Salvia aethiopis in Wien-Simmering

= Blütenpflanzen
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Jürgen Baldinger
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Salvia aethiopis in Wien-Simmering

Beitragvon Jürgen Baldinger » Mittwoch 13. Juni 2018, 21:10

Rolf Marschner hat Salvia aethiopis im Süden von Wien-Favoriten und -Simmering bereits mehrfach dokumentiert (etwa: Simmering - Unteres Feld, entlang Mylius-Bluntschli-Straße, Übergang Gadnergasse, Brache W Ailec-Gasse und beim ND Johannesberg, wo dieser seltene Steppenroller nach Wolfgang Adler als angesalbt gilt). Vermutlich ist auch dieser Fundpunkt heute schon bekannt. Auf Brachen östlich der Ailec-Gasse, unweit Tor 9 des Zentralfriedhofs, blühen momentan 13 Exemplare, teilweise stattlich; zahlreiche weitere der auffälligen Grundblattrosetten sind angelegt. Lokal treten im Gebiet gehäuft seltene Arten wie Onosma arenaria, Cephalaria transsylvanica auf, bekannt sind auch die Yucca sp.-Vorkommen entlang der Bahntrassen. Es dürfte also nachgeholfen werden.

Ich habe über die Art noch wenig Überblick, welche nativen Fundorte kennt Ihr?
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Hermann Falkner
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Re: Salvia aethiopis in Wien-Simmering

Beitragvon Hermann Falkner » Donnerstag 14. Juni 2018, 06:26

Hallo Jürgen, native Fundorte kenn ich keine, wenn stimmt, was anzunehmen ist - dh die von dir hier beschriebenen als angesalbt. Den Standort beim 9er-Tor kenn ich aber noch nicht, hier war ja ein Acker dh ich nehme an, der Standort ist ja wohl auf einer jetzt nicht mehr bewirtschafteten Fläche (??), dort wird ja jetzt viel gebaut.

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Jürgen Baldinger
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Re: Salvia aethiopis in Wien-Simmering

Beitragvon Jürgen Baldinger » Donnerstag 14. Juni 2018, 15:29

Ein spontanes Vorkommen dürfte es in Traiskirchen geben (bekannt ist dort auch eine Ansammlung). Janchen schreibt von Funden "in der Ebenenstufe des pannonischen Gebietes südlich der Donau; zerstr. - NÖ.: Auf dem Laaer-Berg sicher noch bis 1970; im Wiener Becken von Inzersdorf Schwechat und Fischamend südwärts bis Wiener Neustadt, ostwärts bis Bruck a. d. L. (aber nur sehr zerstr.). - Bgl. (etwas häufiger): Zw. Gattendorf u. Berg, bei Zurndorf, auf der Parndorfer Platte (im Karlwald bei Nickelsdorf hfg., sonst zerstr.), im Seewinkel (zerstr.), bei Jois und Winden; am Fuß des Leithagebirges an vielen Stellen, auf dem Ruster Höhenzng und an seinem Fuß; auf dem Fölik südlich von Müllendorf." Für Winden habe ich auch eine rezente Bestätigung gefunden.

Für Wien heißt es bei Neilreich: "Auf trocknen sandigen Plätzen, an Wegen, Ackerrändern, selten und nur in der östlichen und südöstlichen Umgebung. In der Sandgrube zwischen der St. Marxer Linie und dem Friedhofe; auf magern Grasplätzen in der Nähe der Ziegelöfen des Laaer Berges; an Ackerrändern und Wegen bei Simmering, Klederling, Unter-Laa... bei Inzersdorf, Vösendorf ... (Doll. en. p. 99). Sehr häufig an der Eisenbahn zwischen der Belvedere- und St. Marxer Linie Wiens und Simmering, dann am südöstlichen Abhange des Laaerberges, Unter- und Oberlaa..."
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Re: Salvia aethiopis in Wien-Simmering

Beitragvon Jürgen Baldinger » Donnerstag 14. Juni 2018, 15:47

Korrektur: Nicht 13, sondern 18 blühende Exemplare habe ich gezählt.
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Hermann Falkner
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Re: Salvia aethiopis in Wien-Simmering

Beitragvon Hermann Falkner » Donnerstag 14. Juni 2018, 20:12

Jürgen Baldinger hat geschrieben:Für Wien heißt es bei Neilreich: "Auf trocknen sandigen Plätzen, an Wegen, Ackerrändern, selten und nur in der östlichen und südöstlichen Umgebung. In der Sandgrube zwischen der St. Marxer Linie und dem Friedhofe; auf magern Grasplätzen in der Nähe der Ziegelöfen des Laaer Berges; an Ackerrändern und Wegen bei Simmering, Klederling, Unter-Laa... bei Inzersdorf, Vösendorf ... (Doll. en. p. 99). Sehr häufig an der Eisenbahn zwischen der Belvedere- und St. Marxer Linie Wiens und Simmering, dann am südöstlichen Abhange des Laaerberges, Unter- und Oberlaa..."

Das klingt aber doch sehr verdächtig danach, dass es gerade in dieser Gegend schon auch ur-einheimische Vorkommen gibt!
Und eingefallen ist mir jetzt auch noch: die von dir gefundenen Exemplare haben sich ziemlich sicher erst vor kurzem neu dort angesiedelt, bzw. sind womöglich auch tatsächlich angesät worden - wer weiss -, aber natürliche Verbreitung von den bestehenden Vorkommen (egal ob nun heimisch oder angesalbt, oder beides) zu dieser Stelle wäre durchaus auch vorstellbar.
Gerade an einer Stelle wie dieser, wo gerade auch im Zuge der Bautätigkeiten (Bahn und Industriegebiet) sicher viel Saatgut eingebracht worden ist, ist's oft recht schwer zu beurteilen, was von selbst gekommen ist.

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Re: Salvia aethiopis in Wien-Simmering

Beitragvon Jürgen Baldinger » Donnerstag 14. Juni 2018, 22:16

Dafür, dass er so konkurrenzschwach sein soll (siehe Flora Wien, p. 524: "Besiedelt anscheinend bevorzugt frisch aufgeschüttete Bahn- und Straßenböschungen. Mit dem Schließen der Vegetationsdecke gehen die Bestände in der Folge rapide zurück."), würde er sich in dem Eck schon lange halten. Oder war er eh lange weg seit Neilreich? Janchen nennt ihn für Wien 1977 nicht. Übrigens führt ihn Aichinger von Aichenhayn 1847 auch für den Laaer Berg an.
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Re: Salvia aethiopis in Wien-Simmering

Beitragvon Hermann Falkner » Freitag 15. Juni 2018, 06:34

Naja, was du oben von Janchen zitierst, ist ein terminus ante quem - und keiner post quem non: vor und bis 1970 sicher noch, aber unsicher ob nach 1970 auch noch.
Zur Verbreitungsgeschichte weiss ich sonst auch nicht mehr, sorry.

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Re: Salvia aethiopis in Wien-Simmering

Beitragvon Pablito » Freitag 15. Juni 2018, 09:19

Vor Jahren an der rechten Bahnböschung in Richtung Meidling vor der Einfahrt in die Tunnelstation Qu. Belvedere ein paar Individuen ...
Auch vor ein paar Jahren auf der "Purbacher Heide" gefunden :-)
LG Reini BR

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Re: Salvia aethiopis in Wien-Simmering

Beitragvon Jürgen Baldinger » Mittwoch 18. Juli 2018, 19:36

War heute noch einmal in dem "toten Winkel" zwischen Zentralfriedhof, Schwechat und Kledering, und Salvia aethiopis wächst dort auf einem Stoppelacker genauso...
salvia aethiopis N Kledering_20180718_143850.jpg
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...wie auf einem kiesigen, nicht oder kaum mehr genutzten Fahrweg,
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wobei die Vitalität hier leiden dürfte.
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Blühende Exemplare habe ich übrigens keine gesehen, ausschließlich Grundblattrosetten.
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