Schoenoplectus mucronatus bei Gleisdorf
- Norbert Griebl
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Schoenoplectus mucronatus bei Gleisdorf
Liebes Forum!
Diese Woche habe ich Schoenoplectus mucronatus, in manchen Floren auch Schoenoplectiella mucronata genannt, in Nitscha bei Gleisdorf in der Oststeiermark gefunden. Wuchsort war ein im Winter als Eisstockbahn genutztes Areal, wo die Art sicher nicht gepflanzt wurde.
LG Norbert
Diese Woche habe ich Schoenoplectus mucronatus, in manchen Floren auch Schoenoplectiella mucronata genannt, in Nitscha bei Gleisdorf in der Oststeiermark gefunden. Wuchsort war ein im Winter als Eisstockbahn genutztes Areal, wo die Art sicher nicht gepflanzt wurde.
LG Norbert
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Je größer ein Mensch ist, desto mehr neigt er dazu, sich vor einer Blume niederzuknien
- Norbert Griebl
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Re: Schoenoplectus mucronatus bei Gleisdorf
Ein weiterer Fund der Spitzen Teichbinse, dieses Mal in der Weststeiermark in den Graschacher Teichen bei Gleinstätten.
Zur Art:
Die Spitze Teichbinse, Schoenoplectiella mucronata (Syn. Schoenoplectus mucronatus) ist eine wärmeliebende, einjährige bis kurzlebig-ausdauernde Sumpfpflanze, deren weites natürliches Verbreitungsgebiet große Teile der gemäßigten und subtropischen Alten Welt umfasst. Sie wächst vor allem in tiefen Lagen an Ufern von Teichen, Gräben und anderen nährstoffreichen Gewässern mit stark wechselndem Wasserstand und kann insbesondere auf zeitweise trockenfallenden, schlammigen Böden auftreten.
Schoenoplectiella mucronata ist in Österreich vom Aussterben bedroht (CR, ehemalige Gefährdungskategorie 1) (Schratt-Ehrendorfer & al. 2022). Bemerkenswert ist die große Zahl neuer Nachweise in Österreich. Während Schoenoplectiella mucronata nach Schratt-Ehrendorfer & al. (2022) nur am Bodensee, im Klagenfurter Becken und im Südöstlichen Vorland als indigen gilt, wird sie außerhalb dieser Gebiete als verschleppt bzw. zum Teil als angesalbt eingestuft. Gerade die zahlreichen jüngeren Funde in Ober- und Niederösterreich zeigen, dass die Beurteilung einzelner Vorkommen nicht immer eindeutig ist. Viele der neuen Fundorte liegen an erst in jüngerer Zeit entstandenen Kleingewässern, Schottergruben, Absetzbecken und anderen offenen Feuchtstandorten. Als Ausbreitungsvektoren kommen neben menschlicher Verschleppung insbesondere Wasservögel in Betracht, die Samen bzw. Früchte von Wasser- und Sumpfpflanzen über größere Entfernungen transportieren können. Für mehrere österreichische Vorkommen von Schoenoplectiella mucronata wurde eine solche Ausbreitung bereits ausdrücklich diskutiert. Damit verschwimmt bei dieser Art die Grenze zwischen adventivem Auftreten und natürlicher Arealerweiterung. Gelangen Diasporen ohne unmittelbare menschliche Mitwirkung durch Wasservögel in ein neues Gebiet und kann sich die Art dort selbstständig etablieren, lässt sich dies durchaus als natürliche Ausbreitung interpretieren. Die Einstufung als adventiv in Teilen Österreichs beruht daher weniger auf dem nachgewiesenen Ausbreitungsweg einzelner Pflanzen als vielmehr darauf, dass diese Gebiete außerhalb des historisch belegten indigenen Areals der Art liegen und vielfach anthropogen entstandene Standorte besiedelt werden. Bei manchen der neuen Vorkommen erscheint der Status deshalb weiterhin diskussionswürdig.
Im Burgenland wurde die Art in einer Schottergrube zwischen Dobersdorf und Königsdorf nachgewiesen (Gilli 2022).
Aus Kärnten ist unter anderem ein Vorkommen bei Duell am Völkermarkter Drau-Stausee bekannt (Schlatte 1963).
Aus Niederösterreich liegen in jüngerer Zeit mehrere Nachweise vor. Die Art wurde in einer ehemaligen Schottergrube bei Glinzendorf im Marchfeld gefunden (Karrer in: Gilli & Niklfeld 2018), ebenso in einer ehemaligen Schottergrube zwischen Rauchenwarth und Wienerherberg auf der Rauchenwarther Platte (Grinschgl 2017, Grinschgl in: Gilli & Niklfeld 2018). Weitere Funde gelangen zwischen Rauchenwarth und dem Schwadorfer Holz (Barta 2018) sowie etwas südlich davon (Barta 2018a), in einer aufgelassenen Sandgrube bei Enzersdorf an der Fischa (Baldinger 2018), im Eliasteich nördlich von Schrems (Barta 2020) und in einem Drainagegewässer der Westbahn-Neubaustrecke nördlich von Baumgarten (Eichinger & al. 2022).
Für Oberösterreich nannte bereits Sailer (1841) ein Vorkommen „an der Aist“, für das sich allerdings keine entsprechenden Belege im Herbarium LI finden. 2008 wurde die Art bei Mannsdorf nahe Haibach ob der Donau wiedergefunden (Lugmair 2009); aus demselben Jahr stammt ein Nachweis vom Wambach westlich Waldbot nahe Linz (Stöhr & al. 2012). In den Steyregger Schottergruben wurde sie angesalbt (vgl. Stöhr & al. 2012). Weitere Funde folgten 2011 auf einem militärischen Übungsgelände in Unterleithen bei Wels (Lugmair 2011), 2012 bei Schloss Auhof nahe Pupping (Stöhr & al. 2012) und 2016 in einer Schottergrube bei Gigling im Innviertel (Hohla 2016). Weites in einem Absetzbecken in Stadlkirchen (Essl 2021), bei Hofkirchen an der Trattnach (Leitner 2022), bei Freistadt (Kleesadl 2024), am Hacklberg bei Scharnstein im Traunviertel (Kleesadl in: Gilli & al. 2025), in einer Sandgrube nördlich von Weinzierl bei Perg (Kleesadl 2025), in Stroheim-Unterleiten (Kleesadl 2025a) und Hinzenbach-Unterleiten (Kleesadl 2025b).
In Salzburg wurde die Art in Gnigl im Stadtgebiet von Salzburg nachgewiesen (Pilsl 2011).
In der Steiermark besitzt die Spitze Teichbinse eine lange Fundgeschichte. Historische Angaben liegen aus Ziegelteichen in Graz, aus dem Gebiet zwischen Feldbach und Fehring, von Oberhaag bei Arnfels, aus Speltenbach bei Fürstenfeld sowie von Kresbach bei Deutschlandsberg vor (Fritsch 1907, 1922, 1923, Hayek 1956). Später wurde sie im oberen Rabenhofteich bei Wagendorf (Metlesics 1956), an Teichen bei Unterhart und Weinburg bei Mureck (Melzer & Bregant 1993) sowie bei Seibersdorf bei St. Veit am Vogau (Maurer 2006) nachgewiesen. Neuere Funde stammen aus dem Gebiet zwischen Großwilfersdorf und Riegersdorf nahe Fürstenfeld (Barta 2019), von einer Eisstockbahn in Nitscha-Kaltenbrunn bei Gleisdorf (Eigenfund Griebl 2019), von den Reininghausgründen in Graz-Eggenberg (Leonhartsberger 2024) sowie von den Graschach-Ziegelteichen bei Gleinstätten (Eigenfund Griebl 2026).
Für Vorarlberg gibt Murr (1923–1926) die Art aus „Schlammgräben des Bodenseeriedes, Seeufer gegenüber Rheineck, Hard, Höchst, gegen Lauterach“ an. Metlesics (1950) meldete sie vom Bodenseeufer nördlich von Höchst. Polatschek (1997–2013) führt noch einige mittelalte Nachweise an, darunter ebenfalls solche aus dem Bodenseegebiet. Markus Grabher beobachtete die Art später zweimal an gestörten Standorten, darunter an einem Tümpel im Gebiet Birken (Amann 2016).
Außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes kann Schoenoplectiella mucronata auch als Begleiter landwirtschaftlicher Kulturen auftreten. Bemerkenswert ist insbesondere ihre Entwicklung zum Reisfeldunkraut in Kalifornien, wo die Art erstmals 1942 beobachtet wurde.
Quellen:
AMANN G. (2016): Das Pflanzenleben Vorarlbergs - Aktualisierte Rote Liste der Farn- und Blütenpflanzen Vorarlbergs Bucher-Verlag, 256 S.
Baldinger J. (2018): Cotinus coggygria und Schoenoplectus mucronatus am Kalten Berg (Maria Ellender Wald westlich der A4) - Forum Flora Austria
Barta T. (2018): Schoenoplectus mucronatus JACQ - Virtual Herbaria
Barta T. (2018a): Schoenoplectus mucronatus JACQ - Virtual Herbaria
Barta T. (2019): Schoenoplectus mucronatus JACQ - Virtual Herbaria
Barta T. (2020): Schoenoplectus mucronatus JACQ – Virtuelle Herbaria
Eichinger J., J. Scharl, N. Stoeckl & K.-G.Bernhardt (2022): Vegetation neuangelegter Gewässer entlang der nördlichen Neubau strecke der Westbahn: Michelhausen bis Freundorf (Tullnerfeld) Nat-Mitt-Landessammlungen-Niederoesterr_32_0041-0069.pdf
Essl F. (2021): Schoenoplectus mucronatus Zobodat - Biogeografische Belege
FRITSCH K. (1907): Bericht der botanischen Sektion über ihre Tätigkeit im Jahre 1907 – Mitteil. d. Naturw.Ver. f. Steiermark. Bd. 44: 290.
FRITSCH K. (1922): Exkursionsflora für Österreich und die ehemals österreichischen Nachbargebiete. 3. umgearb. Aufl., Autorisierter Nachdruck 1973. — Verlag von J. Cramer, Wien, Leipzig.
Gilli C. (2022): Schoenoplectus mucronatus JACQ - Virtual Herbaria
Gilli C. & H. Niklfeld (2018): Floristische Neufunde (236–304) NEIL_9_0289-0354.pdf
Gilli C., G. Kleesadl & C. Schröck (2025): Floristische Kurzmitteilungen 05 STAPFIA_0119_0047-0081.pdf
Grinschgl F. (2017): Schoenoplectus mucronatus JACQ - Virtual Herbaria
HAYEK A. (1956): Flora von Steiermark II. Band, 2. Teil Monokotyledonen - Graz: Akad. Dr. u. Verl.-Anst., 1956, 147 pp.
Hohla M. (2016): Wiederfund der Kanten-Wolfsmilch (Euphorbia angulata) in Oberösterreich, sowie weitere Beiträge zur Flora von Oberösterreich, Niederösterreich, Steiermark und Vorarlberg STAPFIA_105_0109-0118.pdf
Jung, J. & Choi, H.-K. (2010): Systematic rearrangement of Korean Scirpus L. s.l. (Cyperaceae) as inferred from nuclear ITS and chloroplast rbcL sequences. Journal of Plant Biology 53: 222–232.
Kleesadl G. (2024): Schoenoplectus mucronatus Zobodat - Biogeografische Belege
Kleesadl G. (2025): Schoenoplectus mucronatus Zobodat - Biogeografische Belege
Kleesadl G. (2025a): Schoenoplectus mucronatus Zobodat - Biogeografische Belege
Kleesadl G. (2025b): Schoenoplectus mucronatus Zobodat - Biogeografische Belege
Leitner B. (2022): Schoenoplectus mucronatus Zobodat - Biogeografische Belege
Leonhartsberger S. (2024): Schoenoplectus mucronatus JACQ - Virtual Herbaria
Linné, C. (1753): Species Plantarum, Tomus I. Holmiae [Stockholm]: Laurentii Salvii, p. 50.
Lugmair A. (2009): Beiträge zur Kenntnis der Flora von Oberösterreich, insbesondere zur Verbreitung der Wildrosen. – Beitr. Naturk. Oberösterreichs 19: 119–146.
Lugmair A. (2011): Bidens radiata, Bolboschoenus planiculmis, Cotinus coggygria und Hyacinthoides non scripta neu für Oberösterreich, sowie weitere berichtenswerte Gefäßpflanzenfunde. – Stapfia 95: 85–91.
MAURER W. (2006): Flora der Steiermark. Band II/2. Einkeimblättrige Blütenpflanzen (Monocotyledoneae). – Eching: IHW-Verlag; 324 S.
Metlesics H. R. (1950): Schoenoplectus mucronatus Zobodat - Biogeografische Belege
Metlesics H. R. (1956): Schoenoplectus mucronatus Zobodat - Biogeografische Belege
Palla, E. (1888): [Neukombination Schoenoplectus mucronatus (L.) Palla]. Botanische Jahrbücher für Systematik, Pflanzengeschichte und Pflanzengeographie 10(4): 299.
