwülsten.