Trocken- und Halbtrockenrasen südlich des Maria Ellender Waldes

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Jürgen Baldinger
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Trocken- und Halbtrockenrasen südlich des Maria Ellender Waldes

Beitragvon Jürgen Baldinger » Montag 17. August 2020, 19:12

Zwischen Enzersdorf an der Fischa und Bruck an der Leitha entlang einer Achse Karlsdorf – Gallbrunn – Stixneusiedl und auch um die nördlich davon gelegenen Orte Arbesthal und Göttlesbrunn gibt es zahlreiche kleinere Hügel, die noch in Holzners Trockenrasenkatalog von 1986 als Trocken- und Halbtrockenrasenstandorte beschrieben wurden. Ich möchte sie mir nach und nach anschauen, um zu sehen, was davon noch übrig ist.

Rainberg (Stixneusiedl)

Zu diesem Hügel (ÖK 60/11) schreibt Holzner in seinem Trockenrasenkatalog 1986
Furchenschwingel-Pfriemengras-Trockenrasen mit Feld-Beifuß (A. campestris), Österreichischem Tragant (A. austriacus), Hain-Salbei (S. nemorosa), Spätblühendem Löwenzahn (T. serotinum), Heide-Ehrenpreis (V. spicata) und viel Gold-Aster (A. linosyris).

Fiederzwenken-Halbtrockenrasen mit Ästiger Zaunlilie (A. ramosum), Esparsette (O. viciifolia agg.), Wiesen-Salbei (S. pratensis), Berg-Klee (T. montanum) und viel Frühlings-Adonis (A. vernalis). Weißdorn, Dorn-Hauhechel (O. spinosa) und viele ,,Disteln" (Carduus acanthoides, C. nutans, Cirsium eriophorum, C. vulgare, Carlina vulgaris) weisen auf eine frühere Beweidung hin.
Ich habe mir im August 2020 diesen Hügel in Stixneusiedl angesehen (zwischen Fischamend und Bruck/Leitha). Die Hauptstraße des Dorfs liegt auf 169 msm, der besagte Hügel nördlich des Orts wird von der Kellergasse geteilt in den Stixberg (230 msm) und den Gaisberg (236 msm). Die Landschaft zwischen Donau, Ellender Wald und Leitha-Gebirge ist eine hügelige, die ich mir in Zukunft genauer anschauen möchte. Auf einem verbrachenden Halbtrockenrasen des Stixbergs zahlreich Galatella linosyris und neben Seseli annuum (ohne Foto) auch S. hippomarathrum, daneben Nigella arvensis.
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seseli hippomarathrum stixneusiedl_20200817_091326.jpg
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nigella arvensis stixneusiedl_20200817_091412.jpg
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Ein paar Meter bergab dann eine Lösswand, die einige schöne Überraschungen bot: zunächst Stipa capillata, Bothriochloa ischaemum, Chamaecytisus austriacus...,
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bothriochloa ischaemum stixneusiedl_20200817_094415.jpg
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chamaecytisus austriacus stixneusiedl_20200817_092641.jpg
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...aber auch Veronica spicata (s. str.) oben an der Hangkante sowie Astragalus austriacus und A. cf. asper am Hangfuß. Weil daneben auch noch A. onobrychis stand, gibt es wieder einen Syntopie-Hattrick, diesmal mit selteneren Pflanzerln. Auch Euphorbia cf. seguieriana war gut vertreten. Bekomme ich ein "go" für Astragalus asper und Euphorbia seguieriana? Ich wüßte nicht, was es sonst sein könnte.
veronica spicata s. str. stixneusiedl_20200817_093348.jpg
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astragalus austriacus stixneusiedl_20200817_093710.jpg
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euphorbia cf. seguieriana stixneusiedl_20200817_095209.jpg
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Jürgen Baldinger
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Re: Halbtrockenrasen und Lösswand in Stixneusiedl

Beitragvon Jürgen Baldinger » Montag 17. August 2020, 20:27

Ah, der mutmaßliche Astragalus asper, der ja auch höher wachsen müsste, wird wohl eher ebenfalls A. onobrychis sein. Schade, dann kein Hattrick... :-)
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kurt nadler
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Re: Halbtrockenrasen und Lösswand in Stixneusiedl

Beitragvon kurt nadler » Montag 17. August 2020, 20:37

astragalus schaut irgendwie nach aufsteigender wuchsform aus, asper ist ja im regelfall straff aufrecht. hast du a. onobrychis in betracht gezogen? weils grad dazupasst, ein nettes internetbild hierzu: http://arnikatravel.com/wp-content/gall ... rychis.JPG.
veronica extrem xeromorph schmallaubig und trotzdem vital.
der "horstwuchs" passt ja zu seguieriana, aber verwoadagelt im löss - da trau ich mir nix definitives abzugeben. gibts denn sonst noch eine kleinere wolfsmilch mit solcher wuchsform?

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Jürgen Baldinger
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Re: Halbtrockenrasen und Lösswand in Stixneusiedl

Beitragvon Jürgen Baldinger » Montag 17. August 2020, 23:10

Ausdauernd, Nektardrüsen wurstförmig, Frucht glatt, Beblätterung, müsste eigentlich passen, verwoadagelt halt, wie Du sagst.
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Re: Halbtrockenrasen und Lösswand in Stixneusiedl

Beitragvon Hermann Falkner » Dienstag 18. August 2020, 09:31

Eu. seguieriana würde schon passen, hätt ich gesagt. Der Astragalus ähnelt tatsächlich asper, aber Kurt hat sicher recht ;-)

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Jürgen Baldinger
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Re: Halbtrockenrasen und Lösswand in Stixneusiedl

Beitragvon Jürgen Baldinger » Dienstag 18. August 2020, 10:26

Ist auch plausibler, wenn daneben blühender onobrychis steht.
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kurt nadler
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Re: Halbtrockenrasen und Lösswand in Stixneusiedl

Beitragvon kurt nadler » Donnerstag 20. August 2020, 08:43

gestern 2020-08-19 bei der eigenflächenmahd am spitzerberg (samt kleinem heuschreckenexkurs):
astragalus onobrychis (asper haben wir nicht, kenn ich auch aus den hainburger bergen bislang noch nicht) vergleichend angeschaut, allerdings heuer aufgrund der hier reichlichen sommerniederschläge mastig.
vielleicht wegen der guten wasserversorgung mehr ruspolia nitidula denn je - im auch saumartenreichen, chamaecytisus austriacus-durchbuschten brometum in unsren weingartenzeilen. (dabei galt diese art einmal als hygrophil.)
hauptsächlich wegen den viechern kann ich mir nur kleinflächig fortschreitende teilflächenmahd erlauben. man sieht ja manche viecher gut, so wie ruspolia, die sehr vorsichtig schon bei annäherung flüchtet und dabei unübersehbar rumhüpft, aber so raupen wie am astragalus-fruchtstand - die übersieht man beim mähen. sonst noch am foto (cf.) chorthippus mollis: unsre ziemlich einzige, jedenfalls stark dominante grashüpferart und nicht am foto bereits ephippiger-gesänge.
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DSC01985 astragalus onobrychis kulturland spitzerberg 2020-08-19.JPG
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DSC01987 astragalus onobrychis kulturland spitzerberg 2020-08-19.JPG
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DSC01989 astragalus onobrychis kulturland spitzerberg 2020-08-19.JPG
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Re: Halbtrockenrasen und Lösswand in Stixneusiedl

Beitragvon Hermann Falkner » Donnerstag 20. August 2020, 09:10

ich hab mur inzwischen auch A.-onobrychis-Bestände fruchtend angeschaut und kann den Befund von Kurt bestätigen ;-)

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Trocken- und Halbtrockenrasen südlich des Maria Ellender Waldes

Beitragvon Jürgen Baldinger » Freitag 19. April 2024, 11:33

Herrnberg

Diesen Mittwoch habe ich mit dem NW von Gallbrunn gelegenen Herrnberg, bei dem es bei Holzner (ÖK 60/9) heißt
Fiederzwenken-Halbtrockenrasen (stellenweise glatthaferreich) mit viel Heil-Ziest (Betonica officinalis), Skabiosen-Flockenblume (C. scabiosa), Ungarischer Distel (Cirsium pannonicum), Weiden-Alant (I. salicina), Großem Ehrenpreis (V. teucrium) und den ,,Waldsteppenarten“ Blutroter Storchschnabel (G. sanguineum), Hirschwurz (Peucedanum cervaria), Ebensträußige Margerite (Tanacetum corymbosum). Trespen-Halbtrockenrasen mit Helm- Knabenkraut (O. militaris).

Interessanter und seltener Vegetationstyp - derartige Halbtrockenrasen sind in der weiteren Umgebung nicht (mehr) vorhanden. Gefährdet durch Aufforstung (der N-Teil ist bereits locker mit Robinien bestanden), Ablagerung von Gartenabfällen, Christbäumen etc. (im ortsnahen Teil), Verbauung.
fortgesetzt. Leider ist davon bis auf eine wenige Quadratmeter große Offenstelle, auf der zur Zeit das Interessanteste noch Carex michelii und randlich Cervaria rivini ist, nichts mehr übrig. Der Hügel ist vollends zugewachsen, im nördlichen Teil vor allem mit Robinien.
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Re: Trocken- und Halbtrockenrasen südlich des Maria Ellender Waldes

Beitragvon Jürgen Baldinger » Sonntag 12. Mai 2024, 12:08

Rainberg (Gallbrunn)

Etwas besser sieht es am nahen Rainberg aus, dem westlichsten der oben genannten (Halb-)Trockenrasen-Standorte, die Holzner dort 1986 als "Furchenschwingel-Pfriemengras-Trockenrasen, Fiederzwenken- und Trespen-Halbtrockenrasen" beschrieben hat (ÖK 60/8). Es handelt sich um eine 200 m hohe Erhebung westlich von Gallbrunn mit einer SW-orientierten Böschung und unten anschließendem Halbtrockenrasen beziehungsweise Trockenwiese.

Von Gallbrunn kommend stellt sich der Rainberg so dar.
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Blick über die Böschung hinunter nach SW, also Margarethen am Moos
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Die Böschung wächst langsam zu.
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Die Hasen (Korrektur: Es sind wohl Kaninchen) tun halt ihr Bestes, um offene Bodenstellen zu erhalten.
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die Wiese unterhalb der Böschung, die stellenweise zum Rasen wird
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Möglich, dass das Heu als Pferdefutter genutzt wird.
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Blick von unten nach oben
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Ein Teil des Hügels dürfte der EVN gehören, das Areal ist teilweise umzäunt, aber frei zugänglich.
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Gefunden habe ich im wesentlichen Artemisia campestris, Salvia nemorosa, zahlreich ist Chamaecytisus austriacus vorhanden, es waren auch Thymus odoratissimus, Dianthus carthusianorum agg., Koeleria macrantha, Bromus erectus, Linum austriacum, Nonea pulla zu sehen, hier die beiden letzteren:
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Der Halbtrockenrasen unterhalb der Böschung sieht nicht akut gefährdet aus, auch wenn natürlich stellenweise Robinien und Flieder aufkommen wollen, aber hier wird wohl (maßvoll?) gemäht. Die Böschung droht zu verbuschen, auch durch Flieder und Götterbäume sowie Arundo donax.
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