Pilsl P. (2011): Schoenoplectus mucronatus JACQ - Virtual Herbaria
SAILER F.S. (1841): Die Flora Oberösterreichs, 2 Bde. — Haslinger, Linz.
Schlatte G. (1963): Schoenoplectus mucronatus JACQ - Virtual Herbaria
Stöhr O., Pilsl P., Staudinger M., Kleesadl G., Essl F., Englisch T., Lugmair A. & Wittmann H. (2012): Beiträge zur Flora von Österreich, IV. – Stapfia 97: 53–136.
LG
Norbert
Zur Art:
Die Spitze Teichbinse, Schoenoplectiella mucronata (Syn. Schoenoplectus mucronatus) ist eine wärmeliebende, einjährige bis kurzlebig-ausdauernde Sumpfpflanze, deren weites natürliches Verbreitungsgebiet große Teile der gemäßigten und subtropischen Alten Welt umfasst. Sie wächst vor allem in tiefen Lagen an Ufern von Teichen, Gräben und anderen nährstoffreichen Gewässern mit stark wechselndem Wasserstand und kann insbesondere auf zeitweise trockenfallenden, schlammigen Böden auftreten.
Schoenoplectiella mucronata ist in Österreich vom Aussterben bedroht (CR, ehemalige Gefährdungskategorie 1) (Schratt-Ehrendorfer & al. 2022). Bemerkenswert ist die große Zahl neuer Nachweise in Österreich. Während Schoenoplectiella mucronata nach Schratt-Ehrendorfer & al. (2022) nur am Bodensee, im Klagenfurter Becken und im Südöstlichen Vorland als indigen gilt, wird sie außerhalb dieser Gebiete als verschleppt bzw. zum Teil als angesalbt eingestuft. Gerade die zahlreichen jüngeren Funde in Ober- und Niederösterreich zeigen, dass die Beurteilung einzelner Vorkommen nicht immer eindeutig ist. Viele der neuen Fundorte liegen an erst in jüngerer Zeit entstandenen Kleingewässern, Schottergruben, Absetzbecken und anderen offenen Feuchtstandorten. Als Ausbreitungsvektoren kommen neben menschlicher Verschleppung insbesondere Wasservögel in Betracht, die Samen bzw. Früchte von Wasser- und Sumpfpflanzen über größere Entfernungen transportieren können. Für mehrere österreichische Vorkommen von Schoenoplectiella mucronata wurde eine solche Ausbreitung bereits ausdrücklich diskutiert. Damit verschwimmt bei dieser Art die Grenze zwischen adventivem Auftreten und natürlicher Arealerweiterung. Gelangen Diasporen ohne unmittelbare menschliche Mitwirkung durch Wasservögel in ein neues Gebiet und kann sich die Art dort selbstständig etablieren, lässt sich dies durchaus als natürliche Ausbreitung interpretieren. Die Einstufung als adventiv in Teilen Österreichs beruht daher weniger auf dem nachgewiesenen Ausbreitungsweg einzelner Pflanzen als vielmehr darauf, dass diese Gebiete außerhalb des historisch belegten indigenen Areals der Art liegen und vielfach anthropogen entstandene Standorte besiedelt werden. Bei manchen der neuen Vorkommen erscheint der Status deshalb weiterhin diskussionswürdig.
Im Burgenland wurde die Art in einer Schottergrube zwischen Dobersdorf und Königsdorf nachgewiesen (Gilli 2022).
Aus Kärnten ist unter anderem ein Vorkommen bei Duell am Völkermarkter Drau-Stausee bekannt (Schlatte 1963).
Aus Niederösterreich liegen in jüngerer Zeit mehrere Nachweise vor. Die Art wurde in einer ehemaligen Schottergrube bei Glinzendorf im Marchfeld gefunden (Karrer in: Gilli & Niklfeld 2018), ebenso in einer ehemaligen Schottergrube zwischen Rauchenwarth und Wienerherberg auf der Rauchenwarther Platte (Grinschgl 2017, Grinschgl in: Gilli & Niklfeld 2018). Weitere Funde gelangen zwischen Rauchenwarth und dem Schwadorfer Holz (Barta 2018) sowie etwas südlich davon (Barta 2018a), in einer aufgelassenen Sandgrube bei Enzersdorf an der Fischa (Baldinger 2018), im Eliasteich nördlich von Schrems (Barta 2020) und in einem Drainagegewässer der Westbahn-Neubaustrecke nördlich von Baumgarten (Eichinger & al. 2022).
Für Oberösterreich nannte bereits Sailer (1841) ein Vorkommen „an der Aist“, für das sich allerdings keine entsprechenden Belege im Herbarium LI finden. 2008 wurde die Art bei Mannsdorf nahe Haibach ob der Donau wiedergefunden (Lugmair 2009); aus demselben Jahr stammt ein Nachweis vom Wambach westlich Waldbot nahe Linz (Stöhr & al. 2012). In den Steyregger Schottergruben wurde sie angesalbt (vgl. Stöhr & al. 2012). Weitere Funde folgten 2011 auf einem militärischen Übungsgelände in Unterleithen bei Wels (Lugmair 2011), 2012 bei Schloss Auhof nahe Pupping (Stöhr & al. 2012) und 2016 in einer Schottergrube bei Gigling im Innviertel (Hohla 2016). Weites in einem Absetzbecken in Stadlkirchen (Essl 2021), bei Hofkirchen an der Trattnach (Leitner 2022), bei Freistadt (Kleesadl 2024), am Hacklberg bei Scharnstein im Traunviertel (Kleesadl in: Gilli & al. 2025), in einer Sandgrube nördlich von Weinzierl bei Perg (Kleesadl 2025), in Stroheim-Unterleiten (Kleesadl 2025a) und Hinzenbach-Unterleiten (Kleesadl 2025b).
In Salzburg wurde die Art in Gnigl im Stadtgebiet von Salzburg nachgewiesen (Pilsl 2011).
In der Steiermark besitzt die Spitze Teichbinse eine lange Fundgeschichte. Historische Angaben liegen aus Ziegelteichen in Graz, aus dem Gebiet zwischen Feldbach und Fehring, von Oberhaag bei Arnfels, aus Speltenbach bei Fürstenfeld sowie von Kresbach bei Deutschlandsberg vor (Fritsch 1907, 1922, 1923, Hayek 1956). Später wurde sie im oberen Rabenhofteich bei Wagendorf (Metlesics 1956), an Teichen bei Unterhart und Weinburg bei Mureck (Melzer & Bregant 1993) sowie bei Seibersdorf bei St. Veit am Vogau (Maurer 2006) nachgewiesen. Neuere Funde stammen aus dem Gebiet zwischen Großwilfersdorf und Riegersdorf nahe Fürstenfeld (Barta 2019), von einer Eisstockbahn in Nitscha-Kaltenbrunn bei Gleisdorf (Eigenfund Griebl 2019), von den Reininghausgründen in Graz-Eggenberg (Leonhartsberger 2024) sowie von den Graschach-Ziegelteichen bei Gleinstätten (Eigenfund Griebl 2026).
Für Vorarlberg gibt Murr (1923–1926) die Art aus „Schlammgräben des Bodenseeriedes, Seeufer gegenüber Rheineck, Hard, Höchst, gegen Lauterach“ an. Metlesics (1950) meldete sie vom Bodenseeufer nördlich von Höchst. Polatschek (1997–2013) führt noch einige mittelalte Nachweise an, darunter ebenfalls solche aus dem Bodenseegebiet. Markus Grabher beobachtete die Art später zweimal an gestörten Standorten, darunter an einem Tümpel im Gebiet Birken (Amann 2016).
Außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes kann Schoenoplectiella mucronata auch als Begleiter landwirtschaftlicher Kulturen auftreten. Bemerkenswert ist insbesondere ihre Entwicklung zum Reisfeldunkraut in Kalifornien, wo die Art erstmals 1942 beobachtet wurde.
Quellen:
AMANN G. (2016): Das Pflanzenleben Vorarlbergs - Aktualisierte Rote Liste der Farn- und Blütenpflanzen Vorarlbergs Bucher-Verlag, 256 S.
Baldinger J. (2018): Cotinus coggygria und Schoenoplectus mucronatus am Kalten Berg (Maria Ellender Wald westlich der A4) - Forum Flora Austria
Barta T. (2018): Schoenoplectus mucronatus JACQ - Virtual Herbaria
Barta T. (2018a): Schoenoplectus mucronatus JACQ - Virtual Herbaria
Barta T. (2019): Schoenoplectus mucronatus JACQ - Virtual Herbaria
Barta T. (2020): Schoenoplectus mucronatus JACQ – Virtuelle Herbaria
Eichinger J., J. Scharl, N. Stoeckl & K.-G.Bernhardt (2022): Vegetation neuangelegter Gewässer entlang der nördlichen Neubau strecke der Westbahn: Michelhausen bis Freundorf (Tullnerfeld) Nat-Mitt-Landessammlungen-Niederoesterr_32_0041-0069.pdf
Essl F. (2021): Schoenoplectus mucronatus Zobodat - Biogeografische Belege
FRITSCH K. (1907): Bericht der botanischen Sektion über ihre Tätigkeit im Jahre 1907 – Mitteil. d. Naturw.Ver. f. Steiermark. Bd. 44: 290.
FRITSCH K. (1922): Exkursionsflora für Österreich und die ehemals österreichischen Nachbargebiete. 3. umgearb. Aufl., Autorisierter Nachdruck 1973. — Verlag von J. Cramer, Wien, Leipzig.
Gilli C. (2022): Schoenoplectus mucronatus JACQ - Virtual Herbaria
Gilli C. & H. Niklfeld (2018): Floristische Neufunde (236–304) NEIL_9_0289-0354.pdf
Gilli C., G. Kleesadl & C. Schröck (2025): Floristische Kurzmitteilungen 05 STAPFIA_0119_0047-0081.pdf
Grinschgl F. (2017): Schoenoplectus mucronatus JACQ - Virtual Herbaria
HAYEK A. (1956): Flora von Steiermark II. Band, 2. Teil Monokotyledonen - Graz: Akad. Dr. u. Verl.-Anst., 1956, 147 pp.
Hohla M. (2016): Wiederfund der Kanten-Wolfsmilch (Euphorbia angulata) in Oberösterreich, sowie weitere Beiträge zur Flora von Oberösterreich, Niederösterreich, Steiermark und Vorarlberg STAPFIA_105_0109-0118.pdf
Jung, J. & Choi, H.-K. (2010): Systematic rearrangement of Korean Scirpus L. s.l. (Cyperaceae) as inferred from nuclear ITS and chloroplast rbcL sequences. Journal of Plant Biology 53: 222–232.
Kleesadl G. (2024): Schoenoplectus mucronatus Zobodat - Biogeografische Belege
Kleesadl G. (2025): Schoenoplectus mucronatus Zobodat - Biogeografische Belege
Kleesadl G. (2025a): Schoenoplectus mucronatus Zobodat - Biogeografische Belege
Kleesadl G. (2025b): Schoenoplectus mucronatus Zobodat - Biogeografische Belege
Leitner B. (2022): Schoenoplectus mucronatus Zobodat - Biogeografische Belege
Leonhartsberger S. (2024): Schoenoplectus mucronatus JACQ - Virtual Herbaria
Linné, C. (1753): Species Plantarum, Tomus I. Holmiae [Stockholm]: Laurentii Salvii, p. 50.
Lugmair A. (2009): Beiträge zur Kenntnis der Flora von Oberösterreich, insbesondere zur Verbreitung der Wildrosen. – Beitr. Naturk. Oberösterreichs 19: 119–146.
Lugmair A. (2011): Bidens radiata, Bolboschoenus planiculmis, Cotinus coggygria und Hyacinthoides non scripta neu für Oberösterreich, sowie weitere berichtenswerte Gefäßpflanzenfunde. – Stapfia 95: 85–91.
MAURER W. (2006): Flora der Steiermark. Band II/2. Einkeimblättrige Blütenpflanzen (Monocotyledoneae). – Eching: IHW-Verlag; 324 S.
Metlesics H. R. (1950): Schoenoplectus mucronatus Zobodat - Biogeografische Belege
Metlesics H. R. (1956): Schoenoplectus mucronatus Zobodat - Biogeografische Belege
Palla, E. (1888): [Neukombination Schoenoplectus mucronatus (L.) Palla]. Botanische Jahrbücher für Systematik, Pflanzengeschichte und Pflanzengeographie 10(4): 299.
Pilsl P. (2011): Schoenoplectus mucronatus JACQ - Virtual Herbaria
SAILER F.S. (1841): Die Flora Oberösterreichs, 2 Bde. — Haslinger, Linz.
Schlatte G. (1963): Schoenoplectus mucronatus JACQ - Virtual Herbaria
Stöhr O., Pilsl P., Staudinger M., Kleesadl G., Essl F., Englisch T., Lugmair A. & Wittmann H. (2012): Beiträge zur Flora von Österreich, IV. – Stapfia 97: 53–136.
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Re: Schoenoplectus mucronatus bei Gleisdorf
Naja, am Eliasteich hab ich die Art gefunden, schon am 6. August 2020 und dann bestätigt am 20. August 2020, vgl. Neilreichia, Forum und JACQ.
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